Kein Vorbild: Die drei Affen

Jeremia 36, 1 – 32

 1  Im vierten Jahr Jojakims, des Sohnes Josias, des Königs von Juda, geschah dies Wort zu Jeremia vom HERRN: 2 Nimm eine Schriftrolle und schreibe darauf alle Worte, die ich zu dir geredet habe über Israel, über Juda und alle Völker von der Zeit an, da ich zu dir geredet habe, nämlich von der Zeit Josias an bis auf diesen Tag. 3 Vielleicht wird das Haus Juda, wenn sie hören von all dem Unheil, das ich ihnen zu tun gedenke, sich bekehren, ein jeder von seinem bösen Wege, damit ich ihnen ihre Schuld und Sünde vergeben kann.

            Im Jahr 605 v. Chr. fallen wichtige Entscheidungen. Die Vorherrschaft im Vorderen Orient geht von Ägypten auf Babylonien über. Es wird viel darauf ankommen, wie der König Jojakim diesen Wechsel in der Führungsrolle bewertet, welche Schlüsse er daraus für die Wege Judas zieht.

In dieser Zeit geschieht es: Aus dem gesprochenen Wort wird Schrift. Es ist nicht gesprochen worden, um Schrift zu werden und es wird auch nicht aus historischer Treue aufgeschrieben. „Wir müssen immer davon ausgehen, dass das prophetische Wort eigentlich in unmittelbarer Zukunft erfüllt werden will.“ (D. Schneider, aaO. S.299) Der erste Grund, die Worte Jeremias aufzuschreiben ist der Auftrag Gottes dazu: Nimm eine Schriftrolle und schreibe darauf alle Worte, die ich zu dir geredet habe. Der sachliche Grund daneben ist, dass sie vielleicht doch als Schrift die Herzen erreichen, die sie als gesprochene Worte nicht erreicht haben. Und über die Zeiten hinweg auch uns.

            Der einzige Grund für die Worte der Bibel ist genau der, dass sie vielleicht doch Herzen erreichen. Sie will nicht historische Neugier befriedigen. Sie will auch nicht religiöse Vielfalt und Reichtum dokumentieren. Sie will zu Herzen reden.  Vielleicht wird daraus ein Hören, das zur Umkehr führt.

4 Da rief Jeremia Baruch, den Sohn Nerijas. Und Baruch schrieb auf eine Schriftrolle alle Worte des HERRN, die er zu Jeremia geredet hatte, wie Jeremia sie ihm sagte. 5 Und Jeremia gebot Baruch und sprach: Mir ist’s verwehrt, ich kann nicht in des HERRN Haus gehen. 6 Du aber geh hin und lies die Schriftrolle, auf die du des HERRN Worte, wie ich sie dir gesagt habe, geschrieben hast, dem Volk vor im Hause des HERRN am Fasttage, und du sollst sie auch lesen vor den Ohren aller Judäer, die aus ihren Städten hereinkommen. 7 Vielleicht werden sie sich mit Beten vor dem HERRN demütigen und sich bekehren, ein jeder von seinem bösen Wege; denn der Zorn und Grimm ist groß, den der HERR diesem Volk angedroht hat.

            Jeremia hat alle Zeit der Welt, seinem Schreiber Baruch die Worte zu diktieren. Baruch ist aber mehr als nur einer, der nach Diktat schreibt. Er ist auch Jeremias Weggefährte, sein „Freund.(A. Weiser, aaO. S.324) Ihn also schickt er mit der Schriftrolle los. Um sie vorzulesen im Haus des HERRN. Hat Jeremia Haus-Arrest, dass er Baruch schickt?

Es werden viele kommen, weil Fastentage sind, die im Tempel liturgisch begangen werden. Es mag sein, Jeremia hofft auf eine gelingende Anknüpfung: Wer fastet, der bereitet sich ja neu auf das Empfangen Gottes vor. Der legt alle Bilder, alte Lasten, altes Wissen ab und wird leer. Das Fasten könnte einen neuen Anfang einleiten. Darum passt es, in diese Situation hinein die Worte der Schriftrolle zu lesen.

8 Und Baruch, der Sohn Nerijas, tat alles, wie ihm der Prophet Jeremia befohlen hatte, dass er die Worte des HERRN aus der Schriftrolle vorläse im Hause des HERRN. 9 Es begab sich aber im fünften Jahr Jojakims, des Sohnes Josias, des Königs von Juda, im neunten Monat, dass man ein Fasten ausrief vor dem HERRN für alles Volk zu Jerusalem und für alles Volk, das aus den Städten Judas nach Jerusalem kam. 10 Und Baruch las aus der Schriftrolle die Worte Jeremias vor im Hause des HERRN, in der Halle Gemarjas, des Sohnes Schafans, des Schreibers, im oberen Vorhof bei dem neuen Tor am Hause des HERRN, vor dem ganzen Volk.

            Die Lesung ist ein öffentlicher Akt. Vor den Ohren des Volkes zu Jerusalem und für alles Volk, das aus den Städten Judas, mitten im Tempel. Es wird keine Reaktion auf der Seite des Volkes vermeldet. Haben sie nicht zugehört? Ist das Schockstarre? Unverständnis?

11 Als nun Michaja, der Sohn Gemarjas, des Sohnes Schafans, alle Worte des HERRN gehört hatte aus der Schriftrolle, 12 ging er hinab in des Königs Haus in die Kanzlei. Und siehe, dort saßen alle Oberen: Elischama, der Schreiber, Delaja, der Sohn Schemajas, Elnatan, der Sohn Achbors, Gemarja, der Sohn Schafans, und Zidkija, der Sohn Hananjas, samt allen andern Oberen. 13 Und Michaja berichtete ihnen alle Worte, die er gehört hatte, als Baruch aus der Schriftrolle vor den Ohren des Volks vorlas. 14 Da sandten alle Oberen Jehudi, den Sohn Netanjas, des Sohnes Schelemjas, des Sohnes Kuschis, zu Baruch und ließen ihm sagen: Nimm die Schriftrolle, aus der du dem Volk vorgelesen hast, mit dir und komm!

 Michaja hat gehört. Und er informiert die Autoritäten, alle Oberen. Es wird nicht gesagt, dass es geistliche Autoritäten sind. Aber sie haben Einfluss. Ihnen berichtet Michaja, was Baruch vorgelesen hat. „Er hat offenbar einen so starken Eindruck von den Worten des Propheten gewonnen, dass er über das Gehörte dem zu einer Sitzung versammelten Ministerrat Bericht zu erstatten sich veranlasst sieht.“(A. Weiser, aaO. S. 326) Der Bericht ist offenkundig so eindrücklich, dass sie Baruch vorladen lassen – mitsamt der Schriftrolle.

 Und Baruch, der Sohn Nerijas, nahm die Schriftrolle mit sich und kam zu ihnen. 15 Und sie sprachen zu ihm: Setze dich und lies, dass wir’s hören! Und Baruch las vor ihren Ohren.  16 Und als sie alle die Worte hörten, entsetzten sie sich untereinander und sprachen zu Baruch: Wir müssen alle diese Worte dem König mitteilen. 17 Und sie fragten den Baruch: Sage uns, wie hast du alle diese Worte aufgeschrieben? 18 Baruch sprach zu ihnen: Jeremia hat mir alle diese Worte vorgesagt und ich schrieb sie mit Tinte auf die Schriftrolle. 19 Da sprachen die Oberen zu Baruch: Geh hin und verbirg dich mit Jeremia, dass niemand wisse, wo ihr seid!

            Und ihre Reaktion ist: Erschrecken. Es ist fast, als würden sie die Worte, die ihnen nun vorgelesen werden, zum ersten Mal hören. Aber wenn es eine Zusammenfassung der Prophetie des Jeremia ist, dann wirkt sie in der geballten Form wie ein einziges Untergangs-Szenario. Der Sog der Anklagen, Warnungen, Drohworte ist so groß, dass er alles andere verschlingt. Das ist nicht mehr nur ein zufälliges Wort – das ist wieder und wieder die gleiche Botschaft: Das Gericht ist unabwendbar da. Eine Gerichtspredigt, in der die Bußrufe schon fast Lichtblicke sind, weil sie noch die Chance signalisieren, dass das Gericht noch abwendbar sein könnte. Durch Umkehr.

            Das muss der König hören. Aber bevor sie damit zum König gehen, wollen sie ergründen, warum diese Worte aufgeschrieben sind. Baruch gibt sachlich nüchtern Auskunft: Jeremia hat diktiert, ich habe geschrieben. Von Schreibbefehl Gottes ist keine Rede.

            Erstaunlich: Diese Ministerrunde rät Baruch: Geh mit Jeremia in den Untergrund. Verbirg dich.  Es mag stimmen: „Da sie das unbesonnene Temperament ihres Königs kennen, bringen sie Baruch in Sicherheit.“(D. Schneider, aaO.  S. 302) Oder sind doch Herzen angerührt worden von einer Ahnung Gottes?

          20 Sie aber gingen hinein zum König in den Vorhof und ließen die Schriftrolle verwahren in der Halle Elischamas, des Schreibers, und teilten dem König alle diese Worte mit. 21 Da sandte der König den Jehudi, die Schriftrolle zu holen. Der nahm sie aus der Halle Elischamas, des Schreibers. Und Jehudi las dem König vor und allen Oberen, die bei dem König standen.

             Weil man die Geschichte nicht totschweigen kann – Baruch hatte ja die Schriftrolle öffentlich verlesen – informiert der Ministerrat den König. Der lässt die Schriftrolle herbeischaffen – durch Jehudi. Die Schriftrolle „wird den Händen von innerlich Unbeteiligten übergeben.“ (D. Schneider, aaO.: S.302) Und Jehudi, der sie geholt hat, muss sie jetzt auch vorlesen –  dem König und allen Oberen. Diese hören also jetzt die Worte zum zweiten Mal.

22 Der König aber saß im Winterhause vor dem Kohlenbecken; denn es war im neunten Monat. 23 Wenn aber Jehudi drei oder vier Spalten gelesen hatte, schnitt er sie ab mit einem Schreibmesser und warf sie ins Feuer, das im Kohlenbecken war, bis die Schriftrolle ganz verbrannt war im Feuer. 24 Und niemand entsetzte sich und zerriss seine Kleider, weder der König noch seine Großen, die doch alle diese Worte gehört hatten. 25 Und obwohl Elnatan, Delaja und Gemarja den König baten, er möge die Schriftrolle nicht verbrennen, hörte er nicht auf sie. 26 Dazu gebot der König Jerachmeel, dem Königssohn, und Seraja, dem Sohn Asriëls, und Schelemja, dem Sohn Abdeels, sie sollten Baruch, den Schreiber, und Jeremia, den Propheten, ergreifen. Aber der HERR hatte sie verborgen.

            Was für ein Kontrast zwischen der Reaktion der Oberen und dem Verhalten des Königs. Fast unbeteiligt hört er sich die Worte an – und will sie aus der Welt schaffen. „In frivoler Überlegenheit schneidet er, jedesmal, wenn drei bis vier Kolumnen gelesen waren, das herabhängende Stück der Rolle ab und wirft es ins Feuer des vor ihm stehenden Kohlebeckens.“ (A. Weiser, aaO.  S.328) Es wirkt wie eine Hinrichtung der Schriftrolle und ist doch ein geradezu kindisches Verhalten: Wenn ich die Schriftrolle verbrenne, gilt nicht, was da aufgeschrieben war. Es ist ja nicht mehr da.

                    Das ist Strategie bis heute – aber es ist Strategie, die dem Abgrund näher bringt. Wer sich die Umkehr erspart, wenn er vor dem Abgrund steht, der hat die falsche Entscheidung getroffen – ob im Leben als einzelner oder in der Gemeinschaft des Volkes oder gar der Völker.

            Niemand, der eingreift. Niemand, der Einspruch erhebt. Die vorher selbst entsetzt waren, beugen sich jetzt, schwimmen mit, lassen die Dinge einfach laufen. Nur drei, namentlich genannt, um sie zu ehren, versuchen, die Schriftrolle zu retten, dem König Einhalt nahezulegen: Elnatan, Delaja und Gemarja. Zwecklos. Stattdessen ein Haftbefehl für Baruch und Jeremia. Erst die Rolle, dann die Autoren. Es ist das Handlungsmuster, dem bis heute autoritäre Herrscher folgen. Erst Zensur, dann die Leute mundtot machen.

Aber der HERR hatte sie verborgen. Die ganze Episode ist nicht nur eine Geschichte des hochmütigen und verstockten Königs, sie ist auch eine Geschichte der Bewahrung. Völlig unspektakulär, so wie die Schrift sie öfters erzählt. Stoff, aus dem Thriller gemacht werden können. Aber es geht dem biblischen Text nicht um Spannung, sondern um die Botschaft: Gott bewahrt. Mag sein, „die Schrift ist tot, aber ihre Zeugen werden bewahrt.“(D. Schneider, aaO.  S.303) Das mit der Bewahrung gilt nicht immer und überall, aber diesmal, hier, für Jeremia und Baruch gilt es.

27 Nachdem der König die Schriftrolle verbrannt hatte, auf die Baruch die Worte geschrieben hatte, wie Jeremia sie ihm sagte, geschah des HERRN Wort zu Jeremia: 28 Nimm dir eine neue Schriftrolle und schreibe auf sie alle vorigen Worte, die auf der ersten Schriftrolle standen, die Jojakim, der König von Juda, verbrannt hat.

 Gott lässt sein Wort nicht ungeschehen machen. Es ist gesprochen worden und es wirkt. Es wird aufgeschrieben und es wirkt. Es wird wieder aufgeschrieben und wird weiter wirken. „Gottes Wort lässt sich durch Menschenhand nicht vernichten.“(A. Weiser, aaO.  S.329) Dass wir es ignorieren ändert nichts daran, dass es in der Welt ist. Dass wir es nicht wahrhaben wollen, ändert nichts an seiner Wirklichkeit setzenden Kraft.

  29 Über Jojakim aber, den König von Juda, sollst du sagen: So spricht der HERR: Du hast diese Schriftrolle verbrannt und gesagt: Warum hast du darauf geschrieben, dass der König von Babel kommen und dies Land verderben werde, sodass weder Menschen noch Vieh mehr darin sein werden? 30 Darum spricht der HERR über Jojakim, den König von Juda: Es soll keiner von den Seinen auf dem Thron Davids sitzen, und sein Leichnam soll hingeworfen liegen, am Tag in der Hitze und nachts im Frost. 31 Und ich will ihn und seine Nachkommen und seine Großen heimsuchen um ihrer Schuld willen, und ich will über sie und über die Bürger Jerusalems und über die in Juda kommen lassen all das Unheil, von dem ich zu ihnen geredet habe, und sie gehorchten doch nicht.

 Aber wer sich dem Wort Gottes verweigert, kann nicht dem Wort schaden – nur sich selbst. Die Realität, die Jojakim verleugnen und vernichten wollte, meldet sich mit ganzer Härte zurück. Jeremia wird Jojakim antworten mit der erneuten Ansage des Gerichts, zugespitzt auf ihn und die Seinen. Der dem Wort Gottes den Glauben verweigert, den Gehorsam, der es für zukunftsuntauglich hält, zerstört mit diesem Widerstand die eigene Zukunft und die seiner Nachkommen. Die Verweigerung auch nur des Hörens auf die Worte Jeremias treibt ihn dem Gericht Gottes weiter zu, macht es unausweichlich. Es ist ihre Schuld, die sie – Jojakim und seine Nachkommen und seine Großen heimsuchen wird, weil sie sich dem Ruf zur Umkehr verweigern.

32 Da nahm Jeremia eine andere Schriftrolle und gab sie Baruch, dem Sohn Nerijas, dem Schreiber. Der schrieb darauf, so wie ihm Jeremia vorsagte, alle Worte, die auf der Schriftrolle gestanden hatten, die Jojakim, der König von Juda, im Feuer hatte verbrennen lassen; und es wurden zu ihnen noch viele ähnliche Worte hinzugetan.

             Baruch schreibt alles noch einmal auf, wie vorher. Nach dem Diktat Jeremias. Zudem gibt es Ergänzungen. Worte, die zu den früher gesagten zugefügt werden, wenn man so will „redaktionelle Erweiterungen“.(R. Then, aaO. S.120) Auch von ihnen gilt: „Gott redet weiter durch den Propheten in immer neuer Gestalt von Wort und Schrift.“ (A. Weiser, aaO. S.330) Es ist ein lebendiger Prozess, wie dieses Propheten-Buch entsteht und seine Gestalt gewinnt. In diesen Prozess gehören auch die von späteren Abschreibern hinzugefügten kurzen Glossen mit hinein. Sie sind deshalb nicht von minderer Autorität.

 Zum Weiterdenken

 Ich lese hier nicht nur ein Dokument lang schon vergangener Zeit. Ich lese das Wort, das uns den Spiegel vorhält. Das mich und meine Kirche fragt: Erkennst du dich und dein Verhalten in diesen Worten wieder? So erst gehe ich ja sachgemäß mit der alten Prophetie um, wenn mir daraus die eigene Gegenwart erhellt wird. Wenn sie mich mahnt und warnt und ruft. Und mit mir meine Kirche, an der ich hänge.

    Sich tot stellen. Die Post nicht aufmachen. Keine Arztbesuche – so hält das ein Einzelner im Blick auf das eigene Leben. Das Fieberthermometer wegwerfen, damit das Fieber sinkt. Lieber Tatort gucken. Ins Stadion gehen. Die nächste Fernreise buchen und antreten. Wetten dass … verfolgen und das Leben hat doch so  viele tausend schöne Seiten. So macht das ein ganzes Volk. Die unbequeme Wahrheit einfach nicht an sich heran lassen und am besten noch den Überbringer der Wahrheit um die Ecke bringen. Es halten, wie die drei Affen: Nicht sehen, nichts hören, nichts sagen. Kein Problem dieser Erde und kein Problem meines Lebens wird so gelöst. Das weiß ich und trotzdem.

Über die Zeiten hinweg spricht dieses Wort in unsere Zeit. Fast, als wäre es für uns geschrieben. So liest ja auch Paulus die alten Schriften. „Denn was zuvor geschrieben ist, das ist uns zur Lehre geschrieben, damit wir durch Geduld und den Trost der Schrift Hoffnung haben.“(Römer 15,4) Für uns.

Wenn wir heute das Wort Gottes nicht mehr an unsere Herzen heran lassen, dann treiben wir weiter auf dem Weg, auf dem wir den seltsamen Einflüsterungen unseres Herzens ausgeliefert sind. Dann treiben wir weiter in die große Schutzlosigkeit, die uns den Meinungen der Vielen und den Stimmen der Meinungsführer und Meinungsmacher ausliefert.

            Weil ich einen festen Stand im Getriebe der Zeit suche, darum gehe ich mit den biblischen Worten um, darum binde ich sie mir auf Herz, darum kaue ich an ihnen herum, schmecke sie, koste sie, bis sie mir kostbar werden. Es ist so albern zu fragen, ob die Bibel Gottes Wort ist. Wenn ich die Worte der Schrift durchkaue, sie wieder und wieder zu Herzen nehme – dann werden sie mir zu Worten, in denen ich das Wort Gottes vernehme. Das macht keine Theorie über das Wort Gottes – das macht der betende, sich öffnende Umgang mit dem Wort.

 

Heiliger, Barmherziger, Ewiger. Danke für Dein Wort. Danke für jede Zeile, jede Erzählung, jeden Vers, jedes Bild, das uns Dein Wort vor Augen malt. Danke, dass Du zu uns sprichst aus der Tiefe der Ewigkeit in die Tage unserer Zeit, in meine Lebenszeit, an meinen Lebensort, in meine Tränen und mein Lachen, in meine Angst und mein Hoffen.

Hilf mir, dass ich Dein Wort nie verachte, nie gering schätze, nicht schnell damit fertig bin. Gib Du mir, dass ich es kaue und es mich nährt und meine Seele gesund wird an ihm. Amen

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