Wahrheit, die trägt

Kolosser 1, 1 – 8

Paulus, Apostel Christi Jesu durch den Willen Gottes, und Timotheus, der Bruder, an die Heiligen in Kolossä, die Brüder und Schwestern, die an Christus glauben: Gnade sei mit euch und Friede von Gott, unserm Vater!

Der Brief fängt an, wie Briefe damals anfangen müssen. Die Form diktiert es so: Der Schreiber, Paulus, Apostel Christi Jesu durch den Willen Gottes, stellt sich vor. Damit ist schon fast alles gesagt. Weniger über die Identität als über die Autorität des Schreibers. Hier nimmt einer das Wort, der von Christus Jesus gesandt ist, beauftragt. „In dem hebräischen Wort, dessen griechische Wiedergabe „Apostel“ ist, liegt vor allem der Gedanke der übertragenen Vollmacht. Nicht das Denken und Reden, sondern das vollmächtige Handeln steht im Mittelpunkt des Wortes.“ (W.de Boor, Der Brief des Paulus an die Kolosser, Wuppertaler Studienbibel, Wuppertal 1976, S. 159)

Paulus schreibt seinen Brief nicht allein, nicht im Alleingang. Da ist ein Ko-Autor, Timotheus, der Bruder, von dem manche Exegeten denken, dass er der Schreiber sein könnte, selbstständig, aber doch im Namen und Auftrag des Apostels. „Als Bruder“ ist er den Empfängern gleichgestellt.“(E. Schweizer, Der Brief an die Kolosser, EKK, Neukirchen 1976, S. 32) Viele, wenn nicht die meisten Exegeten halten den Schreiber des Kolosserbriefs für einen Paulus-Schüler, einen Christen der zweiten Generation. Ob das stimmt, weiß ich nicht. Es erscheint mir ein bisschen fragwürdig. Es macht hier und da einen Unterschied. Aber es ändert ja nichts an der Autorität der Worte. „Wahrheit, die trägt“ weiterlesen