Warten auf das Licht im Dunkel

Maleachi 3, 19 – 24 

 19  Denn siehe, es kommt ein Tag, der brennen soll wie ein Ofen. Da werden alle Verächter und Gottlosen Stroh sein, und der kommende Tag wird sie anzünden, spricht der HERR Zebaoth, und er wird ihnen weder Wurzel noch Zweig lassen.

 Was hier steht, lesen wir am Heiligabend 2021. An dem Tag, an dem wir hören und – hoffentlich – glauben, dass Gott den Himmel über der dunklen Welt auftut, um seinen Retter in die Welt zu geben. Und sofort fragt es in uns: Wie denn nun ein Tag, der brennen soll wie ein Ofen oder doch der Tag des Heils?

 Es ist der Apostel Paulus, der dieses Wort aufnimmt, aber nicht nur im Blick auf die Gottlosen, sondern im Blick auf das Gericht, das über alle ergeht, auch über die Gerechten, auch über die Frommen, auch über die Christen: „Einen andern Grund kann niemand legen als den, der gelegt ist, welcher ist Jesus Christus. Wenn aber jemand auf den Grund baut Gold, Silber, Edelsteine, Holz, Heu, Stroh, so wird das Werk eines jeden offenbar werden. Der Tag des Gerichts wird’s klarmachen; denn mit Feuer wird er sich offenbaren. Und von welcher Art eines jeden Werk ist, wird das Feuer erweisen. Wird jemandes Werk bleiben, das er darauf gebaut hat, so wird er Lohn empfangen. Wird aber jemandes Werk verbrennen, so wird er Schaden leiden; er selbst aber wird gerettet werden, doch so wie durchs Feuer hindurch.“ (1. Korinther 3, 11 – 15) Daran hänge ich: Die Scham über versäumtes, unterlassenes, falsches, liebloses Handeln, Fehlversuche und Schuld bleibt den Christen nicht erspart. Das ist das Gericht. Aber dann: „gerettet, doch so wie durchs Feuer hindurch.“ Anders kann ich es mir nicht vorstellen, weil sonst Selbstzufriedenheit und Überheblichkeit drohen. „Warten auf das Licht im Dunkel“ weiterlesen

Am Ende zählt

Maleachi 3, 13 – 18 

13 Ihr redet hart gegen mich, spricht der HERR. Ihr aber sprecht: »Was reden wir gegen dich?« 14 Ihr sagt: »Es ist umsonst, dass man Gott dient; und was nützt es, dass wir sein Gebot halten und in Buße einhergehen vor dem HERRN Zebaoth? 15 Darum preisen wir die Verächter; denn die Gottlosen gedeihen, und die Gott versuchen, bleiben bewahrt.«

 Normalerweise geht es andersherum. Wir klagen, dass Gott sich hart gegen uns stellt.  Heutzutage sitzt Gott oft auf der Bank des Beklagten. Wenn er überhaupt noch wichtig genommen wird, dann als Angeklagter. „Und sie fluchten Gott, der ihnen doch das Glück schuldig war. ER war doch der liebe Gott!“ (J. Zink, Die letzten sieben Tage der Schöpfung, 1970). Wie anders hier. Durch das Buch Maleachi zieht sich eine Kette von Anklageworten Gottes. Er klagt an, das Volk sitzt auf der Anklagebank und gerät in Verteidigungsposition.

Die Anklage Gottes lautet: Ihr sagt, es lohnt sich nicht, Gott zu dienen, sein Gebot zu halten.  Und in Sack und Asche gehen bringt es auch nicht. Es bringt keinen Lebensgewinn, wenn einer sich an Gott hält. Salopp könnte man so sagen: Der Fromme ist immer der Dumme. Weil er sich durch die Regeln Gottes hindern lässt, zuzugreifen und das eigene Wohl in die Mitte seines Tuns zu stellen. „Am Ende zählt“ weiterlesen

Gott um Gottes Willen

Maleachi 3,6 – 12

6 Ich, der HERR, wandle mich nicht; aber ihr habt nicht aufgehört, Jakobs Söhne zu sein: 7 Ihr seid von eurer Väter Zeit an immerdar abgewichen von meinen Geboten und habt sie nicht gehalten.

 Gott ist treu. Gott ist sich treu. Gott ist nicht heute so und morgen ganz anders. Auf ihn ist Verlass – durch allen Wandel der Zeiten hindurch. Aber – das ist Gottes Anklage: Auch ihr seid dieselben geblieben. Eurer Art treu. Ihr seid nicht, wie ihr es sein sollt und sein könnt. Ihr lebt unter dem Niveau, dass ich euch zugedacht habe. Es ist eine harte Kritik: Der Stammvater Jakob war ein Täuscher und Betrüger und ihr seid von seiner Art, Jakobs Söhne.

 Hier geht es nicht um biologische Abstammung, sondern um mehr als um Biologie. Es ist eine eigenwillige Lektüre der Jakobs-Erzählung, die hier sichtbar wird: Nicht sein zähes Festhalten an der Verheißung ist im Blick, sondern sein Tricksen und Täuschen, seine Wandelbarkeit bis hin zur Falschheit. Was bei ihm sichtbar wird an Winkelzügen, List, Wandlungen, das hat Israel als Treulosigkeit und Ungehorsam immer neu wiederholt.

 So bekehrt euch nun zu mir, so will ich mich auch zu euch kehren, spricht der HERR Zebaoth.

 Kritik ist nicht das letzte Wort, das der Prophet zu sagen beauftragt ist. So seid ihr – sagt er – und ruft doch im Namen Gottes zur Umkehr. Der Ruf zur Umkehr gilt nicht makellosen Leuten. Er gilt denen, die sich abgekehrt haben, ihre eigenen Wege und Ziele verfolgt haben, denen Gott oft genug nur ein Mittel für ihre Zwecke war. Sie werden in eine neue Richtung, eine neue Ausrichtung ihres Lebens gerufen. Es gilt zu hören auf diesen Ruf, weil dahinter die Verheißung groß ist: so will ich mich auch zu euch kehren. Indem Gott so ruft, macht er den Weg frei und sichert seine Zuwendung dem zu, der sich rufen lässt. „Gott um Gottes Willen“ weiterlesen

LetzteWarnung: Der Vorläufer ist da

Maleachi 2,17 – 3,5

17 Ihr macht den HERRN unwillig durch euer Reden! Ihr aber sprecht: »Womit machen wir ihn unwillig?« Dadurch dass ihr sprecht: »Wer Böses tut, der gefällt dem HERRN, und an solchen hat er Freude«, oder: »Wo ist der Gott, der da straft?«

 Wieder wird man Zeuge einer Disputation. Sie fängt mit dem Vorwurf an: Euer Reden ist für Gott eine Last. Unangemessen. Aber euer Reden verhallt nicht einfach im luftleeren Raum. Die Zurückweisung kommt prompt: Wir machen doch gar nichts – nur Worte. Was für eine armselige Vorstellung von Gott, wenn ihm unsere Worte zu schaffen machen könnten! Wir reden doch nur. Das macht Gott doch nichts. G.O.t.t. – das kann man auch so lesen: Guter Opa, total taub. Das ist mehr als der freche Spruch unreifer Jugendlicher. Es ist eine Lebenshaltung, die es zu allen Zeiten gegeben hat, damals in Israel und die es auch heute noch gibt. Gott ist doch nicht (mehr) wichtig. Er hat ja keine Durchsetzungsmacht. Er ist doch ein lieber Gott, der nie straft. „Vergeben ist sein Geschäft.“(Voltaire) Er kann ja gar nicht anders. Wer wird sich da schon nach Gott richten?

Es sind perverse Verdrehungen. Es sind Verfälschungen, die aus dem Wort Gott eine Leerformel, eine Worthülse machen. Es sind Spöttereien, wenn sie sagen: »Wo ist der Gott, der da straft?« Schon damals zur Zeit des Propheten gab es wohl die Stimmen, die sagten und fragten: Wo ist er denn? Warum macht er nichts? Warum straft er nicht? Es sind Worte, die den Weg zu Gott verstellen, weil sie ihn für lebensfern und unwichtig erklären. „LetzteWarnung: Der Vorläufer ist da“ weiterlesen

Last oder Hoffnung?

Maleachi 1, 1 – 14

 Dies ist die Last, die der HERR ankündigt über Israel durch Maleachi.

 Wer ist dieser Maleachi? Kurz gesagt: Wir wissen nichts über ihn. Nicht einmal das ist sicher, ob Maleachi ein Eigenname ist oder ob es sich so verhält, das der Name einfach sein Funktion benennt: Maleachi – Mein Bote.  Vermutlich ist der Prophet ein Zeitgenosse von Esra und Nehemia, zwischen 480 und 450 vor Christus an. Wir wüssten gerne mehr von ihm und müssen uns mit dem Wenigen bescheiden, was so ein Buch uns wissen lässt.

Was er zu sagen haben wird ist eine Last, nicht nur eine Nachricht. Es geht nicht nur um Information, nicht um Ankündigungen von Neuigkeiten oder gar Nettigkeiten. Es gibt etwas zu tragen. Last – die Worte, die über Israel gesagt werden, muten ihm auch einiges zu. Sie sind auch dem Boten eine Last. Es ist nicht immer schön und freundlich, was im Namen und Auftrag Gottes zu sagen ist.

 2 Ich habe euch lieb, spricht der HERR. Ihr aber sprecht: »Wie hast du uns lieb?« Ist nicht Esau Jakobs Bruder?, spricht der HERR; und doch hab ich Jakob lieb 3 und hasse Esau und habe sein Gebirge öde gemacht und sein Erbe den Schakalen zur Wüste. 4 Und wenn Edom spricht: Wir sind zerschlagen, aber wir wollen das Zerstörte wieder bauen!, so spricht der HERR Zebaoth: Werden sie bauen, so will ich abbrechen, und man wird sie nennen »Land des Frevels« und »Ein Volk, über das der HERR ewiglich zürnt«. 5 Das sollen eure Augen sehen und ihr werdet sagen: Der HERR ist herrlich über die Grenzen Israels hinaus.

 Ich habe euch lieb, spricht der HERR.  Kann noch mehr gesagt werden? Ist damit nicht schon fast alles gesagt? Gott lässt durch diese Worte doch in sein Herz blicken und benennt damit den Lebensgrund Israels. Es gibt Israel nur um dieser Liebe willen und die Geschichte Israels ist ein einziger Hinweis darauf, wie Gott dieser Liebe treu geblieben ist und treu bleibt.

Nur: Aber irgendwie hängt diese Liebeserklärung Gottes spürbar in der Luft. Sie findet nicht wirklich eine positive Antwort Fast achselzuckend wird sie zur Kenntnis genommen wird: Na und? Da ist auf der Seite des Volkes keine Freude als Reaktion spürbar.

  Es hat sich schon früh gezeigt: Die Liebe Gottes ist nicht fair. Sie gilt nicht allen gleich. Das ist das Skandalöse an dieser Begründung, zumindest in unseren Ohren: Gottes Liebe ist nicht frei vom Ansehen der Person. Sie ist wählerisch. Sie gilt Jakob und Israel und sie gilt Esau und Edom eben nicht. Esau und Edom erfahren, wie Gott alle Pläne für einen neuen Anfang sabotiert. Ihnen gegenüber zeigt sich Gott also regelrecht bösartig! Das ist eine ziemliche Zumutung für uns, die wir meinen, Gott müsste doch auf jeden Fall unserer Erklärung der Menschenrechte zustimmen: Alle Menschen sind gleich.

Stattdessen: Am Unglück Edoms soll Israel die Größe Gottes erkennen. An ihnen soll Israel lernen, dass es vergebliche Mühe ist, wenn man sich mit dem eigenen Tund gegen den willen gottes stemmt.

6 Ein Sohn soll seinen Vater ehren und ein Knecht seinen Herrn. Bin ich nun Vater, wo ist meine Ehre? Bin ich Herr, wo fürchtet man mich?, spricht der HERR Zebaoth zu euch Priestern, die meinen Namen verachten.

 Es geht weiter. Gefragt ist jetzt nach der Liebe des Sohnes, die sich zeigt in Achtung und Ehre. Dieses Familienbild wird auf die Gottesbeziehung übertragen – Israel ist diesem Gedankenspiel der Sohn Gottes. Gott fragt also nichts Unbilliges, sondern seine Frage fordert nur ein, was ihm zusteht.

Woran erkennen wir Gottes Liebe – diese Frage Israels wird gekontert: Bin ich Herr, wo fürchtet man mich? Suchen die Menschen nach den Taten der Liebe Gottes, so sucht Gott nach handfesten Zeichen seiner Ehrung durch die Menschen, durch sein Volk. Ausgerechnet bei den Priestern, die ständig Gottesdienste feiern, sucht er nach den Taten. Nicht nur worte und Zeremonien – Taten. Gelten also Gottesdienste nicht als Taten, nicht als Tun? Und schlimmer noch: Die, die die Ehrfurcht vor Gott lehren und leben sollten, die beschuldigt der Prophet und durch ihn der HERR, dass sie Leute sind, die meinen Namen verachten.

 Ihr aber sprecht: »Wodurch verachten wir denn deinen Namen?« 7 Dadurch dass ihr opfert auf meinem Altar unreine Speise. Ihr aber sprecht: »Womit opfern wir dir denn Unreines?« Dadurch dass ihr sagt: »Des HERRN Tisch ist für nichts zu achten.« 8 Denn wenn ihr ein blindes Tier opfert, so haltet ihr das nicht für böse; und wenn ihr ein lahmes oder ein krankes opfert, so haltet ihr das auch nicht für böse. Bring es doch deinem Fürsten! Meinst du, dass du ihm gefallen werdest oder dass er dich gnädig ansehen werde?, spricht der HERR Zebaoth.

 Die Antwort auf die Frage Gottes ist eine Unschuldsbeteuerung. Wir verstehen die Frage nicht. Was soll dieser Vorwurf? Es sind Priester, die sich angegriffen fühlen und die diesen Angriff als unbegründet zurück weisen möchten. Aber es folgt sofort die Begründung: Das Zeichen der Verachtung ist eine kärgliche Opferpraxis. Sie glaubt, dass für Gott gut genug ist, wenn er bekommt, was blind, krank, lahm ist. Wenn es darum geht, einen hochgestellten Menschen für sich zu gewinnen, ist man da auch so geizig, knickerig? Oder ist für den Fürsten nicht das Beste gerade gut genug?

9 So bittet doch Gott und seht, ob er uns gnädig sei! Denn meint ihr, nachdem solches von euch geschehen ist, er werde euch gnädig ansehen?, spricht der HERR Zebaoth. 10 Dass doch einer unter euch die Türen zuschlösse, damit ihr nicht umsonst auf meinem Altar Feuer anzündet! Ich habe kein Gefallen an euch, spricht der HERR Zebaoth, und das Opfer von euren Händen ist mir nicht angenehm.

 Maleachi´s Kritik am Opfer, am Kult, entzündet sich daran, dass diese Art Opfer wie ein Abspeisen Gottes wirkt, das ihn in Wahrheit missachtet. Beklagt Amos die Leere der Gottesdienste, das „Geplärr der Lieder“(Amos 5,23), so beklagt Maleachi den Geiz, der Gott missachtet.

Die Anklage hinter diesen Worten: Gott wird abgespeist. Zufriedengestellt mit dem, was bei uns abfällt. Wir gönnen ihm allenfalls eine Stunde in der Woche am Sonntag.  Das muss reichen, denn Zeit ist doch Geld. Wirklich an Gott glauben, auf Gott vertrauen, das würde bedeuten: Mein Äußerstes für ihn. Gott, Christus ist mir konkurrenzlos wichtig. Ich plane meine Zeit nach seinen Regeln. Ich plane mein Leben nach seinen Weisungen. Ich lasse mich leiten von der beständigen Frage: Was würde Jesus dazu sagen? Ich suche seinen Willen. Und: Ich folge seinen Wegweisungen auch wenn sie mich auf schwere Wege schicken. Ich halte am Vertrauen auf ihn fest, auch wenn mich das Leben durchschüttelt. Nicht nur in guten, auch in schweren Tagen.

11 Denn vom Aufgang der Sonne bis zum Niedergang ist mein Name herrlich unter den Heiden, und an allen Orten wird meinem Namen geopfert und ein reines Opfer dargebracht; denn mein Name ist herrlich unter den Heiden, spricht der HERR Zebaoth. 12 Ihr aber entheiligt ihn damit, dass ihr sagt: »Des Herrn Tisch ist unheilig, und sein Opfer ist für nichts zu achten.« 13 Und ihr sprecht: »Siehe, welch eine Mühsal!«, und bringt mich in Zorn, spricht der HERR Zebaoth, denn ihr bringt herzu, was geraubt, lahm und krank ist, und bringt es dar zum Opfer. Sollte mir solches gefallen von eurer Hand?, spricht der HERR. 14 Verflucht sei der Betrüger, der in seiner Herde ein gutes männliches Tier hat und es gelobt, aber dem Herrn ein fehlerhaftes opfert.

 Was für ein Kontrast. Hier der Name Gottes, der weltweit Ehre findet  und da ein lustloser Gottesdienst, der ihm Ehre, Respekt und Anbetung schuldig bleibt. „Das Verhalten der Heiden bildet den Kontrast zu den jetzt wieder direkt angeredeten Priestern, die Jahwes Namen entweihen, ihm gerade nicht die Ehre geben, indem sie seinen Altar herabsetzen.“(H. Graf Reventlow, aaO. S. 142) Es erinnert mich daran, dass es das gar nicht so selten gibt – Gottesdienste, die routiniert heruntergefeiert und heruntergeleiert werden. Dagegen muss doch gelten: „Für Gott ist das Beste gerade gut genug.“ Eine „Exzellenz-Offensive“ das dürfte doch gar nicht nötig sein. Wer sich geliebt weiß, will doch mit gleicher Liebe antworten. So zeigt sich in solch lieblosem Opfer und Gottesdienst die Missachtung der Liebe Gottes und der Liebe zu Gott.

Denn ich bin ein großer König, spricht der HERR Zebaoth, und mein Name ist gefürchtet unter den Heiden.

Schlimmer noch: Unter den Heiden findet Gott die Ehre, die ihm sein Volk schuldig bleibt. Dass im Blick auf das Lob für die Heiden diese scheinheilige Opferpraxis in Israel noch einmal fast wortgleich zu 7-8 wiederholt wird, verschärft die Anklage noch. Damit zieht Israel sich den Zorn Gottes zu. Aber auch wenn sein Volk ihm die Ehre schuldig bleibt, ändert das nichts: Ich bin ein großer König, spricht der HERR Zebaoth. Israel führt sich auf, als sei es ein Heidenvolk, während die Heiden sich verhalten, als seien sie Gottes Volk. Das ist Zukunftsmusik im Blick auf die Heiden und Kritik an der Gegenwart an Israel in einem.

 Mir fällt als eine neutestamentliche Entsprechung Jesu Erzählen vom großen Gastmahl ein. Die Missachtung seiner Einladung beantwortet der Gastgeber mit der Einladung an die Lahmen, Krüppel, die Menschen zweiter Wahl. Aber sein Fest lässt er sich nicht nehmen. Die ihn missachtet haben, schließen sich selbst von der Freude des Festes aus.

Zum Weiterdenken

 Ein reiches Land wie die Bundesrepublik hält sich einiges zugute für sein Spendenaufkommen. Aber sind nicht die Spenden, die auch in der Weihnachtszeit bei großen Galas und Fernseh-Shows reichlich gesammelt werden, in Wahrheit doch nur kärgliche Alibi-Gaben, Freikäufe für das schlechte Gewissen, dass es uns so unverdient gut geht? Während weltweit Not und Elend und Hunger herrschen. Bei zwei Billionen privatem Vermögen sind selbst zehn Millionen Spenden ein Fliegenschiss an der Wand.  Ins aktuelle Verhalten unserer Zeit übersetzt: Wir speisen Gott ab – mit 2.-€ oder 5.-€ in der Kollekte.

Heiliger Gott, hilf mir, dass ich Dich nicht abspeise mit ein bisschen Frömmigkeit mit der Teilnahme an Gottesdiensten und schönen Worten. Gib mir, dass ich Deinen Willen suche und tue, dass mein Handeln Dich ehrt, dass mein Leben Dir gefallen kann, dass ich Deinen Namen nicht missbrauche. Gib mir die richtigen Worte und hilf mir zu tun, was dem Leben dient und dem Glauben an Dich entspringt. Amen