Was für eine Strategie!

Josua 6, 1 – 10

 1 Jericho aber war verschlossen und verwahrt vor den Israeliten, sodass niemand heraus- oder hineinkommen konnte.

Der Blick wird zuerst auf Jericho gelenkt. Eine Stadt mit unübersteigbar hohen Mauern. Eine verschlossene, wohl befestigte Stadt. Was für eine Herausforderung für jedes Heer, das in diese Stadt will. Erst recht für dieses Volk, das aus der Wüste kommt. Keinerlei Erfahrungen hat im Kampf gegen so eine befestigte Siedlung.

2 Aber der HERR sprach zu Josua: Sieh, ich habe Jericho samt seinem König und seinen Kriegsleuten in deine Hand gegeben. 3 Lass alle Kriegsmänner rings um die Stadt herumgehen “einmal” und tu so sechs Tage lang. 4 Und lass sieben Priester sieben Posaunen tragen vor der Lade her, und am siebenten Tage zieht siebenmal um die Stadt und lass die Priester die Posaunen blasen. 5 Und wenn man die Posaune bläst und es lange tönt, so soll das ganze Kriegsvolk ein großes Kriegsgeschrei erheben, wenn ihr den Schall der Posaune hört. Dann wird die Stadtmauer einfallen und das Kriegsvolk soll hinaufsteigen, ein jeder stracks vor sich hin.

Es ist müßig, über Schallwellen nachzudenken, die erzeugt werden und die so die Mauern zum Einsturz bringen könnten. Eine feste Stadt soll erobert werden durch den Vorbeimarsch der Truppen an der Stadtmauer und das Blasen der Posaunen. Sieben Priester mit sieben Posaunen am siebten Tag.  Sie sollen das Schofar blasen – keine Posaunen in unserem Sinn, kein militärisches Instrument. Sondern eines, das im Gottesdienst seinen Platz hat. Was für eine Strategie! Setzt der HERR auf Irritation oder auf Erschrecken der Feinde?

 Es ist einfach eine Frage des Gehorsams: Glaubt Josua, was der HERR ihm sagt: Sieh, ich habe Jericho samt seinem König und seinen Kriegsleuten in deine Hand gegeben. Vertraut Josua dem Wort des HERRN, diesem nachfolgenden Umzugs-Befehl, der jeder vernünftigen Strategie widerspricht? Aber es geht im Wahrheit auch gar nicht um Eroberung, sondern um Entgegennehmen – nehmen, was Gott gegeben hat.

 6 Da rief Josua, der Sohn Nuns, die Priester und sprach zu ihnen: Bringt die Bundeslade und sieben Priester sollen sieben Posaunen tragen vor der Lade des HERRN. 7 Zum Volk aber sprach er: Geht hin und zieht um die Stadt; und die Kriegsleute sollen vor der Lade des HERRN hergehen. 8 Als Josua das dem Volk gesagt hatte, trugen die sieben Priester sieben Posaunen vor der Lade des HERRN her und gingen und bliesen die Posaunen, und die Lade des Bundes des HERRN folgte ihnen nach. 9 Und die Kriegsleute gingen vor den Priestern her, die die Posaunen bliesen, und das übrige Volk folgte der Lade nach und man blies immerfort die Posaunen. 10 Josua aber gebot dem Kriegsvolk und sprach: Ihr sollt kein Kriegsgeschrei erheben noch eure Stimmen hören lassen, noch soll ein Wort aus eurem Munde gehen bis auf den Tag, an dem ich zu euch sage: »Macht ein Kriegsgeschrei!« Dann sollt ihr das Kriegsgeschrei erheben.

Wieder entsteht das Bild einer gottesdienstlichen Prozession vor den Augen der Lesenden. Vor der Lade, auch sie wird wieder getragen, zieht das Kriegsvolk her, gefolgt von den Posaunen-Priestern. Josua gibt den Befehl, den er selbst empfangen hat, an das Volk und die Priester weiter. Keine Silbe, die von Staunen redet, von Irritation, von Fragen. Kein Kopfschütteln. Nur ein stillschweigender Gehorsam.

Ein wenig erinnert mich das an den Gehorsams Noahs, der auf trockenem Boden die Arche bauen soll. Da wird die große Flut angekündigt und Noah soll sich rüsten. Weit und breit nichts von der Flut zu sehen, kein Wasser. Ein Befehl, der sich seltsam ausnimmt und der von Noah doch geradezu verrücktes Tun verlangt. „Und Noah tat alles, was ihm Gott gebot.“ (1. Mose 6,22) Ist das die Konsequenz des Glaubens: Tun, was eine Stimme aus dem Himmel – wie ist das vorzustellen – sagt? Egal, wie seltsam es sich anfühlt?

Es ist reizvoll, die Perspektive einmal zu wechseln: Was sehen die Leute aus Jericho von ihrer Stadtmauer? Einen Umzug – und je nach Sichtweise kommt er ihnen lächerlich vor, durchgeknallt, hilflos. Nur vielleicht auch ein wenig unheimlich. Denn diese Prozession übt sich im Schweigen. Stille. Lastende Stille. Mit Augen von Heute gesehen mehr Karnevalsumzug als militärische Aktion. Seltsam.

Zum Weiterdenken

   Es ist mit Händen zu greifen: Biblische Geschichten werden nicht dazu erzählt, damit wir sie immer und überall nachmachen. Sie werden als einmalige Geschichten erzählt, die herausfordern, aber nicht das Opfer des Verstandes von uns verlangen. Das Vertrauen auf Gott stärken – ja. Aber nicht einfach ohne Ansehen der Person und Situation: So müsst ihr es auch machen. Ich muss mir kein Schofar kaufen! Das Nachdenken über die Schritte des Glaubens, die von mir getan werden müssen, wird mir durch die Erzählung nicht abgenommen.

 Das kenne ich, mein Gott. Eine große Aufgabe flößt mir Furcht ein. Werde ich ihr gewachsen sein? Das kenne ich. Ich muss Kräfte sammeln, nach einem Weg suchen, frei werden. 

Manchmal ist der Umweg der kürzeste Weg zum Ziel. Manchmal ist das Verrückte die einzige Möglichkeit. Eine Regel kann ich nicht daraus machen. Und Du, mein Gott, machst auch keine Regel daraus-  

 Aber Du gehst oft Wege mit uns, die wir nicht verstehen und die doch nur eines suchen – unser Vertrauen auf Dich. Amen

Stop

 Josua 5, 13 – 15

 13 Und es begab sich, als Josua bei Jericho war, dass er seine Augen aufhob und gewahr wurde, dass ein Mann ihm gegenüberstand und ein bloßes Schwert in seiner Hand hatte.

Das alles ist nur Vorgeschichte der Vorgeschichte. Jetzt führt die Erzählung weiter, vor Jericho. Josua sieht die Stadt.Es wird wohl so sein: er macht sich Gedanken: wie soll das gehen -diese Stadt einnehmen mit meinen Leuten. mit einem Haufen Halbnomaden aus der Wüste?

Es sind Gedanken, die quälen können. Aber der Blick Josuas wird umgelenkt. Abgelenkt von den eigenen Sorgen, möglichen Plänen. Er sieht einen Mann mit einem blanken Schwert. Was hat das zu bedeuten?

Und Josua ging zu ihm und sprach zu ihm: Gehörst du zu uns oder zu unsern Feinden? 14 Er sprach: Nein, sondern ich bin der Fürst über das Heer des HERRN und bin jetzt gekommen.

Es ist ein seltsamer Satz: Josua ging zu ihm. Steht dieser Mann also in Raum und Zeit? Er ist keine visionäre Erscheinung, sondern einer, zu dem man hingehen kann.  Josua fragt, weil er Klarheit gewinnen will und auch gewinnen mus: Gehörst du zu uns oder zu unsern Feinden? Auf welcher Seite stehst Du? Und erhält keine Auskunft! Stattdessen erfährt er: Ich bin der Fürst über das Heer des HERRN.  Ein Engel.

Da fiel Josua auf sein Angesicht zur Erde nieder, betete an und sprach zu ihm: Was sagt mein Herr seinem Knecht? 15 Und der Fürst über das Heer des HERRN sprach zu Josua: Zieh deine Schuhe von deinen Füßen; denn die Stätte, darauf du stehst, ist heilig. Und so tat Josua.

Ein Akt der Anbetung. Weil im Fürst über das Heer des HERRN der Herr selbst repräsentiert ist? Es ist nicht außergewöhnlich in den Schriften Israels: Wer vor inen der RepräsentantenGottes gerät, der fällt nieder. In der ehre, die er dem Engel erweist, ehrt er den HERRN, Gott.

 Was dann geschieht, was der Engel sagt, stellt Josua neben Mose: Zieh deine Schuhe von deinen Füßen; denn die Stätte, darauf du stehst, ist heilig. Es sind die Worte aus der Begegnung Mose’s mit dem Herrn im brennenden Dornbusch (2. Mose 3,5) Mehr braucht es nicht. Dass der Fürst über das Heer des HERRN keine Auskunft gibt über warum oder wozu seines Kommens, mag befremden. Er bringt keine Botschaft. Ob da alte Worte ausgefallen sind? Beistandszusagen? Ich weiß es nicht. Aber es genügt Josua, dass er da ist. Das ist die Botschaft: Er ist da.

Alles, was geschehen wird, steht von nun an unter diesem Vorzeichen der Gottesgegenwart. Mehr braucht es nicht.

 Zum Weiterdenken

Wir erleben vielfach Übergänge                                                                                     c      von der Schule in die Lehre, oder auf die Universität                                                   von der Uni ins Berufsleben                                                                                                aus der Jugend ins Erwachsen sein                                                                                  aus dem Alleinleben in eine Beziehung                                                                          aus der Beziehung in das Alleinleben                                                                             aus dem Stand als Ehepaar in den Elternzustand                                                    aus der Eltern-Situation in die Zeit mit/ohne Kinder

Oft versuchen wir, solche Zeiten des Übergangs zu verkürzen. Oder gsr sie einfach zu überspringen.

Die Wahrheit ist aber: Damit Übergänge gelingen, braucht es Angewöhnung, Eingewöhnung.   Übergänge gehen besser, wenn wir uns die Zeit der „Leere“ zwischen zwei Zuständen wirklich gönnen. Es braucht diese Zeit des Loslassens und der Leere. Die Wüstenzeiten Israels und Jesu Aufenthalt in der Wüste sind solche notwendigen Zwischenzeiten der Leere

Unsere Gefahr heute ist: Wir überspringen die Zwischenzeiten. Das Neue soll immer nahtlos da sein und den Schmerz über das Alte überbrücken. Es macht mich nachdenklich: Die Begegnung mit dem Engel-Fürst verhindert das Loslaufen Josuas. Er muss innehehalten

Mein Gott, es geht nicht unaufhörlich vorwärts. Es geht nicht Schlag auf Schlag. Manchmal sind Pausen, weil wir verwundet sind, neue Kräfte sammeln müssen, Orientierung brauchen.

 Manchmal braucht es die Pausen, das Innehalten, damit wir gewahr werden: Du bist da. Wir sind in Deiner Gegenwart. Du lenkst unseren Blick weg von den Aufgaben, Herausforderungen – hin auf Dich. Amen

 

Wer auf Gott vertraut

Josua 4,1 – 5,1

1 Als nun das Volk ganz über den Jordan gegangen war, sprach der HERR zu Josua: 2 Nehmt euch aus dem Volk zwölf Männer, aus jedem Stamm einen, 3 und gebietet ihnen: Hebt mitten aus dem Jordan zwölf Steine auf von der Stelle, wo die Füße der Priester stillstehen, und bringt sie mit euch hinüber und legt sie in dem Lager nieder, wo ihr diese Nacht bleiben werdet.

Sie sind alle beteiligt an dem Übergang über den Jordan, alle zwölf Stämme. Der Durchzug ist nicht nur die Sache einer Elite-Truppe. Und sie werden alle daran beteiligt, ein Erinnerungsmal für diesen Übergang zu errichten. Dieses Mal wird errichtet werden aus den Jordan-Steinen, genommen von der Stelle, wo die Füße der Priester still gestanden haben. Es mag eine Erinnerung an den Ruhepunkt mitten in der Gefahr sein. Es ist ein Zeichen tiefer Menschenkenntnis: Erinnern braucht Haftpunkte – darum dieses Steinmal.

4 Da rief Josua die zwölf Männer, die er bestellt hatte aus Israel, aus jedem Stamm einen, 5 und sprach zu ihnen: Geht hinüber vor der Lade des HERRN, eures Gottes, mitten in den Jordan und ein jeder hebe einen Stein auf seine Schulter, nach der Zahl der Stämme Israels, 6 damit sie ein Zeichen seien unter euch. Wenn eure Kinder später einmal fragen: Was bedeuten euch diese Steine?, 7 so sollt ihr ihnen sagen: Weil das Wasser des Jordans weggeflossen ist vor der Lade des Bundes des HERRN, als sie durch den Jordan ging, sollen diese Steine für Israel ein ewiges Andenken sein.

             Eigentlich gehört diese Anweisung Josuas im Erzählzusammenhang weiter nach vorne, in den Bericht über den Übergang. Hier wirkt es wie ein Nachtrag. Aber es geht wohl mehr um die Deutung. Ein Zeichen sollen die Steine sein.

Mir fällt die Ähnlichkeit auf zur Anweisung auf, die im Zusammenhang der Gebote überliefert ist: „Wenn dich nun dein Sohn morgen fragen wird: Was sind das für Vermahnungen, Gebote und Rechte, die euch der HERR, unser Gott, geboten hat?, so sollst du deinem Sohn sagen:“ (5. Mose 6,20-21) Es geht um Zeugnisse für die Taten Gottes, die weitergegeben werden sollen. Die Einweisung in die Gebote ist das Eine, das Erzählen von den Taten Gottes das Andere. Zusammen dient beides der Weitergabe des Glaubens. Es braucht, so weiß der biblische Erzähler ein Langzeitgedächtnis, weil wir Menschen die Gut-Taten Gottes so leicht vergessen. „Wer auf Gott vertraut“ weiterlesen

Über den Jordan

Josua 3, 1 – 17

 Und Josua machte sich früh auf und sie zogen aus Schittim und kamen an den Jordan, er und alle Israeliten, und blieben dort über Nacht, ehe sie hinüberzogen.

 Also bricht Josua mit den Israeliten, gemeint sind diesmal nur die Männer, auf. Gilt es doch, das Land einzunehmen. Am Jordan wird noch einmal kurz, über Nacht, angehalten, um an nächsten Tag hinüber zu ziehen. Zum ersten Mal taucht dieses Wort âbar auf, das dem ganzen Abschnitt seinen Stempel aufdrücken wird. Es geht um hinüberziehen, hindurchgehen, durch das Israel das Land nimmt, das Gott ihm gibt.

2 Nach drei Tagen aber gingen die Amtleute durchs Lager 3 und geboten dem Volk: Wenn ihr die Lade des Bundes des HERRN, eures Gottes, seht und wie die Priester aus dem Stamm Levi sie tragen, so brecht auf von eurem Ort und folgt ihr nach; 4 doch dass zwischen euch und ihr ein Abstand sei von ungefähr zweitausend Ellen! Ihr sollt ihr nicht zu nahe kommen. Aber ihr müsst ja wissen, auf welchem Wege ihr gehen sollt; denn ihr seid den Weg bisher noch nicht gegangen. 5 Und Josua sprach zum Volk: Heiligt euch, denn morgen wird der HERR Wunder unter euch tun. 6 Und zu den Priestern sprach er: Hebt die Bundeslade auf und geht vor dem Volk her! Da hoben sie die Bundeslade auf und gingen vor dem Volk her.

Der Aufbruch, der angeordnet wird, wirkt nicht wie der Aufbruch zu einer Eroberung. Er gleicht eher der Anordnung einer Prozession. Und das Volk soll sich heiligen, wie zu einem Gottesdienst! Dazu passt die Mahnung zum Abstand von der Lade des Bundes. Es ist ihrer Heiligkeit geschuldet, weil es gefährlich ist, ihr nahe zu kommen.

Es kommt die Erinnerung an früher Erzähltes: „Als nun der HERR herniedergekommen war auf den Berg Sinai, oben auf seinen Gipfel, berief er Mose hinauf auf den Gipfel des Berges und Mose stieg hinauf. Da sprach der HERR zu ihm: Steig hinab und verwarne das Volk, dass sie nicht durchbrechen zum HERRN, ihn zu sehen, und viele von ihnen fallen. Auch die Priester, die sonst zum HERRN nahen dürfen, sollen sich heiligen, dass sie der HERR nicht zerschmettere.“ (2. Mose 19, 20-22) Es ist gefährlich, der Wirklichkeit Gottes nahe zu kommen. Gott ist nicht harmlos. „Über den Jordan“ weiterlesen

Verborgen

Josua 2, 1 – 24

 1 Josua aber, der Sohn Nuns, sandte von Schittim zwei Männer heimlich als Kundschafter aus und sagte ihnen: Geht hin, seht das Land an, auch Jericho.

 Alltag des Heer-Führers Josua. Er sendet Kundschafter. Sie sollen sich ein Bild von dem Land und Stadt Jericho machen. Überflüssig, weil Gott doch zugesagt hat, dass er das Land gibt? Aber zum Ineinander von göttlicher Zusagen und menschlichen Empfangen gehört auch das vernünftige Handeln. Das wird durch die Verheißungen Gottes nicht überflüssig.

Heimlich sendet Josua die Kundschafter. Wohl nicht nur, um dem Feind die eigenen Absichten zu verbergen. Eher noch, um die eigenen Leute nicht zusätzlich zu ängstigen. Aller Verheißung zum Trotz – angstfrei geht das Volk diesen Weg der Landnahme nicht.

 Die gingen hin und kamen in das Haus einer Hure, die hieß Rahab, und kehrten dort ein.

Die Beiden gehen und kehren in das Haus einer Hure ein, die hieß Rahab. Einkehren hat auch einen sexuellen Beiklang, ohne dass das hier irgendwie vertieft wird. Wer häufiger Spione-Romane liest, weiß, dass solche Häuser gerne aufgesucht werden, sind sie doch Orte, an denen viele Informationen abzugreifen sind

2 Da wurde dem König von Jericho angesagt: Siehe, es sind in dieser Nacht Männer von Israel hereingekommen, um das Land zu erkunden. 3 Da sandte der König von Jericho zu Rahab und ließ ihr sagen: Gib die Männer heraus, die zu dir in dein Haus gekommen sind; denn sie sind gekommen, um das ganze Land zu erkunden. 4 Aber die Frau verbarg die beiden Männer und sprach: Ja, es sind Männer zu mir hereingekommen, aber ich wusste nicht, woher sie waren. 5 Und als man die Stadttore zuschließen wollte, als es finster wurde, gingen sie hinaus, und ich weiß nicht, wo sie hingegangen sind. Jagt ihnen eilends nach, dann werdet ihr sie ergreifen. 6 Sie aber hatte sie auf das Dach steigen lassen und unter den Flachsstängeln versteckt, die sie auf dem Dach ausgebreitet hatte.

 Der König von Jericho – ein großer Titel für einen Stadtherren! – erfährt von den beiden, die so unauffällig also nicht sind. Er weiß um ihre Absicht. Vielleicht vermutet er sie auch nur. Aber Rahab verbirgt die beiden Israeliten und führt die Leute des Königs mit falschen Auskünften in die Irre.

Warum – so fragt der unbefangen Lesende – warum tut Rahab so etwas, das doch für sie gefährlich ist? Über das Motiv der Rahab schweigt der biblische Text. Es könnte auch Widerstand gegen die Obrigkeit sein, oder auch Geschäftssinn, weil sie keine Polizei in ihrem Haus will. „Verborgen“ weiterlesen