In Geschichte bewandert – und doch blind

Apostelgeschichte 7, 1 – 29

 1 Da fragte der Hohepriester: Ist das so?  

Es ist die Eröffnung einer Verhandlung, die dem Hohen Rat aufgedrängt worden ist. Er ist ja nicht durch eine Verhaftung selbst aktiv geworden. Eine aufgeregte Menge von Diaspora-Juden hat Stephanus vor den Rat gezerrt. Das mag erklären, weshalb der Hohepriester so zurückhaltend fragt: „Stimmt die Anklage? Was sagst Du dazu, Stephanus?“ So klingt das. Distanziert. Neutral. Überparteilich. Stephanus ist jetzt gefordert sich zu verhalten zu dieser doppelten Anklage, dass er Gott lästert und nicht aufhört, den Tempel in Frage zu stellen.

 2 Er aber sprach: Liebe Brüder und Väter, hört zu. Der Gott der Herrlichkeit erschien unserm Vater Abraham, als er noch in Mesopotamien war, ehe er in Haran wohnte, 3 und sprach zu ihm (1.Mose 12,1): »Geh aus deinem Land und von deiner Verwandtschaft und zieh in das Land, das ich dir zeigen will.« 4 Da ging er aus dem Land der Chaldäer und wohnte in Haran.

Der erste Satz des Stephanus ist der Versuch, eine Brücke zu schlagen. Liebe Brüder und Väter. Wir gehören zusammen, sagt Stephanus – ihr seid mir Brüder und Väter. Ich achte euch. Das alles schwingt in dieser Anrede mit. Und die Bitte hört zu lässt schon ahnen: Es wird länger werden. Keine Ungeduld. Seine Bitte um Zuhörern wehrt schon im Voraus die Zwischenrufe ab: Komm zur Sache: Das steht doch gar nicht zur Debatte.

Es folgt die mit Abstand längste Rede der ganzen Apostelgeschichte. Man hat gemeint beobachten zu können, dass diese Rede irgendwie in der Luft hängt. Sie geht nicht direkt auf die Vorwürfe ein. Sie ist auch keine klassische Verteidigungsrede mit den Worten: „Ich bin unschuldig, weil…“ Sie könnte, so lese ich, überall gehalten worden sein, weil der Bezug zur Gerichts-Situation so völlig fehlt. Vielleicht greift sie auf Material zurück, das es schon lange vor Lukas gibt.

Ich lese anders. Der Gott der Herrlichkeit erschien unserm Vater Abraham. Das ist eben nicht nur ein ehrwürdiges Zitat, das zu Beginn einer Rede gut klingt. Das ist im ersten Satz die Widerlegung der Anklage „Gotteslästerer“. Der hellenistische Jude Stephanus bekennt: Ich glaube doch an den Gott der Herrlichkeit. Ich glaube an den Gott der Väter. Ich sehe seinen Weg mit den Vätern, beginnend mit Abraham. Wie kann mich einer der Gotteslästerung beschuldigen, wenn ich Gott von Anfang an am Werk sehe? Das muss Stephanus nicht fragen. Aber es ist seine „Verteidigung“ – der Gott der Väter, der Herr der Herrlichkeit – ihn sehe ich handeln im Weg unseres Volkes.

 Freilich: Dieser Gott ist nicht ortsgebunden! Auch das sagt Stephanus. Ist ihm ein Erinnerungs-Fehler unterlaufen, wenn er die Segenszusage an Abraham nach Mesopotamien verlegt? Nach den Worten des Stephanus löst diese Gotteserfahrung in Mesopotamien den Weg nach Haran aus – im ursprünglichen Text aber ist diese Gotteserfahrung der Auftakt für den Weg von Haran nach Kanaan.

 Gott, so erzählt Stephanus, setzt Abraham in Bewegung. Das betont er Leuten gegenüber, die auf den Ort fixiert sind und die so dabei sind, aus Gott einen bloßen Lokal-Gott zu machen, der nur im Tempel in Jerusalem wohnen darf.  Der Weg mit Gott geht nur unterwegs. Auch innerlich unterwegs. Wer innerlich sesshaft werden will, versäumt den Weg.

Und als sein Vater gestorben war, brachte Gott ihn von dort herüber in dies Land, in dem ihr nun wohnt, 5 aber er gab ihm kein Eigentum darin, auch nicht einen Fußbreit, und verhieß ihm, er wolle es ihm und seinen Nachkommen zum Besitz geben, obwohl er noch kein Kind hatte. 6 Denn so sprach Gott (1.Mose 15,13-14): »Deine Nachkommen werden Fremdlinge sein in einem fremden Lande, und man wird sie knechten und misshandeln vierhundert Jahre lang. 7 Aber das Volk, dem sie als Knechte dienen müssen, will ich richten«, sprach Gott, »und danach werden sie ausziehen und mir dienen an dieser Stätte.« 8 Und er gab ihm den Bund der Beschneidung. Und so zeugte er Isaak und beschnitt ihn am achten Tage, und Isaak den Jakob, und Jakob die zwölf Erzväter.

 In den folgenden Sätzen bleibt Stephanus beim Thema „Abraham“. Gott führt ihn. Gott sorgt für ihn. Gott gibt ihm seine Verheißungen, die er auch erfüllt. Aber: Abraham bleibt ein Leben lang ein Fremder im Land. Er gab ihm kein Eigentum darin, auch nicht einen Fußbreit. Der Diaspora-Jude Stephanus weiß, wovon er redet. In Griechenland ist er der „Jude“, in Jerusalem für die Einheimischen der „Grieche“. Stephanus sieht sein Leben im Leben des Abraham gespiegelt. Auch er ist einer, der im Land, in dem er wohnt, kein Eigentum hat. Er ist ein Wanderer zwischen den Welten.

Mit diesen Hinweisen auf die Fremdlingschaft Abrahams stellt Stephanus in indirekter Weise seine Zuhörer in Frage, zumindest die, die nirgends anders daheim sein wollen als im Gewohnten, als in Jerusalem, als im Tempel. Sie vergessen das Unterwegs-sein, das zum Glauben gehört, ja, ihn ausmacht.

In diesen Sätzen mag schon anklingen – diesmal als eine Botschaft an die Christen: Wenn Gott seinem Volk damals nicht erspart hat, in der Fremde Knechtschaft zu erfahren, Bedrängnis zu erleben – womöglich wird er es ihm auch heute nicht ersparen. Diese so grundsätzlich verstandene Fremdheit führt dann auch zur entsprechenden Anrede. „Petrus, ein Apostel Jesu Christi, an die auserwählten Fremdlinge, die verstreut wohnen in Pontus, Galatien, Kappadozien, der Provinz Asien und Bithynien.“(1.Petrus 1,1) Es ist das Wesen Gottes, dass seine Wege nicht an der Bedrängnis vorbei führen, sondern durch sie hindurch.

 9 Und die Erzväter beneideten Josef und verkauften ihn nach Ägypten. Aber Gott war mit ihm 10 und errettete ihn aus aller seiner Bedrängnis und gab ihm Gnade und Weisheit vor dem Pharao, dem König von Ägypten; der setzte ihn zum Regenten über Ägypten und über sein ganzes Haus. 11 Es kam aber eine Hungersnot über ganz Ägypten und Kanaan und eine große Bedrängnis, und unsre Väter fanden keine Nahrung.

  Die Erzählung des Stephanus geht weiter. Seine Zuhörer hören das nicht zum ersten Mal. Sie hören es wohl immer wieder gerne, wird doch vom Weg Gottes mit seinen Leuten erzählt. Aber das Erzählen vom Weg Gottes bei Stephanus lässt nicht aus, dass auch Licht auf die Menschen fällt. Die Erzväter beneideten Josef. Nennt damit Stephanus nur das Motiv der Brüder des Josef? Oder ist es auch ein Hinweis auf das Motiv, das er bei seinen Anklägern sieht? Dass sie der Gemeinde, die sich zu Jesus bekennt, ihren Zulauf neiden? Jedenfalls: Teil der Geschichte Gottes zu sein macht nicht immun gegen allzu menschliche Gefühle.

Gott allerdings nimmt  diese Neid-Aktion für seinen Weg in Anspruch. Er errettet Josef und bereitet mit seiner Errettung die Rettung der Brüder vor. Dass Josef mit Gnade und Weisheit begabt wird, dass er eine Machtposition in Ägypten gewinnt, das alles ist kein Selbstzweck zur persönlichen Glückserfüllung des Josef oder zur Bestätigung seiner Fähigkeiten. Es ist Vorbereitung dessen, dass Jakob und seine Söhne gerettet werden in der Hungersnot und großen Bedrängnis.

12 Jakob aber hörte, dass es in Ägypten Getreide gäbe, und sandte unsre Väter aus zum ersten Mal. 13 Und beim zweiten Mal gab sich Josef seinen Brüdern zu erkennen; so wurde dem Pharao Josefs Herkunft bekannt.

Es ist nicht ohne Ironie – durchsichtig auf Christus hin: Der Verworfene wird zum Retter derer, die ihn verworfen haben. Die Brüder erkennen ihren Bruder, weil er sich zu erkennen gibt. Und unausgesprochen steht die Frage im Raum: Warum erkennt ihr – heute in Jerusalem – nicht den, der sich zu erkennen gegeben hat als der Christus Gottes, den Gott in seiner Auferstehung zu erkennen gegeben hat als seinen Sohn?  Es könnte also sein – so übertrage ich – dass wir Seite an Seite mit einem leben, der Teil der Segensgeschichte Gottes ist und wir haben keine Ahnung davon.

  14 Josef aber sandte aus und ließ seinen Vater Jakob holen und seine ganze Verwandtschaft, fünfundsiebzig Menschen. 15 Und Jakob zog hinab nach Ägypten und starb, er und unsre Väter; 16 und sie wurden nach Sichem herübergebracht und in das Grab gelegt, das Abraham für Geld gekauft hatte von den Söhnen Hamors in Sichem.

Weil der Sohn Josef den Wunsch des Vaters erfüllt, kommt Jakob im Land der Väter an. Zum Begräbnis „in der Höhle auf dem Feld von Machpela“(1. Mose 50,13). Bis dahin war er fremd, unterwegs. Fremd in Palästina, fremd in Ägypten. Aber geborgen in der Hand Gottes. Ist das nur frommer Schmus oder ist es das, worauf es in Wahrheit ankommt? Dass einer in der Fremde doch um sein geborgen Sein weiß – und selbst, wenn er nichts mehr davon weiß, dass der bergende Gott ihn unendlich sanft in seinen Händen hält.

17 Als nun die Zeit der Verheißung sich nahte, die Gott dem Abraham zugesagt hatte, wuchs das Volk und mehrte sich in Ägypten, 18 bis ein andrer König über Ägypten aufkam, der nichts wusste von Josef. 19 Dieser ging mit Hinterlist vor gegen unser Volk und misshandelte unsre Väter und ließ ihre kleinen Kinder aussetzen, damit sie nicht am Leben blieben.

Gott behält seinen Plan im Auge. Er ist der Herr der Zeiten. Als nun die Zeit der Verheißung sich nahte, die Gott dem Abraham zugesagt hatte… Stephanus wechselt von der Geschichte Gottes mit Abraham und den Erzvätern zur Geschichte des Volkes. Das Volk in der Fremde gerät in Bedrängnis. Es ist der fremde König, der Pharao, der sie bedrückt, der nichts wusste von Josef. Der Pharao hat keinen Blick für die verborgene Geschichte Gottes, der in Israel sein Volk hat. Und wieder stellt sich wie von selbst die Frage an die Zuhörer des Stephanus: Seid ihr genau so blind für Gottes Geschichte wie der Pharao damals?

  20 Zu der Zeit wurde Mose geboren und er war ein schönes Kind vor Gott und wurde drei Monate ernährt im Hause seines Vaters. 21 Als er aber ausgesetzt wurde, nahm ihn die Tochter des Pharao auf und zog ihn auf als ihren Sohn. 22 Und Mose wurde in aller Weisheit der Ägypter gelehrt und war mächtig in Worten und Werken.

Jetzt lenkt der Redner Stephanus den Blick auf die große Gestalt Israels, auf Mose. Mose wird bewahrt. Weil er ein schönes Kind vor Gott war? Geht es hier um Ästhetik, um Schönheit – aber es sind doch alle Kinder schön, solange sie klein sind! Vielleicht deutet das schlicht an: Gott hatte Wohlgefallen an Mose – längst bevor der irgendetwas geleistet hatte. Mit einem Einzelnen, einem Kind, fängt die Rettungsgeschichte Gottes an. Mit einem Kind, das in einem fremden „Vaterhaus“ aufwächst. Mose gilt als Sohn der Pharao-Tochter, so wie Jesus für den Sohn des Josef gehalten wurde. Lese ich zu viel, wenn ich das mitlese? Mose bleibt kein Kind. Er hat alle Voraussetzung zu einem glanzvollen Leben, unterwiesen in aller Weisheit der Ägypter. Er wird zum Mann, mächtig in Worten und Werken. Der geborene Volksführer.

Vielleicht gibt es noch einen anderen Weg zu verstehen. Stephanus selbst wird dargestellt als einer, der Wunder und große Zeichen unter dem Volk wirkt. Auch als einer, der so wortgewaltig ist, dass es kein Widerstehen gibt. Ist das nur eine zufällige Parallele zu dem großen Führer Israels? Oder ist es nicht vielleicht doch so: auch Stephanus ist einer, der seine Brüder auf den Weg der Freiheit rufen möchte. Aber ihm droht, wie sich bald zeigen wird, das gleiche Schicksal wie Mose. Die Ablehnung der Brüder.

23 Als er aber vierzig Jahre alt wurde, gedachte er, nach seinen Brüdern, den Israeliten, zu sehen. 24 Und sah einen Unrecht leiden; da stand er ihm bei und rächte den, dem Leid geschah, und erschlug den Ägypter. 25 Er meinte aber, seine Brüder sollten’s verstehen, dass Gott durch seine Hand ihnen Rettung bringe; aber sie verstanden’s nicht. 26 Und am nächsten Tag kam er zu ihnen, als sie miteinander stritten, und ermahnte sie, Frieden zu halten, und sprach: Liebe Männer, ihr seid doch Brüder; warum tut einer dem andern Unrecht? 27 Der aber seinem Nächsten Unrecht getan hatte, stieß ihn von sich und sprach (2.Mose 2,14): »Wer hat dich zum Aufseher und Richter über uns gesetzt? 28 Willst du mich auch töten, wie du gestern den Ägypter getötet hast?« 29 Mose aber floh wegen dieser Rede und lebte als Fremdling im Lande Midian; dort zeugte er zwei Söhne.

Als Mose sein Volk führen will, wird es kompliziert. Stephanus erzählt die Geschichte des Mose als eine Geschichte der Ablehnung durch sein Volk. Er stößt auf Widerstand. Während die Erzählung im Exodus-Buch eher kritische Töne gegenüber Mose andeutet, weil er auf eigene Faust handelt, das Recht in die eigenen Hände nimmt und sie dabei beschmutzt, nicht den Zeitpunkt Gottes erwarten kann, klingt hier eher Kritik an Israel an. Er meinte aber, seine Brüder sollten’s verstehen, dass Gott durch seine Hand ihnen Rettung bringe; aber sie verstanden’s nicht. Der Gedanke liegt nahe: Die Israeliten haben damals den Befreier Mose genauso abgelehnt, wie sie heute den Messias Jesus ablehnen.  Auch er bringt die Rettung Gottes und auch ihn verstehen sie nicht. „Wir wollen nicht, dass dieser über uns herrsche.“(Lukas 9,14) 

 Wobei auch diesmal wieder die Brücke gebaut wird, die Lukas seinen jüdischen Leserinnen und Lesern gerne zeigt: Sie verstanden’s nicht. Das heißt: Es ist nicht Bosheit, es ist Unverständnis, Blindheit, die sie Mose nicht erkennen lässt. Aber: Die Zeit der Blindheit, der entschuldbaren Unwissenheit geht mit der Christus-Predigt der Apostel zu Ende!

 Es ist das Wort der Brüder aus dem eigenen Volk, das Mose die Flucht ergreifen lässt, das ihn zum Fremdling werden lässt. Mose geht in die Wüste, führt eine „bürgerliche Existenz“, wenn auch als Fremdling im Lande Midian. Die Schilderung des Exodus-Buches ist deutlich anders: „Und es kam vor den Pharao; der trachtete danach, Mose zu töten. Aber Mose floh vor dem Pharao und hielt sich auf im Lande Midian.“ (2. Mose 2,15) Hier sind es die eigenen Leute, die Mose in die Fremde treiben. Das ist eine aktualisierende Interpretation: So wie Mose durch sein Volk, das den Weg Gottes verweigert, zum Fremden wird, so ergeht es Stephanus und seinen Brüdern. Sie werden Fremde, weil Israel nicht hört, hören will, hören kann.

Zm Weiterdenken

 Mit diesen Überlegungen verbinden sich wie von selbst kritische Anfragen an ein Konzept von Volkskirche, in dem die Fremdheit der Botschaft, des Glaubens und der Christen in ihrer Lebensführung irgendwie unsichtbar gemacht werden. Aus den Tagen meiner Studienzeit erinnere ich mich an ein Plakat, auf dem stand: „Ich erschrak, als ich merkte, dass ich bin, wie man ist.“ Es ist die Differenz zur Welt, die „Welt-Fremdheit“ (!), die Christen Salz und Licht sein lässt.

„Wir haben hier keine bleibende Stadt, sondern die zukünftige suchen wir.“ (Hebräer 13, 14). In diesem Satz ist eben nicht nur von der himmlischen Heimat, dem Ort unserer Sehnsucht die Rede. Da ist auch davon die Rede, dass wir Fremde bleiben, womöglich auch in der eigenen Kirche, womöglich auch im Gottesdienst. Wer beanspruchen will, dass „sein Gottesdienst“ seine Heimat zu sein hat, übersieht, dass er damit anderen wohl auch Heimat nimmt. Es ist ja oft so: Wo dem Einen ganz heimelig ist, ist es Anderen eher un-heimlich. Und er übersieht, dass kein Gottesdienst unser Zuhause für alle Zeit sein darf, sondern dass er uns immer auf den Weg stellen muss.

Schließlich, ins persönliche Erleben gewendet: Ich verspüre so etwas wie eine grundlegende Fremdheit in der Welt. Mein Lebensweg hat mir eine tiefgreifende Beheimatung entzogen – trotz Hausbesitz in den späten Jahren.  Als die Eltern 1968 aus Willmenrod wegezoogen sind – drei Kilometer weiter – habe ich meine Heimat verloren. Seitdem gibt es nur noch Wohnorte auf Zeit. Das gilt sogar – im Nachhinein – für Schlitz. Diese Heimatlosigkeit ist biographisch bedingt, nicht durch den Glauben aufgenötigt. Aber vom Glauben her kann ich sie verstehen – als Einübung in die Sehnsucht nach der bleibenden Heimat im Himmel.

 

Heiliger Gott, wie oft sind wir blind für Dich, für die Wege, auf denen Du unser Heil suchst. Wir sehen Akteure, aber wir sehen nicht Dich hinter den Akteuren. Wir verweigern ihnen das Vertrauen und wissen nicht: Wir verweigern darin Dir das Vertrauen.

Gib Du uns geöffnete Augen, die Deine Wege sehen, auch dann, wenn wir nur ihren menschlichen Vordergrund vor Augen haben. Amen