Vom vernunftgemäßen Gottesdienst

Römer 12, 1 – 8

 1 Ich ermahne euch nun, liebe Brüder, durch die Barmherzigkeit Gottes, dass ihr eure Leiber hingebt als ein Opfer, das lebendig, heilig und Gott wohlgefällig ist. Das sei euer vernünftiger Gottesdienst.

Nach dem überschwänglichen Lobpreis wird es nun wieder ausgesprochen nüchtern. Es geht um das Leben in der Welt, um Hingabe, um Opfer, um Einsatz, würden wir wohl heute sagen. Es geht darum, so denke ich, dass Paulus jetzt Konsequenzen zieht aus seinem langen Anlauf, den er genommen hat. Was in den folgenden Kapiteln gesagt wird, ist kein ethischer Anhang, sondern es ist Weitersagen und Weiter-Buchstabieren des Evangeliums in das konkrete Handeln hinein. Es geht „um die praktischen Konsequenzen der Lehre, die Paulus in Kapitel 1 – 11 entfaltet hat.“(K. Haacker; aaO. S. 252)

Das wird schon durch diese Wendung deutlich: durch die Barmherzigkeit Gottes. Sie ist die Grundlage, auf der Paulus ermahnt, ermutigt, herzlich bittet. Παρακαλ – „ich ermahne, ermutige, traue euch das zu, erbitte von euch.“ – das ist alles möglich als Übersetzung.  Ich finde es gerade darum irritierend, dass auch die neuesten Übersetzungen bei „ermahnen“ bleiben als wüssten sie nicht, welche Assoziationen vom erhobenen Zeigefinger das auslöst.

Dem Erbarmen Gottes verdanken die die Christen unter den Römern, dass sie zu Christus gehören, dass sie freien Zugang zu Gott haben. Dem Erbarmen Gottes verdankt es Paulus, dass er aus dem Christenverfolger zum Apostel gewandelt worden ist. Das ist die Autorität, die hinter den Worten des Paulus steht: das Erbarmen Gottes. οκτιρμν το θεοῦ. Was er sagt, sagt er nicht begründet durch seine Autorität als Apostel, auch nicht durch seine menschliche Authentizität, sondern durch das Erbarmen Gottes. Ihm ist das Erbarmen Gottes Grundlage für sein Reden und es bestimmt gleichzeitig die Art und Weise, wie er versucht, mit Menschen zu reden und umzugehen. Eine andere Autorität als dieses Erbarmen Gottes kennt Paulus nicht.

Es versteht sich von daher fast wie von selbst, dass sein Ermahnen nicht der erhobene Zeigefinger ist, nicht eine tadelnde oder gar züchtigende Ermahnung. Παρακαλ kann sowohl für gebieterisches Aufrufen als auch für tröstliches Zureden gebraucht werden. Es ist dringlich, wesentlich, was Paulus sagt, nicht nebensächlich. Ermutigung, Zuspruch und ernsthafte, hoffnungsvolle Erwartung.

Opfer – θυσαsagt Paulus. Hingabe höre ich, Hinwendung zu Gott. Seine Leser kennen Opfer zur Genüge. Manche aufgeklärten Leute halten auch damals schon die blutigen Opfer in den Tempeln für unvernünftig, unangemessen. Stattdessen fragen sie nach vernünftigen Opfern und vernünftigen Gottesdiensten. Dieser Gottesdienst nimmt den ganzen Menschen in Beschlag. Deshalb: Leib. σώμα, Ich lese Leib nicht als altes Wort für Körper, sondern als ein anderes Wort für mich selbst. Gebt euch „ganz Gott zur Verfügung“ (W. Klaiber, aaO. S. 203) ganz ihm hin, mit Leib und Seele. Mit allen Kräften und von ganzem Gemüt.      

            Es ist kein Opfer mehr, um Gott gnädig zu stimmen, um sich mit ihm ins Reine zu bringen. Sondern es ist Opfer als Hingabe, die der Hingabe Gottes antwortet. Der Gabe des Sohnes an uns soll unsere Hingabe an Gott entsprechen. Die Hingabe der befreiten Sünder, der gerechtfertigten Gottlosen. Gott wird sich das gefallen lassen. Darauf hofft Paulus.

Diese Hingabe sieht Paulus als lebendig, heilig und Gott wohlgefällig. Sie ist Gottesdienst. Das ist eine Entschränkung, dessen, was damals und wohl auch heute noch die Meisten hören, wenn das Stichwort Gottesdienst fällt. Gottesdienst ist nicht nur und nicht zuerst die Kult-Veranstaltung am Sonntag oder sonst einem Tag. Gottesdienst ist zuallererst das Leben im Alltag, das Gottes Willen sucht, das an ihm seine Form findet, seine Ziele, sein Maß. Das dem Dienst Gottes an uns, seiner Rechtfertigung, unserer Versöhnung mit dem eigenen Dienen Antwort zu geben versucht. Das aus der Zugehörigkeit zu Gott, aus dem Vertrauen in ihn seine Richtung hat.

Man darf aus diesen Worten gewiss keine Polemik gegen den Gottesdienst als Feier ableiten. Das liegt Paulus ferne. Aber man muss schon lesen: Der Gottesdienst als Kult, als Feier bleibt folgenlos, wenn er nicht in die Alltagspraxis des Lebens hinein fortgesetzt wird, im frommen, d. h. nützlichen und not-wendigen Tun, im Tun, das „frommt“. Das ist ja die Ursprungsbedeutung des Wortes fromm: Es nützt, es hilft, es fördert das Leben, so wie Gott es will. Wir haben ein ziemlich verkümmertes und verkürztes Bild von Frömmigkeit, wenn wir nur gefaltete Hände, Schweige-Übungen und andächtige Worte damit verbinden.

2 Und stellt euch nicht dieser Welt gleich, sondern ändert euch durch Erneuerung eures Sinnes, damit ihr prüfen könnt, was Gottes Wille ist, nämlich das Gute und Wohlgefällige und Vollkommene.

Um das tun zu können, braucht es andere Verhaltensmuster als sie üblich sind. „Die Freiheit des Christenstandes bewährt sich in der Situation der Entscheidung.“ (O. Michel, Der Brief an die Römer, KEK NT,  Göttingen 1955,  S. 262) Christen dürfen nicht dem Schema der Welt folgen. Das meint das Wort συσχηματζεσθε sehr präzise. Sich dem Weltschema verweigern, Abweichen riskieren. Es geht um Handlungsalternativen, die aus einer anderen Gesinnung kommen. Aus derνακαινσις, der Erneuerung, was viel mehr beinhaltet als nur anders Denken. Es ist „Neuschöpfung oder Neuordnung in Christus“ (K. Haacker; aaO. S. 254)

            Dass es zu solcher Umgestaltung des Denkens, Wollens und Handelns kommt, ist ein aktiver und zugleich passiver Vorgang. Man könnte, näher an der griechischen Grammatik auch übersetzen: Lasst euch nicht gleichschalten, lasst euch neu gestalten….. „Paulus verwendet… den Imperativ des Passiv, eine Redeweise, die das Deutsche gar nicht kennt. Einerseits wird damit deutlich gemacht: Hier geht es um den Einfluss von Machtverhältnissen, die die Entscheidung der Einzelnen übergreifen. Andererseits sind die Christen solchen Einflüssen nicht ohnmächtig ausgeliefert, sondern sind gefragt, welche Kräfte sie auf ihr Leben wirken lassen.“(W. Klaiber, aaO. S. 204)

Es geht also um so etwas wie Widerstandskraft gegen den Sog. Gegen das „man“. Gegen den Zeitgeist. Gegen die Logik, die die Welt beherrscht. Gegen das, was „in“ ist. Es geht damit auch um eine kritische Auseinandersetzung. Paulus traut den Christen in Rom zu, dass sie prüfen können, beurteilen, sich richtig entscheiden. Dass sie wissen, „wessen Geistes Kinder sie sind.“(Lukas 9,55)

            Die Christen werden nicht ins Passiv gesetzt. Paulus sieht sie entscheidungsfreudig und entscheidungsfähig. Mit klaren Maßstäben, die er auch benennt. Sie wissen, was Gottes Wille ist, nämlich das Gute und Wohlgefällige und Vollkommene. Das klingt nach Aufnahme von ethischen Leitworten, die nicht völlig außerhalb des Denkhorizonts seiner Zeit liegen. Vom Guten, Wohlgefälligen und Vollkommenen könnten auch römische Philosophen reden. Der Unterschied zu ihnen liegt darin: Für Paulus ist das  nicht durch die Sicht von Menschen zu bestimmen, sondern es ist durch den Willen Gottes schön längst bestimmt.

  3 Denn ich sage durch die Gnade, die mir gegeben ist, jedem unter euch, dass niemand mehr von sich halte, als sich’s gebührt zu halten, sondern dass er maßvoll von sich halte, ein jeder, wie Gott das Maß des Glaubens ausgeteilt hat.

             Der Satz fängt eher defensiv an: durch die Gnade, die mir gegeben ist. Paulus weiß nicht alles. Es ist eine merkwürdiger Gedanke: Von dem großen Ganzen der Gnade hat Paulus einen Teil, seinen Teil. Paulus hat nicht alle Gaben Gottes und auch die, an die er schreibt,  haben nicht die ganze Gnade, sondern jeder hat seinen, ihm angemessenen Anteil. Paulus wirbt auf Grund dessen, was er empfangen hat, aufgrund seiner Einsichten, die er doch der Gnade verdankt, um maßvolle Selbsteinschätzung, σωφρονεν. „Das Stichwort „Besonnenheit“ hat damals hohen ethischen Stellenwert. Für die Philosophen der Zeit gehört die Besonnenheit zu den (vier) Haupttugenden, deren sich ein vernünftiger Mensch befleißigen soll.“ (P. Stuhlmacher, aaO, S. 172) 

Dahinter steht das Bild, das Paulus anschließend entfaltet. Keiner kann alles. Keiner hat alle Gaben. Sondern  jeder hat den Glauben nach einem bestimmten Maß. So wie es ihm entspricht, für ihn stimmig und nötig ist. Es ist eben nicht so: Alle haben das gleiche Maß des Glaubens. Sondern manche haben mehr, manche anderes, manche überhaupt nichts, was auffällig wäre.

Wichtig ist: Hier spricht Paulus nicht von dem Glauben an Christus. Nicht von dem Glauben, mit dem Gott die Christen sich selbst recht macht. Da gibt es nur ein Maß – dass wir uns die Liebe Gottes gefallen lassen. Wohl aber gibt es ein unterschiedliches Maß in den Aufträgen, Aufgaben und Herausforderungen, vor die der Glauben stellt.

 4 Denn wie wir an „einem“ Leib viele Glieder haben, aber nicht alle Glieder dieselbe Aufgabe haben, 5 so sind wir viele „ein“ Leib in Christus, aber untereinander ist einer des andern Glied, 6 und haben verschiedene Gaben nach der Gnade, die uns gegeben ist.

    Es ist das Bild einer vielfältigen und nicht einer uniformen Gemeinschaft, das Paulus hier entwirft. Alle gehören zu dem einen Leib, aber sie sind deshalb nicht alle gleich, sondern verschieden. So wie der Leib unterschiedliche Gliedmaßen hat, so auch die Gemeinde. Menschen sind unterschiedlich begabt, mit unterschiedlichen Gaben ausgestattet. Dass die Christen „ein“ Leib in Christus sind, macht sie nicht alle gleich, was ihre Gaben und Begabungen angeht. Mit diesen Worten „widersetzt sich Paulus der verführerischen Kraft des Gleichheitsideals.“(A. Schlatter, aaO. S.336) Stattdessen sieht Paulus eine beglückende Vielfalt. Eine Vielfalt, die bereichert, weil sie die Gemeinde zu einem Lebensraum macht, in dem jede und jeder seine Gaben, das was die Gnade ihm zugeteilt hat, auch wirklich einbringen kann.

             Der Mainzer Anglistik-Professor Manfred Siebald hat zu diesen Gedanken vor langen Jahren schon ein Lied geschrieben, das wie eine Auslegung dieser Gedanken des Paulus ist.  In Auszügen:

 Gut, dass wir einander haben, gut, dass wir einander sehn.                                Sorgen, Freude, Kräfte teilen und auf einem Wege gehn.                                          Gut, dass wir nicht uns nur haben,  dass der Kreis sich niemals schließt             und dass Gott, von dem wir reden, hier in unsrer Mitte ist

 Keiner, der nur immer redet; keiner, der nur immer hört.                                   Jedes Schweigen, jedes Hören, jedes Wort hat seinen Wert.                                  Keiner widerspricht nur immer; keiner paßt sich immer an.                                Und wir lernen, wir man streiten und sich dennoch lieben kann.                 

Keiner, der nur immer jubelt; Keiner, der nur immer weint.                                   oft schon hat uns Gott in unsrer Freude, unsrem Schmerz vereint.                     Keiner trägt nur immer andre; keiner ist nur immer Last.                                     Jedem wurde schon geholfen; Jeder hat schon angefaßt.

Keiner ist nur immer schwach, und keiner hat für alles Kraft.                                Jeder kann mit Gottes Gaben das tun, was kein andrer schafft.                              Keiner, der noch alles braucht, und keiner, der schon alles hat.                             Jeder lebt von allen andern; Jeder macht die andern satt.                                                   M. Siebald, CD Worte wie Brot 1994

             Es kommt nicht von ungefähr, dass dieses Lied die Hymne unzähliger Hauskreise ist.

Ist jemand prophetische Rede gegeben, so übe er sie dem Glauben gemäß. 7 Ist jemand ein Amt gegeben, so diene er. Ist jemand Lehre gegeben, so lehre er. 8 Ist jemand Ermahnung gegeben, so ermahne er. Gibt jemand, so gebe er mit lauterem Sinn. Steht jemand der Gemeinde vor, so sei er sorgfältig. Übt jemand Barmherzigkeit, so tue er’s gern.

Ein paar dieser unterschiedlichen Gaben und Begabungen zählt Paulus im Folgenden auf. Sicherlich dabei nicht auf Vollständigkeit bedacht. Die Liste der Beispiele ist bis heute ergänzungsfähig. Sie „bezieht sich entweder auf alle allgemeinen Dienste innerhalb der Gemeinde oder auf die Versorgung der Gemeindeglieder in ihren jeweiligen Verhältnissen.“ (O. Michel, aaO, S.267)  Beide Male aber setzt sie eine Vielfalt von Fähigkeiten, Aktivitäten und Menschen voraus. Nie das One-Man-Team. Es gibt Leute, die prophetische Einsichten weitergeben können, Wegweisung, weil sie Eindrücke von Gott her empfangen. Es gibt Menschen, die andere aufrichten können durch ihre Zuwendung, die die besondere Gabe des Dienens, in der Luther-Übersetzung: Amt haben. Die einen Blick für das haben, was nötig ist und es auch organisieren können. Das alles schwingt in dem Wort διακονία mit, das ja ohne Übersetzung in unsere Sprache eingegangen ist: Diakonie.

Es gibt Lehrer, die das gedankliche Gebäude des Glaubens erklären könne, auf den Punkt bringen können. Ich denke, hier sieht sich auch Paulus selbst mit seiner Gabe. Es gibt die in der Gemeinde, die ermahnen, ermutigen, trösten. Es gibt Leute in der Gemeinde, die Leitungsbegabungen haben, die einen Blick haben für die Richtung, in die sich eine Gemeinde entwickeln kann. Und es gibt die, die ein Herz für andere haben, nicht nur für Kinder, sondern für alle, die bedürftig sind, die Einsamen, die Verlassenen, die Verwitweten, die oft gescheitert sind, die sich nicht recht behaupten können. Es sind so viele, die auf πλτης, auf Barmherzigkeit angewiesen sind, die von Herzen kommt.

Das charakterisiert diese ganze Darstellung des Paulus: Er stellt sich Menschen vor, die ihre Fähigkeiten, ihren Anteil an den guten Gaben Gottes, gerne einsetzen, nicht aus Pflicht, sondern aus der Freude der Beschenkten heraus. Gern. Von Herzen. λαρτης – „Heiterkeit, Fröhlichkeit.“ (Gemoll, Griech.-Deutsches Schul- u. Handwörterbuch, München 1957., S. 336) Nicht mit zusammengekniffenen Augen, zwanghaft pflichtbewusst. Weil Christ*innen dienen müssen. Vielmehr: Sie haben mit ihrer Gnadengabe ja Anteil an der großen Gnade. Mit ihrem Charisma, χαρσμα das ist die Gnadengabe im eigentlichen Wortsinn, an der Charis, χαρς, der Gnade.

Weil das so ist, können sie auch auf Gleichmacherei verzichten. Und prägen sich den folgenden Satz als gute Wegweisung ein: „Versuche niemals, jemanden so zu machen, wie du selbst bist. Du weißt – und Gott weiß es auch, dass einer von deiner Sorte genug ist.“ (R.W. Emerson, zit nach Das Wycliff-Magazin 1/2015, S. 6)

Es ist schon eine völlig andere Sicht als sie heutzutage mit den Worten verbunden wird. Die χαρσματα, Charismata sind für die Gemeinde da und nicht, damit der Einzelne toll da steht. Der „charismatische“ Mensch, wie ihn Paulus vor Augen hat, ist einer, der zuerst, zuletzt und vor allem für andere da ist. Und nicht am eigenen Heiligenschein und der eigenen Profilierung arbeitet.

Die Herausforderung an das eigene Denken und Glauben:

Paulus sieht die Christ*innen nicht stromlinienförmig in der Gesellschaft unterwegs. Sie sind Außenseiter, Dissidenten. Ihr Glauben macht sie zu „Weltfremden“. So stehen Christen immer wieder schlicht vor der Frage: Was entspricht Gott in dieser oder jener Situation, in der ich gerade stehe? Oder anders, fast ein wenig naiv klingend, gesagt: Was würde Jesus an meiner Stelle tun? Wer versucht, das zu leben, merkt, dass es alles andere als naiv ist, sondern höchst anspruchsvoll, mutet es mir doch zu, die Welt mit den Augen Gottes zu sehen und nicht durch die Brillen, die mir andere aufsetzen oder die ich der Kultur, der Erziehung, meinem Wesen verdanke.

Es ist ein Bild von Gemeinde, das hier von Paulus angedeutet wird, das wenig gemeinsam hat mit den Bildern von Betreuungskirche, in der eine oder einer für alle glaubt, hofft, betet, dient, seelsorgt. Es ist das anziehende Bild einer dynamischen Kirche, in der jeder und jede gebraucht wird, ihren und seinen Platz findet, so wie wir es wohl manchmal singen, aber viel zu selten leben. Alltäglich leben.

Im Schiff, das sich Gemeinde nennt, muss eine Mannschaft sein,
sonst ist man auf der weiten Fahrt verloren und allein.
Ein jeder stehe, wo er steht, und tue seine Pflicht;
wenn er sein Teil nicht treu erfüllt, gelingt das Ganze nicht.
Und was die Mannschaft auf dem Schiff ganz fest zusammen schweißt
in Glaube, Hoffnung, Zuversicht, ist Gottes guter Geist.                                                                                 M. G. Schneider 1963

            Vielleicht, so denke ich, auch ein wenig selbstkritisch, singt sich, was Paulus hier schreibt und als Wirklichkeit der Gemeinde will, leichter als es sich lebt.

 

Heiliger Gott, Ich danke Dir, dass Du Deiner Gemeinde alles schenkst, was sie braucht, um der Welt zu dienen: Menschen, Begabungen, Kraft und Zuversicht, Trost und Beständigkeit.

Gib Du uns doch, dass wir uns freuen an der Vielfalt der Gaben, daran, dass wir unterschiedlich sind im Denken und Reden, Singen und Beten und Handeln, dass wir diesen Reichtum schätzen lernen, weil wir darin die Fülle Deiner Gnade erfahren. Amen