Füreinander

1.Korinther 12, 27 – 30

27 Ihr aber seid der Leib Christi und jeder Einzelne ein Glied.

Es ist eine Zusammenfassung der bisherigen Argumentation und zugleich Rückkehr zum Ausgangpunkt. Wichtiger aber noch: es ist einfach nur eine Zusage, Zuspruch. Alles Gesagte hängt daran, dass dies stimmt: Ihr seid. „Das Sein, die gegebene Wirklichkeit ist das erste.“ (W.de Boor, aaO.  S. 211)Nicht was Christen aus sich machen, auch nicht, was Christen machen, ist das Fundament, das sie trägt. Sondern was sie von Gott her, durch sein Tun, sind.

             Ihr seid Leib Christi. Kein Vergleich, sondern Feststellung. So verhält es sich mit euch. Das ist die Existenz, in die ihr hineingestellt seid. Ihr in Korinth so wie alle anderen Gemeinden auch. Was Paulus hier sagt, gilt für die einzelne Gemeinde wie für die ganze Christenheit. „Jede Einzelgemeinde repräsentiert die Kirche in ihrer Gesamtheit.“ (W. Schrage, aaO.  S. 231)

Und auch das ist ein Satz, des Glaubens wert: Jeder von euch ist ein Glied an diesem Leib. Was immer die Christen auch sein mögen, wie es um ihre Fähigkeiten und Grenzen bestellt sein mag, welches Lebensschicksal sie zu tragen haben – das steht fest: durch Glauben und Taufe sind sie Glied am Leib Christi. „Füreinander“ weiterlesen

Aufeinander angewiesen

1.Korinther 12, 12 – 26

 12 Denn wie der Leib einer ist und doch viele Glieder hat, alle Glieder des Leibes aber, obwohl sie viele sind, doch ein Leib sind: so auch Christus. 13 Denn wir sind durch einen Geist alle zu einem Leib getauft, wir seien Juden oder Griechen, Sklaven oder Freie, und sind alle mit einem Geist getränkt. 14 Denn auch der Leib ist nicht ein  Glied, sondern viele.

             Paulus bleibt bei seinem Bild: Der Leib ist einer, eine Einheit, Ganzheit. Aber diese Ganzheit besteht aus vielen Gliedern. Alle Organe des Leibes sind ein Organismus. Das kann jede und jeder an sich selbst sehen, erfühlen, ertasten. Das ist unsere Wahrnehmung. Wenn es jetzt weiterginge: so ist es auch mit der Gemeinde, wäre es ein schlichter, sinnvoller Vergleich.

Aber Paulus fährt fort: so auch Christus. Er redet von Christus als einem Leib. „Die Gemeinde wird also nicht nur mit einem Leib verglichen; vielmehr ist sie der Leib Christi.“ (W. Klaiber, aaO.  S. 201) Sie ist es, weil er, Christus selbst, sie dazu macht.

Das sprengt unsere gewohnten Denkkategorien. Mit dem Vergleich kommen wir noch einigermaßen gut zurecht. Aber mit dieser Wirklichkeit, die Paulus behauptet, haben wir es schwer. Wir sehen die Organisation Kirche, die Organisationsform Kirchengemeinde. Aber dass verborgen in. mit und unter diesem so allzu menschlichen Gebilde Christus präsent sein soll in der Welt, das ist unserem Denken eine harte Zumutung.  Sie wird uns nicht erspart.

Diesem Leib sind die Christinnen und Christen eingefügt, hinein getauft durch den einen Geist – unabhängig davon, wo sie herkommen, unabhängig davon, welchen sozialen Status sie haben. Unabhängig auch von ihren moralischen Qualitäten. Alle haben Anteil an dem einen Geist, mit dem sie getränkt sind. Mit hinein getauft signalisiert Paulus: Christsein ist immer ein Hinzukommen, nicht der freie Zusammenschluss irgendwelcher religiös begabten, christlich geprägten Leute. „Aufeinander angewiesen“ weiterlesen

Viele Gaben – ein Geist

1.Korinther 12, 1 – 11

1 Über die Gaben des Geistes aber will ich euch, Brüder und Schwestern, nicht in Unwissenheit lassen.

             Paulus fängt, so scheint es, ein neues Thema an – diesmal eines, das den Korinthern besonders am Herzen liegt: Die Gaben des Geistes. Für das Wort πνευματικῶν, Pneumatikon, gibt es zwei Übersetzungsmöglichkeiten. Einmal sächlich, als Neutrum, dann sind die Geistesgaben gemeint. Aber es geht auch maskulin – dann ist von „den Pneumatikern“ die Rede. Dann sind die Menschen im Blick, über die Paulus reden will.

Mir scheint, dass diese Doppeldeutigkeit im Griechischen der Sache angemessen ist: Man kann über die Geistesgaben nicht neutral, unter Absehen von den Menschen, die sie haben,  sie praktizieren, mit ihnen begabt sind, sprechen. Es hängt gewissermaßen unlöslich ineinander: Die Gabe und die Art und Weise, wie Menschen sie gebrauchen. Der Anspruch des Paulus an dieser Stelle ist also: Ich habe sowohl zum Umgang mit den Gaben als auch zum Umgang mit den Begabten Wegweisendes zu sagen.

 2 Ihr wisst: als ihr Heiden wart, zog es euch mit Macht zu den stummen Götzen.            

Die Erinnerung an früher: Die Götzen waren stumm. Aber dennoch war die Wirkung dieser stummen Götzen Anziehung, mit unwiderstehlicher Gewalt. Darf man ergänzen: so dass ihr außer euch geraten seid. In Ekstase. Über euch selbst hinweg gerissen. Das so zu sagen, liegt nahe, weil „Ekstasen, Inspirationen, inspirierte Schreie, auch im Bacchus- Dionysos- und anderen Kulten bekannt waren“,(W. Schrage, aaO. S. 119) gewissermaßen zur Erlebnis-Ausstattung der Kulte gehörten.  Umso wichtiger ist es, Klarheit darüber zu schaffen, was unter der Wirkung des Geistes Gottes geschieht. Auch der Geist Christi ist so kräftig und wirtkungsstark, dass sein Wirken ekstatische Elemente haben kann.

 3 Darum tue ich euch kund, dass niemand, der durch den Geist Gottes redet, sagt: Verflucht sei Jesus; und niemand kann sagen: Jesus ist der Herr, außer durch den Heiligen Geist.

             Jetzt also: Gott meldet sich zu Wort durch den Geist. Es geht ja nicht um einen Allerwelts-Geist, um ein Art geistiges Fluidum oder den Welt-Geist, sondern um den Geist Gottes. Der wird erkannt und erkennbar am Bekenntnis: Jesus ist Herr. Die Negation benennt Paulus, weil es Menschen – wohl nicht nur erst in späterer Zeit –  in der Gemeinde gibt, die sagen: Der irdische Jesus ist kein Thema für uns. Nur der erhöhte Christus zählt – und darum sagen sie sich von Jesus los. Jesus nach dem Fleisch – darüber brauchen wir nicht zu reden. Dem steht das Bekenntnis gegenüber: Jesus ist der Herr. „Viele Gaben – ein Geist“ weiterlesen

Über alle Schranken hinweg

1.Korinther 11, 27 – 34

  27 Wer also unwürdig von dem Brot isst oder von dem Kelch des Herrn trinkt, der wird schuldig sein am Leib und Blut des Herrn.

             Das ist ein Satz, der viel Skrupel und Angst ausgelöst hat. Der die Praxis der Kirche tief beeinflusst hat: Vor der Feier des Mahles muss man sich würdig machen – beichten, nichts essen und trinken, nicht mit dem Ehepartner schlafen. Das alles so glaubte man, macht tendenziell unwürdig. ἀναξίως. Da ist aus einer verfehlten Art und Weise, das Mahl zu feiern plötzlich ein Qualitätszustand der Feiernden gemacht worden. Man kann als Person unwürdig sein

Was für eine verhängnisvolle Verschiebung. „Nur solche sollten das Mahl empfangen, die dafür „würdig“ sind. Dieses Missverständnis hat unendlich viel Scheu, wenn nicht gar Angst erzeugt, das Abendmahl zu empfangen.“ (W. Klaiber, aaO. S. 186f.) Verstärkt noch durch eine Praxis, die Mahlfeier an den Gottesdienst nur anzuhängen, nur für die wenigen, die sich dazu berechtigt fühlten. Und dann am besten auch nur ganz selten.

 28 Der Mensch prüfe aber sich selbst, und so esse er von diesem Brot und trinke von diesem Kelch. 29 Denn wer isst und trinkt und nicht bedenkt, welcher Leib es ist, der isst und trinkt sich selber zum Gericht.

            Selbstprüfung ist angesagt: Bin ich würdig? Bin ich innerlich auf Empfangen eingestellt? Entspricht mein Leben den Wertmaßstäben Gottes? So ist das jahrtausendlang wohl gelesen und auch verkündigt worden und hat entsprechend Angst gemacht. Aber: „Die Unwürdigkeit ist nicht – wie man sich das früher oft vorgestellt hat und wie es bis heute nachwirkt – die fehlende moralische Disposition oder innere Einstellung des einzelnen Mahlteilnehmers zum Sakrament.“ (W. Schrage, aaO.  S. 48) Wenn nur die „Würdigen“, nur die Reinen das Abendmahl mitfeiern dürften, es wäre von Jesus nicht gestiftet worden und es dürfte bis heute nicht ein einziges Mal gefeiert werden!

Paulus geht es um anderes: Das Mahl ist das Mahl, das mit Christus und untereinander verbindet. Zu einem Leib werden lässt. Das die Unterschiede – sozial, in der Herkunft und im Geschlecht begründet – überwindet und zweitrangig macht. Wer aber in der Praxis des Mahles an diesen Unterschieden festhält, sie durch die Art der Feier gar als gültig regelrecht zementiert, der missbraucht das Mahl. Der isst und trinkt sich zum Gericht.   „Über alle Schranken hinweg“ weiterlesen

Für Euch

1.Korinther 11, 23-26 

23 Denn ich habe von dem Herrn empfangen, was ich euch weitergegeben habe: Der Herr Jesus, in der Nacht, da er verraten ward, nahm er das Brot, 24 dankte und brach’s und sprach: 2 Das ist mein Leib für euch; das tut zu meinem Gedächtnis. 25 Desgleichen nahm er auch den Kelch nach dem Mahl und sprach: Dieser Kelch ist der neue Bund in meinem Blut; das tut, sooft ihr daraus trinkt, zu meinem Gedächtnis.

             Es ist überraschend: diesem Missbrauch des Mahles, dieser verweigerten Gemeinschaft stellt Paulus zunächst einmal entgegen, dass er die Abendmahls-Überlieferung ins Blickfeld rückt. So hat Paulus es empfangen und so hat er es weitergegeben.  Darum geht es doch – dass das Abendmahl als Feier sich an dem orientiert, was vom Herrn herkommt. Es muss in den Worten, aber auch in der Weise, wie es gefeiert wird, dem Herrn entsprechen.

Vielleicht darf ich so formulieren: Paulus erinnert an die empfangenen Worte, um den Weg zu der Weise, wie das Mahl gefeiert wird, zu begründen. Wer sich an die Worte Jesu hält, der wird sich doch auch an dem Willen Jesu ausrichten müssen.

Es folgen die Einsetzungsworte – genauer die Ursprungserzählung des Mahles. Paulus ist dabei nahe bei den Worten, wie sie auch die Evangelisten Matthäus, Markus und Lukas überliefern. Das ist in meinen Augen ein Hinweis, dass schon früh in der jungen Christenheit von diesem letzten Mahl Jesu mit seinen Jüngern nicht nur erzählt wird, sondern es als ein Grundelement des Glaubens in der Gemeinde gefeiert wird. Unter Rückgriff auf die Worte, die Jesus in der Nacht der Auslieferung gebraucht hat.   „Für Euch“ weiterlesen

Das schwierige Miteinander

1.Korinther 11, 17 – 22

 17 Dies aber gebiete ich euch: Ich kann’s nicht loben, dass ihr nicht zum Besseren, sondern zum Schlechteren zusammenkommt. 18 Zum Ersten höre ich: Wenn ihr in der Gemeinde zusammenkommt, sind Spaltungen unter euch; und zum Teil glaube ich’s. 19 Denn es müssen ja Spaltungen unter euch sein, auf dass die unter euch offenbar werden, die bewährt sind.

             Eben noch hat Paulus die Gemeinde gelobt. Aber dabei kann er nicht bleiben. Sondern er muss erneut den Finger in die Wunden legen – wie schon am Anfang seines Briefes. Fast so, als wäre er nicht weitergekommen.

„Ich habe gehört“ sagt Paulus und beruft sich so auf sichere Informationen. „Die mündliche Quelle, auf die die Informationen des Paulus zurückgehen, ist nicht genauer zu bestimmen, wird aber wohl mit den Informanten aus 1,11 identisch sein.“ (W. Schrage, Der erste Brief an die Korinther, EKK VII/3, Neukirchen 1999, S. 19) Über den Versammlungen, den Gottesdiensten der Gemeinde liegt ein Schatten. „Über ein Fernbleiben von Gemeindeveranstaltungen ist nicht zu klagen.“(W.de Boor, aaO. S. 187) Aber auch wenn viele kommen, so kommen sie doch nicht zusammen. Sie bleiben in ihren Gruppen und Grüppchen, in ihrer sozialen Situation gefangen. Das nennt Paulus Spaltungen. σχίσματα. Schismata. Es ist das Wort, das wir für tiefgreifende, schmerzhafte Trennungen unter den Kirchen gebrauchen, nicht für harmlose Meinungsverschiedenheiten.

Die Gegensätze – hier Paulus-Leute, da Apollos-Anhänger, dort noch einmal andere – und zusätzlich die sozialen Unterschiede haben sich so verhärtet, dass es nicht mehr zu einem wirklichen Miteinander kommt.

Es mutet an wie der Versuch, aus einer Not eine Tugend zu machen, wenn er dann noch hinzufügt, solche Spaltungen – diesmal das noch stärkere Wort αἱρέσειςHäresien – müssen sein. Sie gehören als Element der Bewährung dazu. Denn immerhin: dass es so in Korinth steht, wird auch zeigen, wem denn nun wirklich die Einheit der Gemeinde am Herzen liegt, wer darum ringt, dass sie nicht auseinanderfliegt, sondern zusammen auf dem Weg Christi bleibt. Wer nicht das Seine sucht, sondern das Heil der Anderen.

Die Worte Jesu jedenfalls zeigen einen anderen Weg, der auch für die Feier des Abendmahls wichtig ist: „Wenn du deine Gabe auf dem Altar opferst und dort kommt dir in den Sinn, dass dein Bruder etwas gegen dich hat, so lass dort vor dem Altar deine Gabe und geh zuerst hin und versöhne dich mit deinem Bruder, und dann komm und opfere deine Gabe.“ (Matthäus 5,23-24) Das ist ursprünglich auf den Gang zum Opferaltar bezogen, aber es ist doch auch gleichermaßen gültig für den Gang zum Tisch des Herrn! Der Weg zum Abendmahl fängt nicht erst im Gottesdienst an, der Weg zum Abendmahl führt über die Versöhnung mit dem Nächsten, dem Bruder, der Schwester. „Das schwierige Miteinander“ weiterlesen

Warum so schwierig, Paulus?

1.Korinther 11, 2 – 16

 2 Ich lobe euch, weil ihr in allen Stücken an mich denkt und an den Überlieferungen festhaltet, wie ich sie euch gegeben habe.

             Ein neues Thema, ein neuer Gedankengang. Paulus lobt, in einem Brief, in dem er bis dahin oft und gründlich kritisiert hat. Ist er also des Kritisierens müde und sucht jetzt einen anderen Weg? Man gewinnt ja Menschen leichter, wenn man sie lobt, als wenn man ständig gegen sie redet. Überraschend an diesem Lob ist, worauf es sich bezieht: dass ihr Korinther an den Überlieferungen festhaltet, wie ich sie euch gegeben habe. Sie halten sich an das, was sie gelernt haben.

παραδσις – wörtlich: das Übergebene, die Tradition ist ein theologisch zentraler Begriff bei Paulus. Es gibt den Glauben nicht anders, als dass er überliefert, übergeben wird, weiter gegeben wird, von den Aposteln, von Evangelisten und Lehrern, von denen, die ihn selbst empfangen haben. Später wird Paulus das noch an gewichtigster Stelle wiederholen:  „Denn als Erstes habe ich euch weitergegeben, was ich auch empfangen habe.“(15,3)

Unmittelbar zuvor hatte Paulus sie ja aufgefordert: „Folgt meinem Beispiel.“(11,1) Jetzt bestätigt er: Ihr haltet euch an meine mündliche Überlieferung. Mehr Lob geht kaum. Aber, es ist schon zu fragen, weil es im ganzen Brief so einmalig ist, „ob dieses Lob überhaupt ernst gemeint ist und nicht ironisch zu verstehen ist.“(W. Schrage, aaO.  S. 499) Aber es ist, wie auch immer, der Versuch, die Korinther für die nachfolgende Sicht des Paulus geneigt zu machen.

 3 Ich will aber, dass ihr wisst, dass Christus das Haupt eines jeden Mannes ist; der Mann aber ist das Haupt der Frau; Gott aber ist das Haupt Christi.

             Was für ein Einstieg: Ich will aber, dass ihr wisst. Es klingt fast so: Ich sage euch total Neues. Vielleicht allerdings ist doch nur gemeint: Darüber haben wir bis jetzt noch nicht gesprochen. Es ist schwer vorstellbar, dass die Korinther diese Rangfolge nicht kennen: Christus – der Mann  – die Frauκεφαλὴ, kephalē – „Kopf, Haupt. Schädel, Herr“(Gemoll, aaO. S. 434) Der Mensch wird vom Kopf her bestimmt. Das gilt auch unter den Menschen. Paulus folgt einer Rangfolge, die gern aus der Schöpfung abgeleitet wird. „Paulus findet also einen wesenhaften Unterschied von Mann und Weib in dem Willen des Schöpfers begründet.“(H.D. Wendland, aaO. S. 90) Darauf kommt Paulus auch später zurück. Eine Rangfolge auch, bei der Paulus kaum mit Widerspruch zu rechnen hat. Damals jedenfalls nicht. „Warum so schwierig, Paulus?“ weiterlesen

Vom Geschenk, frei zu sein

1.Korinther 10, 23 – 11, 1

 23 Alles ist erlaubt, aber nicht alles dient zum Guten. Alles ist erlaubt, aber nicht alles baut auf. 24 Niemand suche das Seine, sondern was dem andern dient.

             Paulus kommt zurück auf das Schlagwort, das in Korinth eine große Parole ist. Auf das Wort, an dem ihm selbst auch so viel liegt. Alles ist erlaubt. „Wir dürfen tun, was uns gefällt, auch das unmöglichste der Welt.“ (Liederbuch Fontäne) Im Griechischen wird es deutlicher als im deutschen Text: Im Πάντα ἔξεστιν steckt die ἐξουσία, die Vollmacht, die Macht von oben. Es geht um die Freiheit, die aus der Macht Christi kommt. Aus seiner Gewalt. „Mir ist gegeben alle Gewalt im Himmel und auf Erden.“ (Matthäus 28,18) 

             Und doch: diese Erlaubnis, die Macht hat ihre Grenze in der Frage nach der Wirkung. Wer nach der Freiheit sucht und fragt, muss schon richtig fragen: „Die ganze Fragestellung ist falsch, wenn ich nur nach meiner eigenen Freiheit, nach meinem eigenen Dürfen und Können frage.“ (W.de Boor, aaO.  S. 173) Paulus proklamiert keine schrankenlose Freiheit, sondern eine Freiheit zum Guten. Eine Freiheit, die aufbaut. Eine Freiheit, die anderen zugutekommt, die dem anderen dient.

 25 Alles, was auf dem Fleischmarkt verkauft wird, das esst und prüft es nicht um des Gewissens willen. 26 Denn »die Erde ist des Herrn und was darinnen ist« (Psalm 24,1). 27 Wenn euch einer von den Ungläubigen einlädt und ihr wollt hingehen, so esst alles, was euch vorgesetzt wird, und prüft es nicht um des Gewissens willen.

             Das ist eine Aufforderung zu unbekümmertem Umgang mit dem Alltag. Macht euch keine Skrupel. Keine Nachforschungen über die Herkunft des Fleisches – weder auf dem Markt noch bei der Einladung. Ihr macht nichts falsch, wenn ihr esst, was man euch vorsetzt. „Es ist unwichtig, ob das Fleisch aus den Tempeln kommt oder nicht.“ (C. Wolf. aaO.  S 59)

Für uns heute: seid nicht so schrecklich eng, wenn es um die Herkunft dessen geht, was euch vorgesetzt wird. Fragt nicht, ob es von glücklichen Kühen und freilaufenden Hühnern stammt. Wenn ihr die Angaben auf Lebensmittel-Packungen lest, ist das o.k. aber nicht heilsrelevant. Beschwert also nicht euer Gewissen im Übermaß.

„Was ich nicht weiß, macht mich nicht heiß.“ Mit solchen Worten bin ich aufgewachsen und habe ich lange gelebt. Ich denke oft darüber nach, dass wir – meine Frau und ich – uns in unseren jungen Jahren nicht so viele Gedanken gemacht haben. Wir sind naiv gewesen, was die Zahl unserer Kinder angeht, was die möglichen schädlichen Belastungen von Lebensmitteln angeht. Unsere Kinder durften trotz Tschernobyl auf die Wiese und wir haben nie Becquerels gemessen. Ich lese bis heute keine Angaben über Inhaltsstoffe bei Lebensmitteln. Ob der Schwarzwälder Schinken aus dem Schwarzwald kommt, interessiert mich im Grunde für mich selbst genauso wenig wie die Frage, wo meine T-Shirts gefertigt werden. Ich halte es mit Paulus: ich muss nicht alles wissen. Ich muss nicht überall auf Forschungsreise gehen. Detektiv-Arbeit leisten.

28 Wenn aber jemand zu euch sagen würde: Das ist Opferfleisch, so esst nicht davon, um desjenigen, der es euch gesagt hat, und um des Gewissens willen.

             Anders verhält es sich, wenn einer sagt: Weißt du auch, was du da isst? Weißt Du, woher Deine Klamotten kommen, dass da Sklavenarbeit mit drinsteckt und den Preis drückt? Wenn einer das Fleisch deklariert: Opferfleisch – dann sagt Paulus; nicht essen. Denn dann wird es zur Gewissenfrage. Auch wenn der Hinweisgeber kein Christ ist, sondern ein Heide. Den anderen Fall, den des verunsicherten Christen, hatte Paulus ja schon früher verhandelt (8,7-13).

Hier also kommt es zur Irritation des Heiden – nimmt der Christ etwa doch am fremden Opferkult teil? Um diese irritierte Situation für das Verhalten der Anderen zu vermeiden, kann der Verzicht auf das Essen des Fleisches geboten sein. Es ist das Gewissen der Anderen, das von mir Rücksichtnahme verlangt – nicht, weil er sie einfordert, auch nicht, weil er meine Freiheit als naiv entlarvt.

 29 Ich rede aber nicht von deinem eigenen Gewissen, sondern von dem des andern. Denn warum sollte ich meine Freiheit urteilen lassen vom Gewissen eines andern? 30 Wenn ich mit Danksagung am Mahl teilnehme, was soll ich mich Lästerer nenne lassen wegen etwas, wofür ich danke?

             Noch einmal stellt Paulus klar: die Rücksicht auf das fremde Gewissen ist Rücksicht auf das fremde Gewissen. Sie hat nichts mit dem eigenen Gewissen zu tun. Mit der eigenen Freiheit – diesmal steht da ἐλευθερία, weil es nicht um die Freiheit vor Gott geht. Sondern um die eher banale Freiheit in Sachen Ernährung.

Da ist dem Paulus etwas anderes wichtig: die Danksagung. Das Dankgebet. „Denn alles, was Gott geschaffen hat, ist gut, und nichts ist verwerflich, was mit Danksagung empfangen wird.“ (1. Timotheus 4,4) In dieser Weite will Paulus umgehen mit dem, was ihm vorgesetzt wird. Das macht ihn unbekümmert gegenüber jüdischen Reinheitsvorschriften und gegenüber der Frage nach der korrekten Herkunft seiner Lebensmittel.

 31 Ob ihr nun esst oder trinkt oder was ihr auch tut, das tut alles zu Gottes Ehre.

Aus dem bisher Gesagten zieht Paulus jetzt eine Art Summe: Hauptsache ist die Ehre Gottes. Essen und Trinken oder eben auch Nichtessen und Nichtrinken – alles zur Ehre Gottes. Gott wird geehrt, indem wir seine Gaben dankbar empfangen.

Vielleicht ist das eine seltsame und heilsame Herausforderung in einer Zeit, in der man sich eher im Vorbeigehen ernährt. Cafe to go. Brötchen auf die Hand. Fast food. Hauptsache, es geht schnell. Nein, sagt Paulus, erst die Danksagung macht aus dem Nahrungsmittel eine Gabe Gottes, eine Wohltat.

Ich habe es noch als Kind gelernt, weil ich es unaufdringlich, aber doch nachdrücklich und einprägsam von den Eltern gelehrt worden bin:

Wer ohn´ Gebet zu Tische geht, wer ohn´ Gebet vom Tisch aufsteht                         Der ist dem Ochs und Esel gleich und der kommt nicht ins Himmelreich.                                                                                L. Harms

Es ist wahr, dass da auch fragwürdige Theologie mittransportiert werden mag, so als würde das Gebet den Weg zum Himmelreich auftun und nicht die Gnade Gottes, als wäre Beten die Heilsbedingung schlechthin: Aber es ist zugleich doch richtige Erinnerung: Erst im Danken kommt es wirklich zum Empfangen.  Wird aus dem, was auf dem Tisch steht, Gabe des gütigen Gottes.

 32 Erregt keinen Anstoß, weder bei den Juden noch bei den Griechen noch bei der Gemeinde Gottes, 33 so wie auch ich jedermann in allem zu Gefallen lebe und suche nicht, was mir, sondern was vielen dient, damit sie gerettet werden

Noch einmal: Kein Anstoß. Kein Skandal. Nicht nach außen und nicht nach innen: weder bei den Juden noch bei den Griechen noch bei der Gemeinde Gottes. Provozieren ist keine sonderlich gute Idee, wenn man Menschen für die eigene Sache gewinnen will. Stattdessen so leben, dass andere, Juden und Griechen davon angezogen werden, nicht abgestoßen. Neugierig ermutigt zum Nachfragen. Paulus bleibt dabei: Ich bin in meiner Lebenspraxis nicht an meiner Freiheit orientiert, sondern an denen, mit denen ich unterwegs bin. Dass ich ihnen vielleicht Lust zum Glauben mache, dass meine Art zu leben dazu dient, damit sie gerettet werden.

             Es mag ermüdend sein, für uns heute ein wenig nervig, aber es ist für Paulus so: alles, was er sagt und tut, was er lässt und praktiziert, steht unter diesem Vorzeichen: Anderen den Weg zum Glauben offen zu halten.  Weil sie sonst in die Irre gehen, sich verlaufen ins Nichts und Nirgendwo. Es ist die Sicht des Paulus: „Es geht ohne Gott in die Dunkelheit.“ (M. Siebald)

11,1 Folgt meinem Beispiel wie ich dem Beispiel Christi!

             Es ist kein Hochmut, der Paulus das sagen lässt: Ahmt mich nach. Sondern es ist sein großer Wunsch, dass die Christen in Korinth sich an seiner Lebenspraxis ein Beispiel nehmen. Dass sie herausfinden aus einem ständigen Sich-selbst-in-die-Mitte-Stellen, nur die eigene Person sehen, nur die eigene Freiheit. Stattdessen wünscht er sich, dass sie den anderen zum Maß der eigenen Freiheit machen, dass sie füreinander da sind, dass sie die Schwachen stärken und die Zweifelnden ermutigen. Dass sie wie Paulus am Beispiel Christi lernen, die Verlorenen zu suchen, sich zu verschenken, sich zum Diener aller zu machen.

μιμητα, mimetai – Nachahmer sollen sie in Korinth werden. Nachahmer des Paulus, so wie er ein Nachahmer Christi ist. Allein darin ist Paulus ein Beispiel für die Gemeinde, dass er Jesus nachfolgt, sein Leben an ihm orientiert, ihn nachahmt in der Hingabe und der Liebe. 

Zum Weiterdenken

Es lohnt, den letzten Satz des Paulus einmal sorgfältig zu bedenken, weil er ein religionspädagogischer Leitsatz erster Güte ist. Glaube lernt sich wesentlich durch Nachahmen. Das Kind faltet die Hände, weil es das Händefalten bei denen sieht, die für es Autorität sind- Vater, Mutter, Opa, Oma. Ohne diese anschaulichen Beispiele bleiben alle Sätze über Glauben Theorie, blass und lebensfern. Jesus lehrt seine Jünger Glauben, indem er mit ihnen durch das Land geht und sie sehen, was er tut. Wie er lebt. Wie er Kranken begegnet. Wie er mit Hunger und Durst umgeht. Wie er sich im Sturm verhält. Wie er auf Feindseligkeiten antwortet. Und schließlich: Wie er den Weg ans Kreuz auf sich nimmt.

            Es ist der Zusammenhang zwischen seinen Leidensansagen, der dann auch die Worte über die Nachfolge unter dem Kreuz möglich macht, glaub-würdig. „Der Menschensohn muss viel leiden und verworfen werden von den Ältesten und Hohenpriestern und Schriftgelehrten und getötet werden und am dritten Tage auferstehen. Da sprach er zu allen: Wer mir folgen will, der verleugne sich selbst und nehme sein Kreuz auf sich täglich und folge mir nach.“( Lukas 9, 33-23) Alle Nachfolgeworte sind Ruf ins Nachahmen. In die imitatio christi.(Thoms von Kempen)

Man kann sich alle Vorträge über den Sinn das Glaubens, über seine Kraft sparen, wenn es nichts am Vortragenden zu sehen gibt. Wenn er nicht in seiner Lebenspraxis zeigt, wie Glaube geht.

 

Aus aktuellem Anlass: Es kann kein Zweifel sein – wer sich auf den Weg hinter Jesus her macht, der kann nur entsetzt sein über mörderische Gewalt, wie sie in Hanau gegen Menschen geübt worden ist, die „Fremde“ sind, weil sie nicht die gleiche Herkunft wie die Mehrheitsgesellschaft haben. Der Glaube an Christus ist ein Glaube, der die Grenzen zwischen den Völkern, den Rassen (gibt es diese Grenzen eigentlich wirklich oder nicht nur in der Einbildung?) aufheben will.  Paulus schreibt nach Galatien: „Hier ist nicht Jude noch Grieche, hier ist nicht Sklave noch Freier, hier ist nicht Mann noch Frau, ihr seid allesamt einer im Christus.“(Galater 3,28) Das ist die Vision der einen Welt wie sie im Glauben gesehen wird. Wir sind noch weit weg davon. Aber diese Vision verpflichtet uns – über alle Unterschiede hinweg.

 

 Gott. Ich tauge nicht zur Freiheit. Mir und anderen mache ich das Leben eng. Mir und anderen mache ich Vorschriften, Auflagen, Gesetze. Von kleinauf bin ich das so gewöhnt. Wo es langgeht wird uns gesagt im Kindergarten,  in der Schule, in der Lehre und im Betrieb, in der Zeitung und  im Fernsehen, in der Ehe und natürlich auch in der Kirche.

Alles ist mir erlaubt. Alles steht mir offen. Alles kann ich gestalten. Ich höre es und kann es nicht glauben. Unglaubliches Alles. Ich wage diese Freiheit nicht, die Du mir zutraust. Ich traue anderen nicht mit ihrer Freiheit, die Du ihnen zutraust.

Herr lehre uns Deine Freiheit, die nicht festhält, sich selbst nicht und die anderen nicht. Lehre uns Deine Freiheit, die aus dem Glauben kommt, die nichts misstrauisch an sich reißen muss.

Muss ich Freiheit gar nicht gelehrt werden? Sie ist da und ich darf sie einfach ergreifen – leben, wie Du sie schenkst.

Aber wenn ich zu viel Angst habe, sie zu ergreifen, dann lehre Du mich Deine Freiheit des guten Wortes, des freien Blickes, der offenen Hand, des weiten Herzens. Lehre uns Deine Freiheit und lass uns dazu mit Dir auf dem Weg bleiben, damit aus Deiner Freiheit unsere Freiheit wird. Amen

 

Abstand, um Himmels willen, Abstand

1.Korinther 10, 14 – 22

 14 Darum, meine Lieben, flieht den Götzendienst!

             „Flieht die Unzucht“ (6,18) hatte Paulus zuvor geschrieben. Jetzt: Flieht den Götzendienst. Eine Mahnung an Leute, die ihm wichtig sind, die er lieb hat. Hat Paulus Sorge, dass sie die Begegnungen mit den früheren Göttern in Korinth auf die leichte Schulter nehmen? Paulus hat es ihnen sagen wollen, dass Selbstsicherheit in Sachen des Glaubens gefährlich ist. Weil sie zur falschen Sicherheit werden kann. „Weil Hochmut vor dem Fall kommt und Heilsverlust droht“ (W. Schrage, aaO.   S. 435) – ist Fliehen geboten.

Mit dem Götzendienst – εἰδωλολατρία – gibt es kein Spielen, sondern nur Abstand. Das griechische Wort deutet darauf hin: Hier geht es um die Warnung vor der Teilnahme an heidnischen Kultmählern. Am fremden Gottesdienst würden wir vielleicht sagen. Am Kult im fremden Tempel. So richtig multireligiös fasziniert hört sich das nicht an. Ob Paulus das heute anwenden würde auf die Feier im buddhistischen Tempel oder die Teilnahme am islamischen Freitags-Gebet?

 15 Ich rede doch zu verständigen Menschen; beurteilt ihr, was ich sage.

             Aber Paulus will nicht einfach nur warnen, auch nicht befehlen. Er sucht die Verständigung mit verständigen Menschen. Er spricht sie in Korinth als urteilsfähige Leute an. Alles Warnen, alles Mahnen kann ja nie die eigene Entscheidung, das eigene Urteilen ersetzen oder überflüssig machen. Gehorsam in Sachen des Glaubens, nur weil der Apostel gesprochen hat, ist nicht das Ding des Paulus. Was er im Folgenden sagt, sollen sie also nicht unkritisch und kritiklos hören, sondern sich wie besonnene Leute dazu verhalten. Das Ziel ist, die Korinther „zu eigenen, rechten Urteil ihres Glaubens zu aktivieren.“ (W. Schrage, ebda.) In unserem Sprachgebrauch heute: Paulus versucht, sie wie mündige Christen zu behandeln und sie dadurch auch zu mündigem Christsein zu ermutigen.   „Abstand, um Himmels willen, Abstand“ weiterlesen

Lernen aus der Schrift

1.Korinther 10, 1 – 13

 1 Ich will euch aber, Brüder und Schwestern, nicht in Unwissenheit darüber lassen, dass unsre Väter alle unter der Wolke gewesen und alle durchs Meer gegangen sind; 2 und alle sind auf Mose getauft worden in der Wolke und im Meer 3 und haben alle dieselbe geistliche Speise gegessen 4 und haben alle denselben geistlichen Trank getrunken; sie tranken nämlich von dem geistlichen Felsen, der ihnen folgte; der Fels aber war Christus.

             Ein neues Thema? Oder bleibt es doch für Paulus das gleiche Thema, nur diesmal anders angegangen? Es ist ein langer Gedanken-Weg bis hierher, auf dem Paulus sich mit der Lebenshaltung und der Glaubens-Sicht der Korinther auseinander setzt. „Die falsche Freiheit verbindet sich in Korinth mit einer falschen Sicherheit und Unbekümmertheit.“ (W.de Boor, aaO. S. 162)Um eine heilsame Erschütterung dieser Sicherheit – Luther würde das „securitas“ nennen im Unterschied von der „certitudio“, der Gewissheit – geht es Paulus jetzt. Dabei hält er daran fest – was er jetzt schreibt, schreibt er Brüdern und Schwestern. In früheren Übersetzungen nur „lieben Brüdern“.

Unsere Väter – πατέρες ἡμῶν, patres hemon – das darf man nicht so eng sehen, als wären jetzt in Korinth nur die Christen angesprochen, die einen jüdischen Hintergrund haben. Paulus „setzt ganz selbstverständlich voraus, dass alle Christen in die Familie des Volkes Gottes aufgenommen sind.“ (W. Klaiber, aaO. S. 152) Darum ist die Geschichte Israels eben auch die Vorgeschichte der Christen aus den Heiden und sind die Väter Israels eben unsere Väter.

Im Hintergrund der Argumentation des Paulus steht: „Dass sich Wüstenzeit und Messiaszeit, Mose und Messias entsprechen, ist jüdische Tradition.“ (W. Schrage, aaO. S. 391) Darum kann Paulus an der Wüstenzeit deutlich machen, wie Geschehen in seiner Gegenwart zu verstehen ist. Zugleich deutet er an: Schon in der Wüstenzeit ist Christus der, von dem das Leben ausgeht – der Fels aber war Christus. Wie das zu denken sein soll, macht uns heute Schwierigkeiten, auf die Paulus nicht wirklich eingeht, so wenig wie es auch das Johannes-Evangelium mit seinem Denken in Kategorien der Prä-Existenz tut. Nur dass es so ist, dass er eine Gegenwart Christi in der Welt vor dessen Leben in der Zeit denken kann, das zeigt sich hier. „Lernen aus der Schrift“ weiterlesen