Loslassen und gewinnen

Markus 10, 17 – 27

17 Und als er sich auf den Weg machte, lief einer herbei, kniete vor ihm nieder und fragte ihn:

             Jesus bricht auf zu seinem Ziel, auch wenn das nicht benannt wird. Irgendwo auf dem Weg in Judäa geschieht es. Da kommt einer und kniet vor ihm. Nicht, dass er ihn anbetet. Ein Akt der Verehrung, vielleicht auch der Erwartung, die ihn fragen lässt. Wer das ist, bleibt völlig in der Schwebe. Der Leser erfährt nichts über seine Status, sein Alter, seine Herkunft. Noch nichts. Es ist halt „einer“.

 Guter Meister, was soll ich tun, damit ich das ewige Leben ererbe?

             Was er aber erfährt ist die Frage, die diesen einen bewegt, die ihn zu Jesu treibt, die er ihm stellt. Doch wohl, weil er sich Antwort von ihm erwartet. Er redet Jesus ehrfurchtsvoll an -nicht übertrieben, trotz des Kniefalls nicht devot, aber voller Respekt:  Guter Meister.

             Es ist die drängende Frage, die ihn beschäftigt. Sie entsteht wohl auch daraus, dass es sich nicht mehr von selbst versteht: Wer Israelit ist, hat Anteil am ewigen Leben.  Es steht ja – auch im Markus-Evangelium – schon hinter dem Ruf zur Umkehr, zur Buße die Einsicht, „dass nicht mehr die Bindung an das Volk Heil garantierte, sondern der einzelne zu sittlicher Entscheidung und Bewährung herausgefordert war.“ (J. Gnilka, aaO. S.85)

Dem entspricht, dass wir heute lernen, dass die Taufe keinen Heilsautomatismus nach sich zieht, sondern dass  zur Taufe der Glauben hinzu treten muss, ein Vertrauen, dass sich in den Zusagen der Taufe festmacht und sie lebt.

Angelegt ist das schon in alten Texten und für den Juden nachvollziehbar in der „Einlass-Liturgie“ zum Tempel:

Wer darf auf des HERRN Berg gehen,                                                                               und wer darf stehen an seiner heiligen Stätte?                                                                   Wer unschuldige Hände hat und reinen Herzens ist,                                                      wer nicht bedacht ist auf Lug und Trug und nicht falsche Eide schwört:                      der wird den Segen vom HERRN empfangen                                                                 und Gerechtigkeit von dem Gott seines Heiles.         Psalm 24, 3 – 5

Es geht dem Frager um Wegweisung für ein Leben, das Gott entspricht. Das will er von dem Lehrer Jesus wissen.

  18 Aber Jesus sprach zu ihm: Was nennst du mich gut? Niemand ist gut als Gott allein.

             Statt einer Antwort handelt er sich erst einmal eine – doch schroffe – Zurechtweisung ein. Wieso nennst du mich gut? Man könnte auch sagen: Meinst du das ernst? Und der Nachsatz macht deutlich, worum es Jesus geht: Glaubst du denn ernsthaft, dass ich für Gott stehe? Für den, der allein gut ist?

Ich finde es nicht in den Kommentaren. Aber mir scheint, dass Jesu Antwort darauf hinzielt: Wenn du mich gut nennst, dann siehst du mich mit Gott in eins. Vor diesem unbewussten und leichtfertigen Bekenntnis will er ihn bewahren. Nicht, weil es nicht stimmt, sondern weil Jesus spürt: Das glaubt der Frager ja nicht.

 19 Du kennst die Gebote: »Du sollst nicht töten; du sollst nicht ehebrechen; du sollst nicht stehlen; du sollst nicht falsch Zeugnis reden; du sollst niemanden berauben; ehre Vater und Mutter.«

             Aber dann antwortet Jesus doch  auf die Frage – unspektakulär. Wenn es um das Tun geht, da zeigen die Gebote Gottes den Weg. Wie aus dem Gedächtnis wahllos zitiert, wirkt die Reihe »Du sollst nicht töten; du sollst nicht ehebrechen; du sollst nicht stehlen; du sollst nicht falsch Zeugnis reden; du sollst niemanden berauben; ehre Vater und Mutter.« Eine Einweisung in ethisches Verhalten. In ein Verhalten, das anderen zugutekommt. Das fromme Verhalten zeitigt soziale Verpflichtung, die Achtung des Generationenvertrages, die einer eingeht und erfüllt.

Das ist ernüchternd. Jesus schickt ihn nicht auf einen Pilgerweg. Auch nicht auf einen Askese-Weg. Auch nicht auf einen Weg zu besonderen Projekten. „Er weist also den, der an die Spitzenleistungen eines besonderen Heiligen denkt, schlicht in die Gemeinde, zu all denen, die Gott gehorsam zu sein versuchen. Dort ist „das Leben“ zu finden.“ (E. Schweitzer, aaO.   S.120)

             Gelernt hat das Jesus wohl bei dem Propheten: „Es ist dir gesagt, Mensch, was gut ist und was der HERR von dir fordert, nämlich Gottes Wort halten und Liebe üben und demütig sein vor deinem Gott.“ (Micha 6,8) Ein Wort, das an Klarheit nichts fehlen und unklar lässt und das deshalb nicht ausgelegt werden will, sondern schlicht gelebt.

  20 Er aber sprach zu ihm: Meister, das habe ich alles gehalten von meiner Jugend auf.                                                                                                     

Es wirkt knapp, ernüchtert, ein wenig enttäuscht. Das kenne ich doch schon. Mehr nicht? „Im Judentum werden Jugendliche mit 13 Jahren religionsmündig. Seit dieser Zeit, also seit er für sich selbst die Verantwortung vor Gott übernahm, hat er sich an diese Gebote gehalten.“ (W. Klaiber, aaO. S.193)

Großartig. Oder doch nicht? Wir hören so leicht Hochmut hinter diesen Worten. Was aber, wenn er sie wirklich so gelebt hat? So wie es auch Paulus von sich sagt: „nach der Gerechtigkeit, die das Gesetz fordert, untadelig gewesen.“ (Philipper 3,6)                                           

Aber er hat mehr erwartet. Einen Weg über das Gesetz hinaus, Neues, nicht nur das Alte, das er schon immer kannte.

Es ist schwer auszuhalten, dass Jesus hier nicht kritisch nachfragt: „Wie kannst du sagen, Gesetz und Profeten habe ich erfüllt? Steht doch im Gesetz geschrieben; Liebe deinen Nächsten wie dich selbst; und siehe, viele deiner Brüder, Söhne Abrahams, starren vor Schmutz und sterben vor Hunger – und dein Haus ist voll von deinen Gütern, und gar nichts kommt aus ihm heraus zu ihnen.“ (Nazoräer-Evangelium, Fragment 16; bei E.Hennecke – W.Schneemelcher, Ntl. Apokryphen, Tübingen 1957, S.97) So legt es das Nazoräer-Evangelium Jesus in den Mund. Markus weiß davon nichts.

 21 Und Jesus sah ihn an und gewann ihn lieb und sprach zu ihm: Eines fehlt dir. Geh hin, verkaufe alles, was du hast, und gib’s den Armen, so wirst du einen Schatz im Himmel haben,

             Es ist ein wunderbarer Satz, einer, an dem mir das Herz aufgeht: Jesus sah ihn an und gewann ihn lieb. Da ist keine Skepsis. Da ist keine Abweisung. Da ist kein Angriff: Du nimmst den Mund zu voll. In seinem Fragen und Suchen, im Sehen auf sein bisheriges Leben und in diesem Spüren: Da steht einer vor mir, der nicht selbstzufrieden ist, gewinnt Jesus ihn lieb. Das ist wichtig, weil diese Liebe auch die nachfolgende Antwort Jesu leitet.

Er nimmt ihn in seiner Sehnsucht nach dem Leben ganz ernst. Er bestätigt ihm auch ein eigenes Gespür: Was ich bisher gelebt habe, kann noch nicht alles sein. Da fehlt noch etwas. Vielleicht will Jesus ihm die Angst nehmen, am Ende mit leeren Händen da zu stehen. „Solange Menschen Angst haben, werden sie glauben, sich durch Besitz aller Art schützen zu müssen. Aber es gibt das Glück einer Geborgenheit, die weiß, dass sie derartige Panzerungen nicht mehr nötig hat.“ (E. Drewermann, aaO. S.125) Aber wie geht der Weg dorthin?

Die Antwort liegt auf der Hand: Alles weg. Mach dich frei von dem, was du bisher besessen hast, was dich besetzt gehalten hat. Schenke alles weg. Gib es den Armen. „Die Lösung vom irdischen Besitz verschafft einen himmlischen Schatz… Almosen und gute Werke werden in der himmlischen Welt eine entsprechende Vergeltung erfahren.“ (J. Gnilka, aaO., S.87) Wenn damit alles gesagt wäre, dann hätte der Frager jetzt die Antwort, die über das Gesetz hinausführt. Die Antwort, die ihm das Extra zeigt, das es zu leisten gilt.

Aber mit dieser Aufforderung zur Trennung vom Besitz, mit der Aufforderung zum Verzicht, zur Hingabe, zur Schaffung einer großen Stiftung ist eben nicht alles gesagt. Nicht einmal wirklich das Entscheidende.

 und komm und folge mir nach!

 Komm und folge mir nach! Das ist das Ziel der Antwort Jesu. Darauf läuft die ganze Geschichte hinaus. Jesus ruft diesen Menschen zu einem Leben in der Gemeinschaft mit sich selbst. Gehe von nun an deinen Lebensweg mit mir. Gehe mit mir durch die Armut deiner Tage. Gehe mit mir durch die Ängste deiner Tage. Gehe mit mir durch die Krankheiten. Gehe mit mir durch die Freude. Gehe an meiner Seite, an meiner Hand in die neue Armut hinein. Lass von dieser Stunde an den Vater im Himmel, den ich dir zeige, die Sorge für dein Leben tragen. Lass von dieser Stunde an die Frage nach dem Ziel meine Sorge sein. Frage nach nichts mehr als danach, bei mir zu bleiben. Lass alles andere dahinter zurücktreten. Nur dieses eine soll für dich noch gelten: bei mir zu sein und zu bleiben.

Noch einmal: Das Ziel des Wortes Jesu ist nicht die Besitzlosgkeit, nicht der Verzicht, sondern der Ruf in die Gemeinschaft, in das Leben mit ihm. Es geht nicht um Verlust, sondern um Gewinn. In der Nachfolge hinter Jesus her wird er das Leben gewinnen. Sie ist „der Schritt, durch den er sein Leben ganz Gott anvertraut.(W. Klaiber, aaO., S.193)

 22 Er aber wurde unmutig über das Wort und ging traurig davon; denn er hatte viele Güter.

             „Aber der Ruf verhallt und der Gerufene versagt sich.“ (W. Grundmann, aaO., S.283) Er aber hat nur die Aufforderung zum Verkaufen gehört, den Aufruf zum Verzicht und Loslassen. Er hat nicht den versprochenen Lebensgewinn gehört. Die Gemeinschaft, das Zusammensein mit diesem Wanderer auf den Wegen Judäas scheint nicht mithalten zu können mit dem, was er sein eigen nennt. Ob es viele Güter sind wie bei ihm oder wenige, wie bei anderen – sie können das Herz besetzt halten und unfrei machen.

Man liest zu kurz, wenn man hier nur den materiellen Reichtum vor Augen hat. Diesen reichen Mann ruft Jesus zum Loslassen des materiellen Besitzes. Genauso aber gilt der Ruf auch dem Loslassen des geistigen und geistlichen Besitzes. Was hat es auf sich mit den Werten, die gedanklichen Positionen, die einer sich im Kauf seines Lebens gewonnen hat? Sie sind doch auch ein Besitz, von dem es unendlich schwer ist, sich zu trennen.

Die vielen Güter, die mich hindern können, dem Ruf Jesu in die Gemeinschaft des ungesicherten Weges zu folgen, stehen nicht auf einem Bankkonto. Es sind die Werte, die mir wichtig sind. Die Sicherheiten, die sich in festen Überzeugungen zeigen, über die ich nicht diskutieren möchte, die ich keinesfalls in Frage stellen lassen möchte. Manche sind konservativ, manche sind sozial, alle sind – hoffentlich – human. Das alles aber wird zum Ballast, zum Hindernis auf dem Weg nach vorne. Sich radikal an Jesus binden, alles seiner Nähe unterordnen, ist eben wirklich die gewohnten Sicherheiten um seinetwillen preisgeben.

Es gilt also: Heraus aus den eigenen, selbst erworbenen Sicherheiten in ein Leben der Unsicherheiten, in ein Leben hinter Jesus her. Das führt aus der Beschaulichkeit des eigenen Besitzes auf den Weg, der nur durch eines bestimmt ist. Dass er hinter Jesus her geht.

 23 Und Jesus sah um sich und sprach zu seinen Jüngern: Wie schwer werden die Reichen in das Reich Gottes kommen!  24 Die Jünger aber entsetzten sich über seine Worte. Aber Jesus antwortete wiederum und sprach zu ihnen: Liebe Kinder, wie schwer ist’s, ins Reich Gottes zu kommen!

             Der Blick Jesu weitet sich, wendet sich den Jüngern zu. Er verliert damit den, der gegangen ist, nicht aus den Augen. Aber es geht ihm jetzt um die „Habenichtse“, die um ihn herum stehen, um seine Jünger. Und in ihnen um die, die das Evangelium lesen werden, also um uns. Es ist ein Seufzer voller Wehmut. An ihm, der gegangen ist, sieht er, wie hart dieser Weg ist – sich zu lösen, um das Reich Gottes zu gewinnen. Die Realität dessen, was vor Augen ist, was man in die Hand nehmen kann, worauf man sich verlassen kann, weil man es hat, steht gegen diesen Ruf in die Freiheit, in das ungesicherte Leben, in die Zukunft Gottes.

Reich Gottes – das lässt sich ja nicht vorführen wie der Besitz, den man hat, wie die Sicherheiten, mit denen man sich umgibt, wie die Beziehungen, in denen eine oder einer sich aufgehoben weiß. Es sind nicht nur die Reichen, für die der Weg in das Reich Gottes so schwer ist. δσκολς„Unzufriedenheit erregend, misslich, schwierig“ (Gemoll, aaO.   S. 231)

Es ist nicht der Weg, dem wir von Natur aus wie von selbst zustimmen würden. Auch da nicht, wo es Volkskirchen gibt und das Christentum volkstümlich geworden ist. Der Weg hinter Jesus her widerspricht an vielen Stellen dem natürlichen Lebensbedürfnis, der Triebstruktur, den eingeübten Verhaltensmustern.

 25 Es ist leichter, dass ein Kamel durch ein Nadelöhr gehe, als dass ein Reicher ins Reich Gottes komme.

             Jesus verschärft noch einmal – mit einem Vergleich, der so unmöglich ist, dass schon früh versucht worden ist, ihn abzumildern. Aus dem Kamel, das nicht durch das Nadelöhr passt, wurde das Schiffstau, das nicht passt. Statt κμηλον, Kamel – κμιλος. Schiffstau. Das ist nicht mehr ganz so unmöglich. Aber der harte Spruch wird so aufgelöst und abgemildert. Entschärft, weil er wohl immer schon unerträglich war.

 26 Sie entsetzten sich aber noch viel mehr und sprachen untereinander: Wer kann dann selig werden? 27 Jesus aber sah sie an und sprach: Bei den Menschen ist’s unmöglich, aber nicht bei Gott; denn alle Dinge sind möglich bei Gott.

 Das Entsetzen der Jünger freilich spricht eine andere Sprache. Sie haben es wohl genau gehört:Das ist kein Weg, den wir von uns aus unter die Füße nehmen könnten. Da ist kein Weg, der uns aus eigenem Können und eigener Kraft offen steht. Gerettet werden – das steht da, wo die Luther-Bibel selig werden übersetzt – ist nichts, was wir selbst leisten können. Wer im Meer treibt, kann sich den Rettungsring nicht selbst zuwerfen.

Dieses Erschrecken der Jünger bestätigt Jesus. Er gibt ihnen Recht.  Bei den Menschen ist’s unmöglich. Ausgeschlossen. „Das sage ich aber, liebe Brüder, dass Fleisch und Blut das Reich Gottes nicht ererben können.“ (1. Korinther 15,50) Es führt kein Weg aus der menschlichen Vollkommenheit in den Himmel.

    Das war der große Irrtum von Konzeptionen, die das Reich Gottes mit einer irgendwie erreichbaren Vollkommenheit der weltlichen Lebensbedingungen in eins gesetzt haben. Alle Segnungen der Erde sind vorläufig. Alle Vollkommenheiten der Erde sind kategorial unterschieden, Welten entfernt vom Reich Gottes. Das Reich der klassenlosen Gesellschaft ist ebenso wenig das Reich Gottes wie die reibungslos funktionierende Demokratie oder eine wie auch immer vorstellbare Ausbreitung des Christentums bis an das letzte Ende der Welt.

Das Schlusswort allerdings ist nicht unmöglich. δνατον. Sondern das Schlusswort ist πντα γρ δυνατ παρ τ θε.  Denn alle Dinge sind möglich bei Gott.  Bei Gott, für Gott gibt es kein Unmöglich. Der Handwerkerspruch „Geht nicht gibt´s nicht.“ gilt nur bedingt, wenn ihn Handwerker aussprechen. Unbedingt gilt er nur für Gott.

Es ist ein Heilswille, der alle Grenzen überwindet, der allen Widerspruch überwindet, der alle unlösbare Fessel löst, am Ende sogar die Fessel des Todes. Deshalb kann er auch aus den Fesseln lösen, die an den Besitz binden wollen, an das Menschenmögliche. Die nur das Menschenmögliche für möglich halten und deshalb am Weg des Reiches Gottes scheitern müssen, weil dieser Weg allem zu widersprechen scheint, was menschlich ist.

Was für ein Bogen, der in dieser Geschichte geschlagen wird: „So mündet die Sorge des Menschen um das Heil aus in das totale Verwiesensein auf Gottes Gnade. Dem, der Jesus nachfolgt, soll sie zugänglich werden.“ (J. Gnilka, aaO. S.89)

 Zum Weiterdenken

   Man muss gerade bei dieser Episode darauf achten, dass nicht unter der Hand aus einer Einladung an den reichen, jungen Mann eine Forderung wird, ein Gesetz. Es geht hier an keiner Stell um Besitzlosigkeit als den besseren Weg. Darum führt es auch in die Irre, wenn man – als Interpretation der Worte Jesu auf Franziskus verweist: „Wenn wir irgendwelchen Besitz hätten, so bräuchten wir Waffen und Gesetze, um ihn zu verteidigen.“(G. K. Chesterton, Franziskus. Der Heilige von Assisi, S. 128) Es geht um Gemeinschaft, um Nachfolge, nicht um Besitzlosigkeit. Jesus will diesen jungen Mann reich machen, nicht arm. Reich dadurch, dass er ihn mitnimmt auf seinen Weg.

 

Jesus, Du willst mich ganz, nicht nur meine Frömmigkeit, nicht nur mein Können, nicht nur meinen guten Willen, nicht nur mein Geld. Du willst mich ganz.

Du traust es mir zu, dass ich Deinen Ruf höre, loslasse, was mir Sicherheit gibt, was ich mir gewonnen habe, was mich besitzt  – und Dir folge.

Aber was ich habe, hält mich fest, bindet mich, lässt mich glauben, dass ich am Ende mit leeren Händen da stehe.

Und doch: Dich würde ich gewinnen und mich selbst, vielleicht ohne alles, aber Dich und Deine Nähe. Mache Du möglich in mir, für mich, was ich nicht kann, dass ich Dir folge. Amen