Erschreckend scharf

  1. Thessalonicher 2, 13 – 20

13 Und darum danken wir auch Gott ohne Unterlass dafür, dass ihr das Wort der göttlichen Predigt, das ihr von uns empfangen habt, nicht als Menschenwort aufgenommen habt, sondern als das, was es in Wahrheit ist, als Gottes Wort, das in euch wirkt, die ihr glaubt.

             Atemberaubend! Wieder ein Dank. Es ist, als kämen die drei Briefschreiber nicht aus dem Danken heraus. Ohne Unterlass. Ununterbrochen. Sie schreiben nach Thessalonich, an die Gemeinde und sie danken Gott, einmal mehr. „Grund des Dankes ist die Annahme ihrer Verkündigung als Gotteswort durch die Gemeinde.“(H. Roose, Der erste und zweite Thessalonicherbrief, Neukirchen, 2016, S. 36) Es ist nicht selbstverständlich, dass sie Gehör gefunden haben, dass ihre Verkündigung Echo gefunden hat. Noch weniger selbstverständlich, dass sie Glauben geweckt hat.

 Die Worte der Apostel sind den Thessalonichern zu Gottes Wort geworden. Sie haben in der menschlichen Rede die Anrede Gottes gehört. Und Paulus sagt: Ihr habt damit  in Wahrheit recht gehört. Es sind nicht unsere Worte, über die wir verfügen. Es ist nicht die Wirkung menschlicher Überredungskunst, der die Thessalonicher erlegen sind. Später wird Paulus so schreiben: „Auch ich, liebe Brüder, als ich zu euch kam, kam ich nicht mit hohen Worten und hoher Weisheit, euch das Geheimnis Gottes zu verkündigen. Denn ich hielt es für richtig, unter euch nichts zu wissen als allein Jesus Christus, den Gekreuzigten. Und ich war bei euch in Schwachheit und in Furcht und mit großem Zittern; und mein Wort und meine Predigt geschahen nicht mit überredenden Worten menschlicher Weisheit, sondern in Erweisung des Geistes und der Kraft, damit euer Glaube nicht stehe auf Menschenweisheit, sondern auf Gottes Kraft.“ (1. Korinther 2, 1 – 5) Gott hat aus Menschenworten sein Wort werden lassen.

Wenn ich es richtig sehe, geht es Paulus nicht so sehr um eine komplizierte Verhältnisbestimmung vom Gotteswort im Menschenwort. Ihm geht es darum seine Leser zu vergewissern: Ihr seid auf dem richtigen Weg. Gott selbst hat an euch gehandelt, durch unsere Worte.

Das ist ja auch für diesen Brief nach Saloniki anwendbar. Er ist ein Gelegenheits-Schreiben und trägt alle Zeichen eines solchen Schreibens. Er ist Reaktion auf Nachrichten, Antwort auf Fragen, setzt sich mit Problemen auseinander,  die nur für den Augenblick Bedeutung haben. Er ist kein abgehobenes oder abgeklärtes Programm-Schreiben, das eine große Vision vermittelt. Und doch ist er Wort, durch das Gott sich zu Worten melden kann und gemeldet hat. Immer wieder. Weil der Brief geholfen hat, den eigenen Weg mit Gott zu klären.

Alles, was Paulus schreibt, sagt er nicht hochmütig, sondern demütig. Es ist ja nicht sein Wort. Er hat es auch empfangen und er gibt nur weiter, was er empfangen hat: „Ich erinnere euch aber, liebe Brüder, an das Evangelium, das ich euch verkündigt habe, das ihr auch angenommen habt, in dem ihr auch fest steht, durch das ihr auch selig werdet, wenn ihr’s festhaltet in der Gestalt, in der ich es euch verkündigt habe; es sei denn, dass ihr umsonst gläubig geworden wärt. Denn als Erstes habe ich euch weitergegeben, was ich auch empfangen habe…“(1. Korinther 15, 1-3) Das Evangelium zu sagen ist eine Sache der Treue gegen das empfangene Wort. An dieses Wort, die Schrift Alten und Neuen Testamentes sind die Boten gebunden, bis heute.

14 Denn ihr, Brüder und Schwestern, seid Nachfolger geworden der Gemeinden Gottes in Judäa, die in Christus Jesus sind; denn ihr habt dasselbe erlitten von euren Landsleuten, was jene von ihren erlitten haben, den Juden,

             So wie Paulus in einer Kette der Weitergabe steht, so sind die Thessalonicher in eine „Kette“ eingetreten. Sie folgen den Gemeinden Gottes in Judäa nach. Die heidenchristliche Gemeinde in Thessalonich erlebt nichts anderes als die Gemeinde in Jerusalem, in der jüdische Menschen an Jesus als den gekommenen Messias glauben. Es gibt so etwas wie eine Leidens- und Schicksalsgemeinschaft im Glauben. Beide sind sie Gemeinden Gottes, die  in Christus Jesus sind. Das also bestimmt Gemeinde, dass sie in Jesus Christus ist, in ihm ihren Grund und ihre Hoffnung hat. Das schließt Leidensgemeinschaft mit ein – so folgt sie ja dem gekreuzigten Herrn und allen, die in seiner Nachfolge Leiden geschmeckt haben.

Man merkt es nicht gleich, aber hier werden neue Töne hörbar. „Der Ton war bisher sehr harmonisch, erfüllt von Dank und Verbundenheit zwischen den Verfassern und der Gemeinde in Thessalonich. Doch nun folgt unvermittelt eine durch und durch negative Aussage über die Juden.“(H. Roose, aaO. S. 37) Doch darf man nicht überhören: Es sind nicht die Juden, die der Gemeinde in Thessalonich zusetzen, sondern ihre Landsleute. Griechen wie sie selbst. Es ist also erst einmal „nur“ ein schlichter Vergleich: „Das Leiden der Gemeinde in Thessalonich entspricht dem Leiden der Gemeinden in Judäa. Das Verhalten der „eigenen“ Landsleute entspricht dem Verhalten der Juden.“ (H. Roose, aaO. S. 38) 

15 die den Herrn Jesus getötet haben und die Propheten und die uns verfolgt haben und die Gott nicht gefallen und allen Menschen feind sind, 16 indem sie uns hindern, den Heiden zu predigen zu ihrem Heil, um das Maß ihrer Sünden allenthalben voll zu machen. Aber der Zorn Gottes ist schon bis zum Ende über sie gekommen.

            Diese Worte haben mit dem Konflikt in Thessalonich, mit der Bedrängnis der Gemeinde durch die eigenen Landsleute nichts zu tun. Sondern es geht nur um eine Parallelität. Die Griechen in Saloniki führen sich vergleichbar so auf wie die Juden in Judäa. Es ist keine neue Erfahrung für die Christen.

             Hier kann jetzt schlicht verwiesen werden auf das, was Lukas in der Apostelgeschichte erzählt. Paulus könnte ja auch aus eigenem Beteiligtsein darüber reden, wie Christinnen und Christen in Judäa  einstehen gelernt haben für ihren Glauben. Mit ihnen schließt er sich in dem sie haben uns verfolgt zusammen. Lange schon ist der Verfolger zu einem Mitverfolgten geworden. Auch das gehört zu seinem Verfolgtwerden, dass ihm die Botschaft an die Heiden verwehrt werden sollte.

            Ist Paulus hier auf einer antijudaistischen Spur? Freundlich sind seine Sätze jedenfalls nicht. Was hier aufgeführt wird, wirkt auch schematisiert, typisiert – so sind sie, die Juden. Und er pauschalisiert dabei: die Juden. Alle? Oder nur die Führenden? Oder doch nur eine Minderheit? solche Fragen werden erschlagen durch dieses platte: die Juden.

Es ist eine harte Zusammenstellung: Die haben den Herrn Jesus getötet und die Propheten und haben uns verfolgt. Die Konsequenz daraus: Ablehnung und Feindschaft allenthalben. Es ist eine einzige große Anklage. Sie stützt sich auf eine Zusammenschau von Fakten, die verkürzt und einseitig ist. Vielleicht ein bisschen verständlich als Reaktion auf Erfahrungen. Paulus hat seine Volksgenossen, seine „Brüder nach dem Fleisch“(Römer 9,3) sich selbst gegenüber nicht sonderlich freundlich erlebt – nach seiner Lebenswende.

Dazu kommt: Es gibt wirklich den Widerstand gegen die Evangeliums-Verkündigung unter den Heiden. Die Apostelgeschichte mag als Beleg ausreichen. Schon Petrus hat ihn erfahren: „Als Petrus hinaufkam nach Jerusalem, stritten die aus der Beschneidung mit ihm und sprachen: Du bist zu unbeschnittenen Männern gegangen und hast mit ihnen gegessen.“(Apostelgeschichte 11,3) Später Paulus und Barnabas: „Sie verkündeten, wie viel Gott mit ihnen getan hatte. Da traten einige von der Gruppe der Pharisäer auf, die gläubig geworden waren, und sprachen: Man muss sie beschneiden und ihnen gebieten, das Gesetz des Mose zu halten.“(Apostelgeschichte 15 4-5) Aber: reicht dieser Widerstand zu dem harschen Urteil: die allen Menschen feind sind, indem sie uns hindern, den Heiden zu predigen zu ihrem Heil. Es scheint, als würden hier – verhängnisvoll – Stereotypen aus der Umwelt bedient. Das aber kann einen nachdenklich fragen lassen, ob das vielleicht eine bleibende Gefahr ist – nicht nur für Verkündiger bis heute, auch für die Gemeinde: sich mit Stereotypen sozusagen „Luft zu machen.

Wichtiger als die Entschuldigung: „Das ist emotional,“, ausgelöst durch die Situation der verfolgten Gemeinde und des in seiner Arbeit immer wieder behinderten und an Leib und Leben bedrohten Missionars(K. Haacker, Aus der Freiheit leben – Galater, Thessalonicher und Philemon, Bibelauslegung für die Praxis 23, Stuttgart 1982, S.108) ist mir, dass Paulus auch ganz anders über Israel denken, reden und schreiben kann:  „Ich selber wünschte, verflucht und von Christus getrennt zu sein für meine Brüder, die meine Stammverwandten sind nach dem Fleisch, die Israeliten sind, denen die Kindschaft gehört und die Herrlichkeit und die Bundesschlüsse und das Gesetz und der Gottesdienst und die Verheißungen, denen auch die Väter gehören und aus denen Christus herkommt nach dem Fleisch, der da ist Gott über alles, gelobt in Ewigkeit. Amen.“ (Römer 9,3-5) Im gleichen Zusammenhang hält er fest – und das ist der Satz, der auch und gerade hier Korrektur aller Emotionen ist: „Denn Gottes Gaben und Berufung können ihn nicht gereuen.“(Römer 11,29) Das glaubt Paulus über Israel, auch wenn er – wohl ein paar Jahre früher – seine Sätze nach Thessalonich schreibt.

Umso rätselhafter ist dann aber der Satz über den Zorn Gottes. „Die große äußere Katastrophe des Jahres 70 lag damals noch fern.“ (W. de Boor, Die Briefe des Paulus an die Thessalonicher, Wuppertal 1977, S.53) Mit einem konkreten Ereignis in der Geschichte, an dem der Zorn Gottes sich zur Zeit des Paulus zeigen würde, lässt sich die Wendung nicht zusammen bringen. Das muss auch nicht sein.

            Wie ist aber οργή του θεου dann zu verstehen? Dass jüdische Menschen die Propheten getötet haben und Gott nicht gefallen, das könnte auch in jüdischen Schriften stehen, als eine Anklage, die zur Umkehr ruft. „Aber sie verspotteten die Boten Gottes und verachteten seine Worte und verhöhnten seine Propheten, bis der Grimm des HERRN über sein Volk wuchs und es kein Vergeben mehr gab.“ (2. Chronik 36,16) Das führt zur Bemerkung des Exegeten: Paulus „übernimmt die Anklage, die Israel und das Judentum lange schon gegen sich selbst formuliert hatten.“(T. Holtz, Der Erste Brief an die Thessalonicher EKK XIII; Neukirchen 1986, S. 103)

            Die Antwort auf solches Verhalten ist der Zorn Gottes über Israel. „Durch ihr Verhalten von den Tagen der Väter bis zur Gegenwart machen sie das Maß ihrer Sünden voll, so dass sie für das die Sünden der Menschen strafende Zornesgericht Gottes reif sind. Der Zorn Gottes trifft sie nicht für immer, nicht in die Ewigkeit hinein, so dass sie endgültig verworfen sind… er trifft sie wohl jetzt, aber dann beim Endgericht nicht mehr.“ (G. Friedrich, Der Erste Brief an die Thessalonicher, NTD 8; 1976, S. 223) Die Kommentare lesend merke ich, dass ich mit meinen Schwierigkeiten zur Stelle nicht allein bin. Wie tröstlich. Es gibt eben auch solche Aussagen bei Paulus, an denen wir schwer zu kauen haben, weil wir sie nicht historisch erläutern können.

Es ist wohl so: „Paulus greift hier Traditionen der Kritik am Judentum auf, die er in bestimmter Hinsicht  gerade aktuell und passend findet.“(K. Haacker, aaO. S. 107) Es gibt darüber hinaus in der Umwelt den Vorwurf des Atheismus an Juden, ausgelöst durch ihren Monotheismus und unterstützt durch die Verweigerung von Götterbildern, auch durch die Verweigerung, „an paganen (-=heidnischen) kultischen Versammlungen oder an gesellschaftlichen Versammlungen mit kultischen Obertönen teilzunehmen.“ (H. Roose, aaO. S. 43) So gesehen bedient der Jude Paulus, der er ja immer noch ist und lebenslang bleiben wird, auch als Christusgläubiger Jude, mit seinen Mit-Autoren antijüdische Ressentiments. Das ist erschreckend genug.

Umso wichtiger ist die folgende Feststellung und Mahnung: Selbst „wenn diese Anklagen aus der Situation heraus verständlich sind, so ist es noch lange nicht gerechtfertigt, diese „Suppe“ jahrhundertelang wieder aufzuwärmen, nachdem längst die Kirche mächtig und das Judentum zu einer zerstreuten, behinderten Minderheit geworden ist.“ (K. Haacker, aaO. S. 108) Viel zu lange haben wir als Kirchen die verhängnisvolle Langzeit-Wirkung dieser Worte ignoriert und uns für unbeteiligt daran erklärt. Wir sind aber nicht unbeteiligt. Es gibt so etwas wie eine Pflicht gerade auch an die Ausleger biblischer Texte, diese Worte „einzufangen“, ihre Schärfe kritisch zu beleuchten und sie durch die anderen Texte, die von der bleibenden Erwählung Israels reden, zu relativieren. Das ändert nichts daran: „Die Schärfe der Polemik hinterlässt Ratlosigkeit.“ (H. Roose, aaO. S. 46) 

 17 Wir aber, Brüder und Schwestern, nachdem wir eine Weile von euch getrennt waren – von Angesicht, nicht im Herzen -, haben wir uns umso mehr bemüht, euch von Angesicht zu sehen mit großem Verlangen. 18 Darum wollten wir zu euch kommen, ich, Paulus, einmal und noch einmal, doch der Satan hat uns gehindert.

            Wieder wechselt der Tonfall und wird nach den Ausfälligkeiten erneut herzlich. Es schmerzt die drei, dass sie von euch getrennt waren.  Es soll nicht dabei bleiben – wir sind innerlich verbunden. Es genügt Paulus und den beiden anderen nicht, dass die Gemeinschaft im Geist ungebrochen da ist. Er will seine Leute auch sehen, von Angesicht zu Angesicht. „Wie verwaist“ (T. Holtz, aaO. S. 114) kommt Paulus sich ohne die Thessalonicher vor. Es ist nicht nur so, dass Paulus den Thessalonichern fehlt, sie fehlen ihm auch. „Ορφανός ist nicht einseitig auf den Zustand der Kinder, die elternlos sind, festgelegt, sondern es kann auch die Eltern bezeichnen, die ihrer Kinder beraubt sind.“(T. Holtz, aaO. S. 115) So ist das Wort ein Signal für die Tiefe der Beziehung, die Paulus mit dieser Gemeinde verbindet. Der Schmerz über die Trennung ist tiefer als es die Luther-Übersetzung nachdem wir eine Weile von euch geschieden waren sichtbar werden lässt.

Am 14. 6. 1943 schreibt Bonhoeffer aus seiner Zelle in Tegel: „Bei aller Gewissheit der geistlichen Verbindung zwischen Euch und mir, hat der Geist doch offenbar immer ein ungestilltes Verlangen nach Sichtbarmachung dieser Verbindung der Liebe und des Gedenkens, und die materiellen Dinge werden dann Träger der geistigen Realitäten.“(D. Bonhoeffer, Widerstand und Ergebung, zit. nach Siebenstern, München 1951, S. 40) Briefe helfen, die Verbindung zu halten. Aber sie können die Begegnungen von Angesicht zu Angesicht nicht ersetzen.

Darum leidet Paulus daran, dass seine ureigensten Reisepläne nach Thessalonich zweimal gescheitert sind. Der Satan hat uns gehindert. So hoch greift Paulus. Er sieht die Hindernisse nicht als naturgegeben. Er kann und will sich auch nicht mit ihrem Scheitern abfinden. „Aus dem Text lässt sich nicht entnehmen, was die Reise nach Thessalonich unmöglich gemacht hat, ob es Krankheit war oder ob es die Verhältnisse in Thessalonich oder in Korinth nicht zuließen.“ (G. Friedrich, aaO. S. 231)  Die äußeren Umstände sind wohl auch nicht so wichtig, sondern diese Deutung: Der Gegenspieler Gottes ist auf dem Plan, wo das Evangelium vorwärts drängt

19 Denn wer ist unsre Hoffnung oder Freude oder unser Ruhmeskranz – seid nicht auch ihr es vor unserm Herrn Jesus, wenn er kommt? 20 Ihr seid ja unsre Ehre und Freude.

Das ist der Grund der Sehnsucht. Die Gemeinde ist für Paulus das, woran sich seine Freude festmacht. Wenn er sie sieht, sieht er seine schönsten Hoffnungen erfüllt. Sie sind ihm Zeichen  des Wirkens Christi. Darum kann er auch so missverständlich sagen: Ihr seid  unser Ruhmeskranz, unsre Ehre und Freude.

             Paulus kann offensichtlich ziemlich unverkrampft über himmlischen Lohn, himmlische Auszeichnungen nachdenken. Er hat ein entspanntes Verhältnis dazu, dass er für seine Mühe als Bote des Evangeliums einen himmlischen Siegeskranz ernten könnte. So, als diesen Kranz, sieht er jetzt schon die Gemeinde, an die er schreibt.

Er kann das wohl auch deshalb, weil er an anderer Stelle sagen kann: „Einen andern Grund kann niemand legen als den, der gelegt ist, welcher ist Jesus Christus. Wenn aber jemand auf den Grund baut Gold, Silber, Edelsteine, Holz, Heu, Stroh, so wird das Werk eines jeden offenbar werden. Der Tag des Gerichts wird’s klarmachen; denn mit Feuer wird er sich offenbaren. Und von welcher Art eines jeden Werk ist, wird das Feuer erweisen. Wird jemandes Werk bleiben, das er darauf gebaut hat, so wird er Lohn empfangen. Wird aber jemandes Werk verbrennen, so wird er Schaden leiden; er selbst aber wird gerettet werden, doch so wie durchs Feuer hindurch.“ (1. Korinther 3, 11-15)

Es scheint so, als sei er innerlich unabhängig von allen denkbaren Urteilen.  Doch wohl deshalb, weil für ihn das Urteil feststeht: „Ist Gott für uns, wer kann wider uns sein? Der auch seinen eigenen Sohn nicht verschont hat, sondern hat ihn für uns alle dahingegeben – wie sollte er uns mit ihm nicht alles schenken?“ (Römer 8,31b.32) Die Hoffnung auf den Ruhmeskranz im Himmel nimmt nichts weg davon, dass alles Heil Christi Werk ist. Aber sie hält fest, dass sich auch Christen freuen dürfen an denen, bei denen sie sehen: Meine Worte und mein Leben haben bei ihnen ein Echo gefunden.

 

Was die anderen über mich denken, mein Gott, kann mir doch egal sein. Was Du von mir hältst, darauf kommt es zum Schluss an. Daran liegt mir schon heute.

Und ich hülle mich in Deine Worte wie in einen schützenden Mantel ein: „Ich habe dich je und je geliebt darum habe ich dich zu mir gezogen aus lauter Güte“. Ich danke Dir für dieses Wort, an dem ich nie satt werden kann und das die Sehnsucht nach Dir aufrecht erhält.

Dir geht es entgegen durch die Zeiten hindurch, Dir, der mich so sieht. Amen