Gottes Liebe ernst nehmen!

Maleachi 1, 1 – 14

 Dies ist die Last, die der HERR ankündigt über Israel durch Maleachi.

             „Ausspruch“ – so könnte man statt Last auch übersetzen. Damit wäre formal „nur“ ausgesagt: Was folgt ist Zitat aus dem Mund Gottes. Die Luther-Übersetzung wählt die andere Möglichkeit: Last. Das macht von vornherein deutlich: Es geht nicht nur um Information, nicht um Ankündigungen von Neuigkeiten oder gar Nettigkeiten. Es gibt etwas zu tragen. Last – die Worte, die für Israel gesagt werden, muten ihm auch einiges zu. Sie sind auch dem Boten – Maleachi – Last.

Wer ist Maleachi? Kurz gesagt: wir wissen nichts über ihn. Nicht einmal das ist sicher, ob Maleachi ein Eigenname ist oder ob es sich so verhält: „Das hebräische malʼaki bedeutet – wenn es kein Eigenname ist – tatsächlich mein Bote.“ (G. Maier, Der Prophet Maleachi, Wuppertaler Studienbibel, Wuppertal 1985, S. 97) So wenig sicher der Name feststellbar ist, so wenig auch die Lebensumstände. Familie, Ort, Berufung – alles bleibt im Dunkel. Es ist wahrscheinlich, dass der Schreiber ein Schriftgelehrter ist, unsicher, ob er deshalb auch Priester sein muss. Meistens setzt man die Zeit seines Wirkens in den Jahren zwischen 480 und 450 vor Christus an – etwa zeitgleich oder leicht vor Esra und Nehemia. Aber nichts davon ist sicher. So ist das Urteil nicht weiter verwunderlich: „Überhaupt ist festzustellen, dass dieses Jahrhundert wegen des Mangels an Quellen eines der dunkelsten in der Geschichte Israels ist.“ (H. Graf Reventlow, Die Propheten Haggai, Sacharja, Maleachi, ATD 25,2; Göttingen 1993, s. 131)Wir wüssten gerne mehr und müssen uns mit dem wenigen bescheiden, was so ein Buch uns wissen lässt. „Gottes Liebe ernst nehmen!“ weiterlesen