Gott kann und wird retten.

  1. Könige 19, 1 – 19

 1 Als der König Hiskia das hörte, zerriss er seine Kleider und legte den Sack an und ging in das Haus des HERRN. 2 Und er sandte den Hofmeister Eljakim und den Schreiber Schebna samt den Ältesten der Priester, mit dem Sack angetan, zu dem Propheten Jesaja, dem Sohn des Amoz. 3 Und sie sprachen zu ihm: So sagt Hiskia: Das ist ein Tag der Not, der Strafe und der Schmach – wie wenn Kinder eben geboren werden sollen, aber die Kraft fehlt, sie zu gebären. 4 Vielleicht hört der HERR, dein Gott, alle Worte des Rabschake, den sein Herr, der König von Assyrien, gesandt hat, um Hohn zu sprechen dem lebendigen Gott, und straft die Worte, die der HERR, dein Gott, gehört hat. So erhebe dein Gebet für die Übriggebliebenen, die noch vorhanden sind.

 Es scheint, die Hofbeamten mit ihrer Resignation sind ansteckend. Auch Hiskia zerriss er seine Kleider und legte den Sack an und ging in das Haus des HERRN. Immerhin – er geht in den Tempel und er sendet zu Jesaja. Mit einer Botschaft, die zwischen Anerkennung der Realität und Hoffnung schwankt.  Die Realität: ein Tag der Not, der Strafe und der Schmach. Da gibt es kein Deuteln. Aber die Hoffnung Hiskias: Dass Gott gehört hat, alle Worte des Rabschake, den sein Herr, der König von Assyrien, gesandt hat, um Hohn zu sprechen dem lebendigen Gott. Es ist wie eine Erinnerung an die alte Zeit – an David und Goliat. „David aber sprach zu dem Philister: Du kommst zu mir mit Schwert, Spieß und Sichelschwert, ich aber komme zu dir im Namen des HERRN Zebaoth, des Gottes der Schlachtreihen Israels, die du verhöhnt hast…. damit alle Welt innewerde, dass Israel einen Gott hat, und damit diese ganze Gemeinde innewerde, dass der HERR nicht durch Schwert oder Spieß hilft; denn der Krieg ist des HERRN, und er wird euch in unsere Hand geben.“ (1. Samuel 17, 45+47) Es ist die Aufgabe eines Propheten in Israel – Fürbitte einzulegen für das Volk, auch durch sein Erinnern Gottes an die alten Zeiten.

 5 Und als die Großen des Königs Hiskia zu Jesaja kamen, 6 sprach Jesaja zu ihnen: So sagt eurem Herrn: So spricht der HERR: Fürchte dich nicht vor den Worten, die du gehört hast, mit denen mich die Knechte des Königs von Assyrien gelästert haben. 7 Siehe, ich gebe in ihn einen Geist, dass er ein Gerücht hören und in sein Land zurückziehen wird, und will ihn durchs Schwert fällen in seinem Lande.

 Jesaja ist schon informiert und hat eine Botschaft. Einen Gottesspruch: Keine Furcht vor diesen Worten. Gott wird ihn zum Abzug bringen. Durch Gerüchte. Und: das Ende des Sanherib ist schon in Sicht. Wenigstens bei Gott. Gott nimmt die Worte des Rabschake persönlich. Er hat mich gelästert.

  8 Und als der Rabschake zurückkam, fand er den König von Assyrien gegen Libna kämpfen, denn er hatte gehört, dass er von Lachisch abgezogen war. 9 Der König von Assyrien hatte nämlich gehört über Tirhaka, den König von Kusch: Siehe, er ist ausgezogen, mit dir zu kämpfen. Da sandte er abermals Boten zu Hiskia und ließ ihm sagen: 10 So sprecht zu Hiskia, dem König von Juda: Lass dich von deinem Gott nicht betrügen, auf den du dich verlässt und sprichst: Jerusalem wird nicht in die Hand des Königs von Assyrien gegeben werden. 11 Siehe, du hast gehört, was die Könige von Assyrien allen Ländern getan haben, dass sie den Bann an ihnen vollstreckten, und du allein solltest errettet werden? 12 Haben denn die Götter der Völker die Länder errettet, die von meinen Vätern vernichtet wurden: Gosan, Haran, Rezef und die Leute von Eden, die zu Telassar waren? 13 Wo ist der König von Hamat, der König von Arpad und der König der Stadt Sefarwajim, von Hena und Awa?

 Es kommt, wie Jesaja es angesagt hat. Der Assyrer-König muss sich anderen Schauplätzen zuwenden. Aber so viel Zeit muss noch sein, dass er die Botschaft wiederholen lässt: Macht euch keine falschen Hoffnungen. So wie die Götter der Völker Assur nicht aufhalten konnten, so wird es auch der Gott Israels nicht vermögen. Es ist ein Frontalangriff auf Gott:  Lass dich von deinem Gott nicht betrügen, auf den du dich verlässt. Gott als Betrüger, als trügerische Hoffnung? In den Augen des Sanherib scheint es zu gelten: Gott ist auch nur so ein Göttlein, sogar eines ohne jede überzeugende Gestalt.

 14 Als Hiskia den Brief von den Boten empfangen und gelesen hatte, ging er hinauf zum Hause des HERRN und breitete ihn aus vor dem HERRN. 15 Und Hiskia betete vor dem HERRN und sprach: HERR, Gott Israels, der du über den Cherubim thronst, du bist allein Gott über alle Königreiche auf Erden, du hast Himmel und Erde gemacht. 16 HERR, neige deine Ohren und höre; HERR, tu deine Augen auf und sieh und höre die Worte Sanheribs, der hergesandt hat, um dem lebendigen Gott Hohn zu sprechen. 17 Es ist wahr, HERR, die Könige von Assyrien haben die Völker umgebracht und ihre Länder verwüstet 18 und haben ihre Götter ins Feuer geworfen, denn es waren nicht Götter, sondern Werk von Menschenhänden, Holz und Stein; darum haben sie sie vertilgt. 19 Nun aber, HERR, unser Gott, errette uns aus seiner Hand, damit alle Königreiche auf Erden erkennen, dass du, HERR, allein Gott bist.

 Hiskia erhält diese Antwort und trägt sie – weil es ein Brief ist – hinauf in den Tempel. Um Gott zu informieren. Er  beginnt mit einem Lobpreis Gottes, mit einer Anbetung. Mit dem dass er sich selbst in Erinnerung ruft: Gott allein ist Gott. Schöpfer des Himmels und der Erde, Herr über alle Völker. Un er ruft sich in Erinnerung: Es ist ja wahr, die Götter der Völker sind Nichtse, Werk von Menschenhänden, Holz und Stein.  Darum konnten sie nicht helfen. So aber bist du, HERR, unser Gott nicht. Daran hält Hiskia fest: Gott kann und wird retten.

Zum Weiterdenken

            Es ist ein bisschen wie damals, als Samuel sich aufregt, dass die Israeliten einen König haben wollen. Da stellt Gott auch klar: Dieser Wunsch geht nicht gegen Samuel – er geht gegen mich und mein Gottsein. So auch hier:  In Wahrheit ist Gott der Adressat aller Sprüche des Rabschake im Auftrag Sanheribs. Im Neuen Testament wird sich das so aus dem Mund Jesu anhören: Wer euch hört, der hört mich; und wer euch verachtet, der verachtet mich; wer aber mich verachtet, der verachtet den, der mich gesandt hat.“ (Lukas 10,16) Und im Brief: „Wer das nun verachtet, der verachtet nicht Menschen, sondern Gott, der seinen Heiligen Geist in euch gibt.“ (1. Thessalonicher 4,8) Es ist die Identifikation Gottes mit seinen Leuten, die es so gefährlich macht, seine Leute so anzugehen.

 

Wie gut, mein Gott, dass Du Dich zu uns stellst. Dich vor uns stellst. Wie gut, dass Du nicht vor der Macht der Mächtigen zurückweichst. Dein Wille zu retten, zu bewahren, hängt nicht daran, dass er Zustimmung findet. Er hängt allen daran, dass es Deine Art ist, sich zu erbarmen über die, die in Not sind. Sieh Du unsere Armut an – die äußerliche und die innerliche und nimm Du Dich unser an. Amen