Hirten füreinander?

Hesekiel 34, 1 – 16

 1 Und des HERRN Wort geschah zu mir:

             Eine neue Botschaft. Ohne Zeitangabe. Aber es muss nicht gesagt sein, dass sie deshalb weit nach dem Tag ergeht, an dem Hesekiel seine Redefähigkeit wieder gewonnen hat. Wenn da ein Wort an ihn ergeht, dann hat er ja auch wirklich zu sagen. Wortereignisse an einen Stummen wären ja irgendwie in sich selbst widersprüchlich, fast paradox.

 2 Du Menschenkind, weissage gegen die Hirten Israels, weissage und sprich zu ihnen: So spricht Gott der HERR: Wehe den Hirten Israels, die sich selbst weiden! Sollen die Hirten nicht die Herde weiden?

             Du Menschenkind – Menschensohn übersetzt Zimmerli immer! – schon in der Ankündigung des Auftrags wird seine Stoßrichtung benannt. Gegen die Hirten Israels. Das gibt den Worten noch einmal zusätzlich Gewicht. Weissagen soll der Prophet. Prophezeien. προφήτευσον übersetzt die griechische Septuaginta. Das ist nicht einfach nur über Zukunft informieren, Kommendes ansagen, sondern hier schwingt schon mit: Diese Zukunftsansagen sind Gericht.

Sofort wird der Anklagepunkt genannt: Die Hirten sind ihrem Auftrag untreu. Die Herde sollen sie weiden, sie aber weiden sich selbst. Sie kümmern sich nicht um die, für die sie dasein sollen. Ihre ganze Sorge ist selbstbezogen.

Wer sind diese Hirten, von denen die Rede ist? „Hirte und Herde sind im Alten Orient eine verbreitete Metapher für einen Herrscher und dessen Verhältnis zu seinen Untertanen.“ (K.F. Pohlmann, Der Prophet Hesekiel, Kap. 20 – 48 ATD 22,2, Göttingen 2001, S. 463) Ist also nur das Königshaus aus dem Geschlecht Davids gemeint? Dann wäre aber die ganze nachfolgende Rede rückwärtsgewandt, sozusagen ein Erklärungsversuch für  den Untergang, nicht nur des Hauses Davids, sonders ganz Israels. So ganz überzeugt mich das nicht.

Ich ziehe die andere Antwort vor. Hirten – das sind „Statthalter (Verwaltungsbeamte) Propheten, Priester, die überlebenden Heerführer, die Ältesten der Exilsgemeinde und andere führende Persönlichkeiten. Sowohl im Israelland als auch im babylonischen und ägyptischen Exil gab es ja halbautonome jüdische Selbstverwaltungen.“ (G. Maier,  Der Prophet Hesekiel, 2. Teil, 25 – 48, Wuppertaler Studienbibel, Wuppertal 2000, S.155) Das alles sind Leute, die eine besondere Verantwortung für das leidende Volk haben – und sie nicht wahrnehmen!

3 Aber ihr esst das Fett und kleidet euch mit der Wolle und schlachtet das Gemästete, aber die Schafe wollt ihr nicht weiden. 4 Das Schwache stärkt ihr nicht, und das Kranke heilt ihr nicht, das Verwundete verbindet ihr nicht, das Verirrte holt ihr nicht zurück, und das Verlorene sucht ihr nicht; das Starke aber tretet ihr nieder mit Gewalt.

             Man muss es vorher sagen: Es gibt so etwas wie ein natürliches Recht der Hirten, sich von der Milch der Tiere zu nähren. Sich aus der Wolle Kleidung zu machen. Das alles darf nicht in Abrede gestellt werden. Aber was die  angesprochenen Hirten tun, geht über dieses natürliche Verhalten schamlos hinaus. Sie überschreiten aktiv ihre Hirtenrechte.

             Statt zu hüten, schlachten sie. Statt zu stärken schwächen sie. Statt zu verbinden und zu heilen, verwunden sie. Statt zu suchen, sehen sie seelenruhig zu, wie die Herde in die Irre geht. Sie gehen niemand nach. Sie kümmern sich nicht. Es ist die völlige Pervertierung ihres Auftrages, die hier zur Sprache kommt.

Es wird zu fragen sein, was jenseits der Bildrede gemeint ist. Es geht um Willkür, um sittenwidriges Verhalten, das die – von Gott selbst  – wieder und wieder gebotene Fürsorge für die Armen, Witwen und Waisen vergisst und nur das eigene Wohl kennt. Um Verhalten, das sich schamlos bereichert und dabei andere ins Elend treibt. Besonders aufregend: diese Worte, nach dem Fall Jerusalems gesprochen, machen sichtbar, dass sich am asozialen Verhalten der Führungsschicht durch  die Katastrophe nichts geändert hat. Für sie ist da kein Zusammenhang zwischen ihrem Tun und dem Untergang.

Wohl wahr: „Den Katalog aller Hirten heutzutage, die sich selber weiden, brauchen wir hier nicht vorzustellen, müssen auch nicht aufzählen, wer wann warum noch einzubeziehen ist und wer von uns selbst dazuzurechnen ist.“ (K.F. Pohlmann, Der Prophet Hesekiel, Kap. 20 – 48 ATD 22,2, Göttingen 2001, S. 465)  Auf der anderen Seite ist es doch wichtig, ansatzweise zu benennen, was in unseren so modernen Zeiten vergleichbar ist: Die rasche Wiedereröffnung des Banken-Kasinos nach dem Finanz-Crash, die schamlose Boni-Praxis nach den Banken-Rettungen, die bei weitem überzogenen und durch keine Leistung gerechtfertigten Managergehälter in vielen Unternehmen, der unverschämte Zugriff auf Staatsgelder unter der Vorspiegelung von Beschäftigung durch Verwandten, die anhaltende Steuerflucht und Steuervermeidung der Reichen. Die Paradise Papers grüßen! Die wahren Asozialen sitzen nicht in Hartz IV, sondern häufig in den gut abgeschirmten Villen in den Steueroasen wie Monaco etc. Es gibt – Gott sei Dank – auch ein paar Ausnahmen. Aber das ist, um Luthers Wort über die gerechten Fürsten zu zitieren, als ob man einen weißen Raben sähe. Selten, sehr selten.

5 Und meine Schafe sind zerstreut, weil sie keinen Hirten haben, und sind allen wilden Tieren zum Fraß geworden und zerstreut. 6 Sie irren umher auf allen Bergen und auf allen hohen Hügeln und sind über das ganze Land zerstreut, und niemand ist da, der nach ihnen fragt oder sie sucht.

             Es folgt die Feststellung der Folgen. Die Herde hat sich zerstreut. Die Tiere sind ein leichte Beute für die wilden Tiere. Jeder in Israel kennt dies, wenn eine Herde sich selbst überlassen wird, wenn kein Hirte sie leitet. Sie schützt. „Das Exil ist die bittere Frucht der schlechten Hirtenschaft, in der keiner wirklich nach seiner Herde suchte und fragte.“ (W. Zimmerli, Ezechiel, BKAT XIII/2, Neukirchen 1969, S. 838)Es wirkt wie ein Fazit der Geschichte Israels über die Jahrhunderte hin: Weil die Könige versagten und die Propheten kein Gehör fanden, weil falsche Propheten immer abwiegelten und Priester mit einer  Zions-Ideologie von der uneinnehmbaren Stadt beruhigten, konnten sich Völker über Israel her machen wie wilde Tiere. Assyrer, Babylonier, Nachbarvölker.

Einmal mehr beschäftigt mich die Langzeitwirkung des Hesekiel. So heißt es in der großen Hirtenrede Jesu von den Lohn-Hirten: „Der Mietling, der nicht Hirte ist, dem die Schafe nicht gehören, sieht den Wolf kommen und verlässt die Schafe und flieht – und der Wolf stürzt sich auf die Schafe und zerstreut sie –, denn er ist ein Mietling und kümmert sich nicht um die Schafe..“(Johannes 10, 12 -13) Das ist das Manko der falschen Hirten sie kennen nur sich selbst.

Die Frage drängt sich auf: Gibt es heute keine solchen falschen Hirten? Die nur ihre eigenen Interessen wahren statt das Wohl des Volkes zu suchen. Die sich nur ihre Pfründe Wahl um Wiederwahl sichern. Die den Staat fast wie ein Selbstbedienungsunternehmen betrachten. Wenn sie abtreten müssen, wechseln sie in hochdatierte Aufsichtsrat-Posten, übernehmen Vorstands-Vorsitze und sichern ihr weiteres Wohlergehen. So etwas soll es geben, in irgendwelchen „Bananen-Republiken“: Aber doch nicht hier bei uns. Nicht in unseren Kirchen, nicht in unseren Ländern und Landkreisen, nicht in unserer Industrie- und Medienlandschaft. So meldet sich innerlicher Widerspruch. Wider besseres Wissen.

  7 Darum hört, ihr Hirten, des HERRN Wort! 8 So wahr ich lebe, spricht Gott der HERR: Weil meine Schafe zum Raub geworden sind und meine Herde zum Fraß für alle wilden Tiere, weil sie keinen Hirten hatten und meine Hirten nach meiner Herde nicht fragten, sondern die Hirten sich selbst weideten, aber meine Schafe nicht weideten, 9 darum, ihr Hirten, hört des HERRN Wort!

             Diese Zustände in seinem Volk, unter den Hirten beantwortet Gott mit seinem Gerichtswort. So ernst ist es ihm, dass er sich verschwört: So wahr ich lebe. Und unwillkürlich wartet man darauf: Jetzt kommt der Schuldspruch. Aber stattdessen wird noch einmal aufgezählt, worin die Hirten versagt haben und was aus ihrem Versagen entstanden ist. Die Schafe sind zum Raub geworden, die Herde zum Fraß der wilden Tiere und verantwortlich dafür sind „die Hirten, die Führenden, deren Machtmissbrauch und Selbstbedienungsmentalität Unsicherheit, Orientierungslosigkeit Verwirrung und Fluchtbewegungen verursacht und letztlich „Jahwes Herde“ in die Diasporasituation getrieben haben.“ (K. F. Pohlmann, ebda.)

Es ist ein Zeichen der äußersten Erregung, dass jetzt nicht gleich das Urteil ausgesprochen wird und erfolgt, sondern dass noch einmal das Vergehen der Hirten rekapituliert wird. So unerhört ist dieses Versagen. Es ist die erneute Feststellung des Tatbestandes, durch die dann das nachfolgende Urteil vorbereitet und begründet wird. In der Sprache der Jurisdiktion: diese Wiederholung stellt die „besondere Schwere der Schuld“ heraus.

10 So spricht Gott der HERR: Siehe, ich will an die Hirten und will meine Herde von ihren Händen fordern; ich will ein Ende damit machen, dass sie Hirten sind, und sie sollen sich nicht mehr selbst weiden. Ich will meine Schafe erretten aus ihrem Rachen, dass sie sie nicht mehr fressen sollen.

             Das ist das Urteil: die Hirten werden abgelöst. Sie verlieren ihre Herden und damit ihre Weidegründe. Ihnen wird alles entzogen, was sie bis dahin groß gemacht hat. Schlimmer noch:  Gott fordert die Rückgabe der Herde – dieses verstreuten Haufens. Er hat sie den Hirten anvertraut. Er will sie von ihnen „wieder haben“. Er will Auskunft über ihren Verbleib. Es ist die „Verantwortung vor Gott“, wie sie die Präambel des Grund-Gesetzes benennt, die hier anklingt. Nicht nur die Verantwortung vor der Herde.

Gott ist nicht an die Hirten gebunden. Die Hirten sind an ihn gebunden. Wenn sie sich von ihm lösen, so verlieren sie die Legitimität, Hirten zu sein. Das ist, weit über Hesekiel hinaus gehend der Befund, der sich aus diesen Worten ergibt. Gott bleibt frei, auch den Hirten gegenüber.  Es liegt genau auf dieser Linie, wie das Gleichnis von den bösen Weingärtnern endet: „Was wird nun der Herr des Weinbergs mit ihnen tun? Er wird kommen und diese Weingärtner umbringen und seinen Weinberg andern geben. Als sie das hörten, sprachen sie: Das sei ferne! …Und die Schriftgelehrten und die Hohenpriester trachteten danach, Hand an ihn zu legen noch in derselben Stunde, und fürchteten sich doch vor dem Volk; denn sie verstanden, dass er auf sie hin dies Gleichnis gesagt hatte.“ (Lukas 20, 15b-16.19) 

Es ist wichtig, bei Hesekiel und bei Lukas: Das harte Urteil gilt den Hirten. Sie werden aus ihrer Aufgabe entfernt. Das Urteil gilt nicht dem Volk. Das Volk bzw. im Gleichnis der Weinberg hört nicht auf, Gottes Eigentum zu sein, von ihm geliebt.

 11 Denn so spricht Gott der HERR: Siehe, ich will mich meiner Herde selbst annehmen und sie suchen.

             Gott sucht keine Ersatzhirten. Er selbst übernimmt jetzt diese Aufgabe. „Er wird als der rechte Hirte sich seiner Herde annehmen.“(W. Zimmerli, Ezechiel, BKAT XIII/2, Neukirchen 1969, S. 838) Er selbst. Annehmen – das heißt: sie suchen. Das ist die zentrale Aufgabe des Hirten. Er ist „ein Suchender“ – hebräisch: mebakker“. In der Gemeinschaft von Qumran ist das zum Titel der Gemeindeleitung geworden. Und wer, der als Christ dieses Worte liest, würde nicht wie von selbst das Wort Jesu mitlesen: „Denn der Menschensohn ist gekommen, zu suchen und selig zu machen, was verloren ist.“(Lukas 19,10)    

 12 Wie ein Hirte seine Schafe sucht, wenn sie von seiner Herde verirrt sind, so will ich meine Schafe suchen und will sie erretten von allen Orten, wohin sie zerstreut waren zur Zeit, als es trüb und finster war. 13 Ich will sie aus den Völkern herausführen und aus den Ländern sammeln und will sie in ihr Land bringen und will sie weiden auf den Bergen Israels, in den Tälern und wo immer sie wohnen im Lande. 14 Ich will sie auf die beste Weide führen, und auf den hohen Bergen in Israel sollen ihre Auen sein; da werden sie auf guten Auen lagern und fette Weide haben auf den Bergen Israels.

             Das ist das Vorhaben Gottes mit seinem Volk: die Verirrten suchen, die Verlorenen retten, die Verstreuten sammeln. Die durch das Dunkel des Gerichtes gegangen sind – zur Zeit, als es trüb und finster war  – die sollen einen neuen Anfang finden. Die sollen heimkehren. Das steckt in diesen Worten von den Bergen Israels und den Tälern und wo immer sie wohnen. Es ist die Ansage einer Rückkehr. Denn auch die Katastrophe um Jerusalem hat ja daran nichts geändert, dass das Land das Land ist, in dem Milch und Honig fließt (2. Mose 3,8), die beste Weide, mit guten Auen, mit frischem Wasser. Es ist, so lese ich, das Versprechen der Treue Gottes zu seinen Verheißungen. Auch durch das Gericht hindurch hält Gott an seinen Verheißungen fest. Darum wird Paulus viel später in seinem Ringen um ein Verstehen des Weges Israels schreiben können: Denn Gottes Gaben und Berufung können ihn nicht gereuen.“(Römer 11,29) 

             Auch das darf man wohl sagen: In diesen Worten, mit denen der Hirtendienst Gottes beschrieben wird, klingt doch Psalm 23 an:

„Der HERR ist mein Hirte, mir wird nichts mangeln.                 Er weidet mich auf einer grünen Aue                                           und führet mich zum frischen Wasser.                                            Er erquicket meine Seele.                                                                    Er führet mich auf rechter Straße um seines Namens willen.                                                   Psalm 23, 1 – 3

             Was der Beter hier sagt, wirkt auf mich wie eine Antwort auf die Selbstverpflichtung Gottes. Ja, sagt der Beter – so ist Gott. Er macht sein Wort wahr. Gott hält, was er versprochen hat.

  15 Ich selbst will meine Schafe weiden, und ich will sie lagern lassen, spricht Gott der HERR. 16 Ich will das Verlorene wieder suchen und das Verirrte zurückbringen und das Verwundete verbinden und das Schwache stärken und, was fett und stark ist, behüten; ich will sie weiden, wie es recht ist

Weil einmal gehört wie keinmal gehört ist, wird noch einmal wiederholt, was Gott selbst tun will, was er sich auferlegt. Er selbst wird seine Schafe, sein Volk „hirten“(W. Zimmerli, aaO. S. 841) Er selbst wird suchen und zurückbringen und stärken und behüten. Weil er das Leben schützt.

             Für mich als Christ liegt es nahe: In diesem Satz findet sich das Selbstverständnis Jesu wieder, das er einmal aussagt:  „Ich bin der gute Hirte. Der gute Hirte lässt sein Leben für die Schafe.“(Johannes 10,11)  Was er hier sagt, das lebt er, alltäglich, ohne große Worte: „Er ließ das Volk sich lagern auf das Gras.“(Matthäus 14,19) heißt bei der Speisung der 5000. Er sucht das Verlorene  – so in der Zachäus-Erzählung (Lukas 19). Er heilt die Kranken – angefangen bei dem Knecht des römischen Hauptmann über die blutflüssige Frau zum fallsüchtigen Sohn eines verzweifelten Vaters. Oder pauschal: „Eine große Menge folgte ihm, und er heilte sie alle.“(Matthäus 12,15) Er behütet seine Jünger in der Nacht der Gefangennahme:  „Jesus antwortete: Ich habe euch gesagt: Ich bin’s. Sucht ihr mich, so lasst diese gehen!“(Johannes  18,8) Und es ist sein Lebensauftrag, das Volk zurück zu bringen zum Vater: „Solange ich bei ihnen war, erhielt ich sie in deinem Namen, den du mir gegeben hast, und ich habe sie bewahrt, und keiner von ihnen ist verloren.“(Johannes 17,12)

Das legt mir die Frage nahe: Kann es nicht sein, dass Jesus an diesen Worten aus Hesekiel seine Lebensaufgabe regelrecht gelernt hat? Dass er in ihnen seinen Lebensauftrag gefunden hat und Orientierung für sein  Handeln. „So sagen die pharisäischen Psalmen Salomos, die Mitte des 1. Jahrhunderts v. Chr. entstanden sind, vom Messias, dass er die Herde des Herrn weidet in Treue und Gerechtigkeit.“ (G. Maier,  aaO. S. 162)

Auch das erscheint durchaus naheliegend: Die Evangelisten haben in ihrem Lesen der Schrift hier Hinweise auf den Weg Jesu gefunden, in den Worten des Hesekiel sein „Lebensmuster“, seine Vorlage entdeckt, aus der sie ihn begreifen konnten. Sie sind durch ihre Lektüre angeleitet worden, in ihm den guten Hirten zu sehen, der Gestalt angenommen hat, Mensch geworden ist. Ich nehme mich meiner Herde selbst an – das ist Gottes-Wort, das Jesus lebt.

           Von da ist es nicht weit zu den Worten, die im Johannesevangelium als Worte Jesu stehen:  „Ich bin der gute Hirte.“ Jesus „leiht“ dem Vater sein Leben.

 

Herr Jesus. Du hast Dich leiten lassen vom Wort des Vaters. Du bist der gute Hirte geworden für die Suchenden und Verirrten, für die Kranken und Bedrängten, für die nach Gerechtigkeit Hungernden und nach Frieden Dürstenden. Du bist der gute Hirte geworden für die in den Ängsten ihrer Seele gefangenen. Dafür danke ich Dir, dafür lobe ich Dich.

Gib Du doch, dass wir einander zu Hirten werden, aufmerksam und achtsam, sorgfältig in der Offenheit, behutsam in unserem Wollen, auch dem guten Wollen. Amen