Glauben, der auf die Beine hilft

Apostelgeschichte 3, 1 – 10

 1 Petrus aber und Johannes gingen hinauf in den Tempel um die neunte Stunde, zur Gebetszeit.

Nach dem knappen „Summarium“ wird es jetzt wieder anschaulich, bildhaft, wenn man so will: konkret. Es wird vorher wiederholt angedeutet, dass die Jerusalemer Gemeinde sich im Tempel sammelt, dort betet, dort ihren Platz hat. Man kann fragen, ob das nicht erstaunlich ist angesichts der Tatsache, dass die Worte Jesu über den zerbrechenden Tempel und sein bevorstehendes Ende gewichtige, tödlich gefährliche Argumente in seinem Prozess waren. Aber wie auch immer, sie gehen dorthin. So auch Petrus und Johannes. Sie wollen zur Gebetszeit, wörtlich: „zur Stunde des Gebets“ im Tempel sein. Sie sind es so gewöhnt.

„Hier steht das Imperfektum, das im Griechischen die Dauer einer erzählten Handlung ausdrücken kann; wir könnten es durch den Zusatz „regelmäßig“ verdeutlichen. Der Gang zum Tempel, von dem berichtet wird, ist also nicht ein vereinzelter, sondern steht in der Reihe all der Tage, an denen Petrus und Johannes der festen Gebetssitte folgen.“(W. De Boor, Die Apostelgeschichte, Wuppertaler Studienbibel; S. 80)

Die Bibel denkt positiv von geistlichen Gewohnheiten. Sie ist weit davon entfernt, sie für stumpfe Routine zu halten. Der Glaube braucht Gewohnheiten, in denen er „wohnen“ kann, in denen er stabil sein kann. Das ist die gute Rolle von Ritualen. Wir Evangelischen haben – sehr zum eigenen Schaden und zum Schaden unserer Gemeinden – über lange Zeit vergessen, von der positiven Seite solcher Rituale und Gewohnheiten zu reden und sie auch einzuüben. „Es ist wahr: Wer nicht zu bestimmten Zeiten betet, betet auch nicht zu unbestimmten.“(W. De Boor, ebda.)

 2 Und es wurde ein Mann herbeigetragen, lahm von Mutterleibe; den setzte man täglich vor die Tür des Tempels, die da heißt die Schöne, damit er um Almosen bettelte bei denen, die in den Tempel gingen.

             Das ist bis heute an vielen Orten so, besonders an “heiligen Orten”: Vor Kirchen finden sich immer wieder Bettler. Sie sind der gestaltgewordene Appell: Nimm ernst, dass zu den Pflichten des Glaubens die Sorge für die gehört, die nicht auf der Sonnenseite des Lebens stehen.

             Es sind mildtätige Leute, die ihn dorthin tragen. Er selbst kann ja nicht gehen. Er ist gelähmt von Kindesbeinen an. Er wird dorthin gesetzt und abends wieder abgeholt. Es ist sein “Arbeitsplatz”. Er ist diesen Platz gewöhnt und füllt ihn routiniert aus. An einem besonders schönen Zugang zum Tempel. „Die schöne Pforte“ ist vermutlich identisch mit dem aus jüdischen Beschreibungen des Tempels bekannten Nikanor-Tor, einem prächtigen Tor aus korinthischer Bronze, das in ost-westlicher Richtung vom Frauenvorhof in den Männervorhof führte.“(J.Roloff, Die Apostelgeschichte; NTD 5; Göttingen 1981  S. 69) Vielleicht aber ist ein solches Tor ja erst dann über die äußere Pracht hinaus wirklich schön, wenn dort auch schöne Dinge geschehen.

                Für Menschen, die zur Kirche, zum Tempel gehen, kann dieser Anblick des Bettlers ganz schön hart sein, fragt er sie doch: “Lässt Du Dein Herz erweichen oder machst Du es hart?” Heute sitzen solche Bettler immer häufiger auch vor den großen Einkaufszentren und Geldhäusern und in den noblen Einkaufsstraßen wie der Zeil oder der Kö oder Maximiliansstraße. Sie machen so ohne Worte deutlich: Das sind die Tempel unserer Tage. Das sind die Orte der Anbetung und die Bettler an ihren schönen Pforten  erinnern daran: Almosen, Barmherzigkeit ist die Pflicht der Reichen.

 3 Als er nun Petrus und Johannes sah, wie sie in den Tempel hineingehen wollten, bat er um ein Almosen. 4 Petrus aber blickte ihn an mit Johannes und sprach: Sieh uns an! 5 Und er sah sie an und wartete darauf, dass er etwas von ihnen empfinge.

          Vielleicht hat der Gelähmte die beiden schon oft gesehen, wie sie achtlos, mit sich und ihrem Beten beschäftigt, an ihm vorüber gegangen sind. Irgendwann kommt der Gedanke: Wer so oft in den Tempel kommt, muss doch eine offene Hand haben. Wer so oft in den Tempel kommt, der muss doch ein wenig Mitleid kennen. Wer so oft in den Tempel kommt, der muss doch etwas von der Barmherzigkeit Gottes erfahren haben und weitergeben, was er empfangen hat. Darum bittet er sie.

Mitten im Strom der Tempelbesucher und -besucherinnen kommt es nun zum Halt. Petrus und Johannes bleiben stehen. Sie haben die Bitte gehört. Sie haben den An-Ruf in der Bitte gehört. Sie sehen ihn an. Hören und Sehen – das ist in biblischen Texten oft der Anfang der Hilfe Gottes. Und Gott erhörte ihr Wehklagen und gedachte seines Bundes mit Abraham, Isaak und Jakob. Und Gott sah auf die Israeliten und nahm sich ihrer an.“ (2. Mose 2, 24-25) Dass Petrus und Johannes hören und sehen, das ist der erste Schritt zur Hilfe. Und bis heute bleibt es dabei, dass es offene Ohren und offene Augen braucht, bevor es zu offenen Händen und einem geöffneten Herzen kommt. Wer Not nicht hört und sieht, wird nicht helfen.

Es kommt zum Blickkontakt. Petrus fordert ihn ausdrücklich heraus: Sieh uns an! Was ist das? Es könnte die Aufforderung sein: Schäme dich nicht! Es könnte die Aufforderung sein: Nimm uns wahr, von denen Du etwas willst. Es könnte auch einfach das sein, dass Petrus sehen will: Ist da überhaupt noch Erwartung in diesem Gesicht? Oder ist es längst stumpf geworden, erwartungslos, hoffnungslos?

Aber da ist noch Erwartung. Da ist nicht alles stumpf und tot. Er sah sie an und wartete darauf, dass er etwas von ihnen empfinge. Ein paar Groschen könnten es schon sein. Kleine Münze. So, dass es vielleicht reicht für heute, zur Not, so, dass er morgen vielleicht nicht wieder hierher getragen werden muss.

        Von Rainer Maria Rilke gibt es eine Geschichte aus der Zeit seines ersten Pariser Aufenthaltes, die genau dazu passt.

               Gemeinsam mit einer jungen Französin kam er um die Mittagszeit an einem Platz vorbei, an dem eine Bettlerin saß, die um Geld anhielt. Ohne zu irgendeinem Geber je auf zusehen, ohne ein anderes Zeichen des Bittens oder Dankens zu äussern als nur immer die Hand auszustrecken, saß die Frau stets am gleichen Ort. Rilke gab nie etwas, seine Begleiterin gab häufig ein Geldstück.

            Eines Tages fragte die Französin verwundert nach dem Grund, warum er nichts gebe, und Rilke gab ihr zur Antwort: “Wir müssen ihrem Herzen schenken, nicht ihrer Hand.” Wenige Tage später brachte Rilke eine eben aufgeblühte weiße Rose mit, legte sie in die offene, abgezehrte Hand der Bettlerin und wollte weitergehen.

            Da geschah das Unerwartete: Die Bettlerin blickte auf, sah den Geber, erhob sich mühsam von der Erde, tastete nach der Hand des fremden Mannes, küsste sie und ging mit der Rose davon.

            Eine Woche lang war die Alte verschwunden, der Platz, an dem sie vorher gebettelt hatte, blieb leer. Vergeblich suchte die Begleiterin Rilkes eine Antwort darauf, wer wohl jetzt der Alten ein Almosen gebe.

            Nach acht Tagen saß plötzlich die Bettlerin wieder wie früher am gewohnten Platz. Sie war stumm wie damals, wiederum nur ihre Bedürftigkeit zeigend durch die ausgestreckte Hand. “Aber wovon hat sie denn all die Tage, da sie nichts erhielt, nur gelebt?”, frage die Französin. Rilke antwortete: “Von der Rose . . .”

6 Petrus aber sprach: Silber und Gold habe ich nicht; was ich aber habe, das gebe ich dir: Im Namen Jesu Christi von Nazareth steh auf und geh umher! 7 Und er ergriff ihn bei der rechten Hand und richtete ihn auf.

             Es mag sein, als er so angesehen und angesprochen wird, als er aus seiner Routine der mit gesenkten Kopf hingehaltenen Hand gerissen wird, wird Hoffnung auf eine große Gabe in dem Gelähmten geweckt. Aber nun kommt die Enttäuschung. Silber und Gold habe ich nicht. Petrus sieht die ausgestreckte Hand und sagt: Was Du Dir erhoffst, das habe ich nicht. Was Du Dir von mir erwartest, das kann ich Dir nicht geben. Gott sei Dank sagt Petrus nicht: Es würde Dir ja auch nicht helfen. Er gibt ihm keine Lektion in richtigen Erwartungen.

Früher einmal, da hat der Gelähmte vielleicht auf ein Wunder Gottes gehofft, mit heißem Herzen um Heilung gebetet. Aber als die Jahre dahingingen, da ist diese  Hoffnung zerbrochen, wohl auch das Gebet verstummt. Da blieben nur noch die kleinen Hoffnungen übrig: dass sich am Morgen und am Abend Nachbarn finden, die ihn tragen, dass sich am Tag eine offene Hand findet, die ihm den Hunger stillt, dass sich am Tag einmal einer findet, der in einer Schwierigkeit behilflich ist. Und jetzt: Eine Enttäuschung mehr.

Aber Petrus ist noch nicht fertig mit seinem Satz: Was ich aber habe, das gebe ich dir. Im Namen Jesu Christi von Nazareth steh auf und geh umher! Eine Aufforderung, ja, ein Befehl, der alles sprengt. Und er, der so befiehlt, hilft auch dazu, dem Befehl nachzukommen: Und er ergriff ihn bei der rechten Hand und richtete ihn auf. Es gibt Befehle, die einfach so gegeben werden. Es gibt Aufforderungen, die überfordern. Petrus aber hilft, seinem Wort nachzukommen. Er macht nicht nur Worte.

Im Namen Jesu Christi von Nazareth – „Der Name repräsentiert die Macht Jesu. Indem Petrus ihn nennt, unterstellt er den Kranken der von Jesus ausgehenden Heilswirkung; die ungenannte Voraussetzung dabei ist, dass Petrus wie die ganze Gemeinde selbst dieser Heilswirkung untersteht und darum Zugang zu ihr hat.“ (J. Roloff, ebda.) Das Heil, das im Namen Jesus liegt, ist nicht nur jenseitig. Es versöhnt nicht nur mit dem ewigen Gott. Es öffnet auch in dieser Welt Wege zu neuen Lebensschritten. Buchstäblich.

Sogleich wurden seine Füße und Knöchel fest, 8 er sprang auf, konnte gehen und stehen und ging mit ihnen in den Tempel, lief und sprang umher und lobte Gott. 9 Und es sah ihn alles Volk umher gehen und Gott loben.

         Mit gleich fünf verschiedenen Worten beschreibt Lukas, wie der jetzt Geheilte im Tempel herum hüpft und springt, tanzt  – zur Ehre Gottes. In dieser Vielfalt der Worte spiegelt sich das Staunen über die Tat. Gottes. Daran ist ja kein Zweifel – nicht Petrus ist der Heiler, sondern Gott  hat gehandelt durch ihn. Wie bewegend ist das: Ein Mensch hat die heilsame Güte Gottes erfahren und nun erfährt es die Gemeinde. Sie erfährt es dadurch, dass sie sieht, wie er sich bewegt, wie er seinen Beinen traut, wie er sich traut.

Es ist unglaublich schön: Einer, der nie auf den eigenen Beinen stehen konnte, ist auf die Beine gekommen. Er ist aufgerichtet worden. Er kann es jetzt ausprobieren, wie es ist, auf eigenen Füßen zu stehen. Fast kann man die Sätze ja auch so lesen: Er probiert, ob es wahr ist, ob er seinen eigenen Beinen wirklich trauen kann. Und mit jedem Schritt und jedem Sprung, jedem Hüpfer, und sei er noch so wacklig, wächst das Zutrauen zu sich selbst.

Was hier in einem Augenblick geschieht, ist anderswo und zu anderen Zeiten ein langer und langwieriger Prozess. So mancher braucht Jahre, bis er wieder auf die Beine kommt. Er braucht Menschen, die ihm die Hand reichen und ihm helfen, ihn aufrichten. Er braucht es, dass er angesehen wird und sich selbst auch wieder als angesehenen Menschen glaubt. Es braucht Menschen, die an ihn glauben und die es ihm zeigen: Wir trauen Dir zu, dass du auf die Beine kommst. Rückschläge inbegriffen.

Es ist mit diesem auf die eigenen Beine Kommen wie in der schönen Geschichte vom Gaukler.

          „Es war einmal ein Gaukler, der tanzend und springend von Ort zu Ort zog, bis er des unsteten Lebens müde war. Da gab er alle seine Habe hin und trat in das Kloster zu Clairveaux ein. Aber weil er sein Leben bis dahin mit Springen, Tanzen und Radschlagen zugebracht hatte, war ihm das Leben der Mönche dremd, und er wusste weder ein Gebet zu sprechen noch einen Psalter zu singen.                 So ging er stumm umher, und wenn er sah, wie jedermann des Gebetes kundig schien, aus frommen Büchern las und mit im Chor die Messe sang, stand er beschämt dabei: Ach, er allein, er konnte nichts. „Was tu ich hier?“ sprach er zu sich, „ich weiß nicht zu beten und kann mein Wort nicht machen. Ich bin hier unnütz und der Kutte nicht wert, in die man mich kleidete.“
In seinem Gram flüchtete er eines Tages, als die Glocke zum Chorgebet rief, in eine abgelegene Kapelle. „Wenn ich schon nicht mitbeten kann im Konvent der Mönche“, sagte er vor sich hin, „so will ich doch tun, was ich kann.“ Rasch streifte er das Mönchsgewand ab und stand da in seinem bunten Röckchen, in dem er als Gaukler umhergezogen war. Und während vom hohen Chor die Psalmgesänge herüber wehen, beginnt er mit Leib und Seele zu tanzen, vor- und rückwärts, links herum und rechts herum. Mal geht er auf seinen Händen durch die Kapelle, mal überschlägt er sich in der Luft und springt die kühnsten Tänze, um Gott zu loben. Wie lange auch das Chorgebet der Mönche dauert, er tanzt ununterbrochen, bis ihm der Atem verschlägt und die Glieder ihren Dienst versagen.                                                                                                                                          Ein Mönch war ihm aber gefolgt und hatte durch ein Fenster seine Tanzsprünge mitangesehen und heimlich den Abt geholt. Am anderen Tag ließ dieser den Bruder zu sich rufen. Der Arme erschrak zutiefst und glaubte, er solle des verpassten Gebetes wegen gestraft werden. Also fiel er vor dem Abt nieder und sprach: „Ich weiß, Herr, dass hier meines Bleibens nicht ist. So will ich aus freien Stücken ausziehen und in Geduld die Unrast der Straße wieder ertragen.“ Doch der Abt neigte sich vor ihm, küsste ihn und bat ihn, für ihn und alle Mönche bei Gott einzustehen: „In deinem Tanze hast du Gott mit Leib und Seele geehrt. Uns aber möge er alle wohlfeilen Worte verzeihen, die über die Lippen kommen, ohne dass unser Herz sie sendet.“       H. Halbfass, Der Sprung in den Brunnen

 10 Sie erkannten ihn auch, dass er es war, der vor der Schönen Tür des Tempels gesessen und um Almosen gebettelt hatte; und Verwunderung und Entsetzen erfüllte sie über das, was ihm widerfahren war.

             Erstaunlich, dass sie – die im Tempel sind – ihn erkennen. Oft genug ist es ja so, dass so jemand in einer neuen Situation nicht wieder erkannt wird, weil er zuvor nie richtig angesehen wurde. Er aber wird gesehen und jetzt erkannt. Zum ersten Mal: Das ist ja der, der vor der Schönen Tür des Tempels! Dieser Bettler, unbewegliche Dauereinrichtung des Tempels, ständige Mahnung eines schlechten Gewissens! Dieses Erkennen lässt keinen kalt. Es ist auch nicht einfach nur:  Ein Wunder – und wir waren dabei! Dieses Erkennen löst Verwunderung und Entsetzen aus. Es sind die Reaktionen, die auch die Wunder Jesu auslösen, weil Menschen plötzlich spüren, dass Gott nicht jenseits der Welt in seinem Zuhause ist, sondern gegenwärtig ist. Mitten in der Welt. Handelt. Durch das Wort und die Tat von Menschen hindurch.

            „Der moderne Mensch fragt bei solchen Taten nach dem Wie. Das Neue Testament stellt diese Frage nicht. Gott handelt – das ist genug. Nur eines setzt das Neue Testament voraus: Dass der, an dem die wunderbare Tat Gottes geschieht, Glauben hat. Vielleicht nur einen sehr primitiven und kurzlebigen Glauben, Aber doch eben einen Glauben, der es möglich macht, dass die Kräfte einer anderen Welt über ihn kommen und die Heilung wirken. Wo ihm kein Glaube entgegen schlägt, da kann auch Jesus keine Wunder tun.(Markus 6,5)“  (O. Dibelius, Die werdende Kirche, Eine Einführung in die Apostelgeschichte, S. 50)

             Gott sei Dank – es ist gerade nicht der Glaube des Gelähmten, auch nicht der Glaube des Petrus, der das Wunder möglich macht. Es ist eben nicht so, dass der Glaube notwendige Voraussetzung für das Wunder wäre. Das ist die fragwürdige und auch lieblose Botschaft bei manchen Heilungsgottesdiensten. „Wenn du genug Glauben hättest, würdest du auch geheilt.“ Nein – die einzige Voraussetzung ist der Heilswille Gottes. Und wir halten uns bittend und hoffend und wohl auch zweifelnd in diesen Heilswillen hinein, so wie Petrus. Komme, was da wolle. Gott ist dennoch immer noch Gott.

 

 Herr Jesus Christus, wie wenig erwarte ich von Dir, wie bestürzend bin ich mit dem Lahmen einig, Bruder in seinem Geist. Wie schnell bin ich  zufrieden mit ein paar kleinen Münzen. Mehr zu geben habe ich nicht.

Wie rasch lobe ich die Bescheidenheit, fordere ich Realitäts-Sinn ein. Wunder sind nicht mehr vorgesehen. Nicht bei mir.

Weil ich Angst habe setze ich auf Kleingeld. Weil ich nicht mit Deiner Lebenskraft rechne, speise ich Menschen ab.

Du aber wartest auf mein Vertrauen. Du  suchst meinen Mut, der mehr riskiert als ein paar Groschen, der auf die Beine hilft, der Menschen aufrichtet, der in Deinem Namen einen Anfang zu neuen Schritten findet.

Hilf mir aus meinem Kleinglauben wie dem Lahmen damals. Amen