Gott nahen ist gefährlich

  1. Mose 19, 1 – 25

 1 Am ersten Tag des dritten Monats nach dem Auszug der Israeliten aus Ägyptenland, genau auf den Tag, kamen sie in die Wüste Sinai. 2 Denn sie waren ausgezogen von Refidim und kamen in die Wüste Sinai und lagerten sich dort in der Wüste gegenüber dem Berge.

             Drei Monate sind sie schon unterwegs. Jetzt gelangen die Israeliten von Refidim aus kommend in die Wüste Sinai an den Berg.  Der Weg in die Freiheit hat sie in die Wüste geführt. Es klingt, als sei der Berg ein bestimmter Berg. Gottesberg. Das ist vom Text her schon fast zu viel gesagt. Denn so wird  der Berg eben nicht benannt. „Israel hat nie versucht, auch nicht in der Königszeit, irgendeinen bestimmten Berg auf der Sinaihalbinsel als Wallfahrtsberg auszumachen oder auszubauen; Es hielt aber immer daran fest, dass der besondere Offenbarungsort Jahwes geographisch außerhalb und historisch vor dem kanaanäischen Kulturland lag.“ (E. Zenger, Der Gott der Bibel. Stuttgart 1992, S. 66) Das mag die geographisch so unbestimmte Redeweise erklären.

 3 Und Mose stieg hinauf zu Gott.

             Es scheint: Mose weiß, wo er ist. Er kennt diesen Ort. Und er geht, kaum angekommen, los. „Ungerufen, wie ein Bote, der kommt, dem Herrn die Ausführung seine Auftrages zu melden, beginnt Mose den Gottesberg zu besteigen.“ (Hj. Bräumer, Das zweite Buch Mose, 2. Teil, Wuppertaler Studienbibel, Wuppertal 1999, S.21)

 Und der HERR rief ihm vom Berge zu und sprach: So sollst du sagen zu dem Hause Jakob und den Israeliten verkündigen: 4 Ihr habt gesehen, was ich mit den Ägyptern getan habe und wie ich euch getragen habe auf Adlerflügeln und euch zu mir gebracht.

             Es scheint, auf halbem Weg nach oben erreicht ihn das Wort des HERRN: Vom Berg her ruft er ihn an. Mit einer Botschaft an das Haus Jakob. Das macht schon deutlich: Der hier zu Israel spricht, hat schon längst eine Geschichte mit den Vorfahren. Mag sein, Israel hat sich nur noch als ein unterdrückter Haufen von Fronarbeitern sehen können. Gott aber hat es immer schon und immer noch als das Haus Jakob gesehen, als die, an denen die Verheißungen an die Väter noch einzulösen sind.

         Nach dieser Adressatenangabe folgt zuerst die Erinnerung an das, wie Gott an ihnen gehandelt hat. Sie haben nur den mühsamen Weg durch die Wüste vor Augen, den Durst, den Hunger, die Ängste. Er aber, Gott, sieht anders: ich habe euch getragen auf Adlerflügeln und euch zu mir gebracht. Was ihnen Mühsal war, das hat Gott wie eine leichte Last auf sich genommen. Jetzt, an diesem Ort in der Wüste, an dem Berg sind sie bei Gott. Bei mir.  

 Mehr geht nicht. Nie kann ein Volk weiter kommen, nie kann ein Einzelner, eine Einzelne weiter kommen als dass Gott sagt: Ich habe dich zu mir gebracht. Wir mögen es in der Welt noch so weit bringen – es reicht alles nicht an dies heran: zu mir gebracht. Als der verlorene Sohn an der Tür des Vaterhauses in den Armen des Vaters liegt, da hat er es wirklich weit gebracht. Da ist er am Ziel. So sieht es Jesus: „Und wenn ich hingehe, euch die Stätte zu bereiten, will ich wiederkommen und euch zu mir nehmen, damit ihr seid, wo ich bin.“(Johannes 14,3) Weiter werden wir es nie bringen; weiter müssen wir es auch nicht bringen – und dorthin, an sein Ziel, werden wir gebracht.

Wenn man so so will: Jetzt ist Israel da, wo es hin soll. Wo Gott es immer schon haben wollte – bei ihm. Kein Wunder, dass später Propheten das als die „Glückszeit Israels“ sehen: „Darum siehe, ich will sie locken und will sie in die Wüste führen und freundlich mit ihr reden.Dann will ich ihr von dorther ihre Weinberge geben und das Tal Achor zum Tor der Hoffnung machen. Und dorthin wird sie willig folgen wie zur Zeit ihrer Jugend, als sie aus Ägyptenland zog.“(Hosea 2, 16-17)

5 Werdet ihr nun meiner Stimme gehorchen und meinen Bund halten, so sollt ihr mein Eigentum sein vor allen Völkern; denn die ganze Erde ist mein. 6 Und ihr sollt mir ein Königreich von Priestern und ein heiliges Volk sein. Das sind die Worte, die du den Israeliten sagen sollst.

             Dieses Glück, bei Gott zu sein, soll, nach dem Willen Gottes, auf Dauer gestellt werden. Darum bietet er Israel seinen Bund an, will er sie zu seinem Eigentum machen – vor allen Völkern.  Er könnte ja auch anders wählen, denn die ganze Erde ist ja die Erde des Herrn. Alle Völker stehen zur Auswahl. Er aber wählt Israel.

         Dass diese Wahl „greift“, hängt auch daran, wie Israel sich dazu verhält. Werdet ihr nun meiner Stimme gehorchen. Damit wird „der Gehorsam Israel zur Bedingung seiner vorgesehenen Sonderstellung im Kreis der Völker.“ (M. Noth, Das zweite Buch Mose, ATD 5, Göttingen 1968, S.126) Ich würde gerne ein wenig anders formulieren: Das Hören auf die Stimme und das Gehorchen ist die zwingende Konsequenz des Bundes, nicht seine Voraussetzung. Er wird darin bewährt. Und wenn Israel das tut, lebt es so, wie Gott es von ihm erwartet. Es nimmt vorweg, was in späterer Zeit die Hoffnung für alle Völker ist: „Kommt, lasst uns hinauf zum Berge des HERRN gehen und zum Hause des Gottes Jakobs, dass er uns lehre seine Wege und wir in seinen Pfaden wandeln! Denn von Zion wird Weisung ausgehen und des HERRN Wort von Jerusalem.“(Micha 4,2)

             Allein das macht Israel zu einem Königreich von Priestern und zu einem heiligen Volk,  dass es dem Gebot, den Weisungen Gottes folgt. So denken vor allem die Schriften, die in der Theologie „deuteronomistisch“ genannt werden, die auf eine Gruppe von Theologen zurück geführt wird, die im Gehorsam gegen das Wort des Herrn, gegen sein Gebot die große Berufung Israels gesehen hat. Es liegt nahe, diese Sicht hier am Sinai begründet zu sehen.

 7 Mose kam und berief die Ältesten des Volks und legte ihnen alle diese Worte vor, die ihm der HERR geboten hatte. 8 Und alles Volk antwortete einmütig und sprach: Alles, was der HERR geredet hat, wollen wir tun. Und Mose sagte die Worte des Volks dem HERRN wieder.

             Wie ein Laufjunge kann einem Mose vorkommen. Er ist ständig unterwegs Er transportiert Botschaften hin und her, Worte Gottes und Antworten des Volkes. Er ist der Vermittler der Botschaften und er darf glücklich sein: „Gott hält um Israels Hand an. Er, den die ganze Erde gehört, will gerade dieses Volk zu seinem besonderen Eigentum machen, damit es ihm diene.“ (I. Willi-Plein, Das Buch vom Auszug, Kleine Biblische Bibliothek, Neukirchen 1988, S.130) Und das Volk will sich einmütig darauf einlassen. Nicht nur ein paar Fromme – alles Volk. Das ist die Botschaft des Mose an Gott: Sie wollen dich. Alle. Der Bund für`s Leben kann geschlossen werden.

 9 Und der HERR sprach zu Mose: Siehe, ich will zu dir kommen in einer dichten Wolke, auf dass dies Volk es höre, wenn ich mit dir rede, und dir für immer glaube. Und Mose verkündete dem HERRN die Worte des Volks. 10 Und der HERR sprach zu Mose: Geh hin zum Volk und heilige sie heute und morgen, dass sie ihre Kleider waschen 11 und bereit seien für den dritten Tag; denn am dritten Tage wird der HERR vor allem Volk herabfahren auf den Berg Sinai.12 Und zieh eine Grenze um das Volk und sprich zu ihnen: Hütet euch, auf den Berg zu steigen oder seinen Fuß anzurühren; denn wer den Berg anrührt, der soll des Todes sterben. 13 Keine Hand soll ihn anrühren, sondern er soll gesteinigt oder erschossen werden; es sei Tier oder Mensch, sie sollen nicht leben bleiben. Wenn aber das Widderhorn lange tönen wird, dann soll man auf den Berg steigen.

             Wieder bringt Mose die Botschaft zu Gott und wieder wird er zum Volk geschickt. In drei Tagen ist es soweit. Dann wird Gott kommen. Hier vermischen sich wohl unterschiedliche Erzähltraditionen. Vielleicht aber auch nur Bilder: Ich will zu dir kommen in einer dichten Wolke – das ist die eine Erfahrung. Am dritten Tage wird der HERR vor allem Volk herabfahren auf den Berg Sinai. – ist die andere.  Die eine ist dicht an der Person des Mose, die andere mehr ausgerichtet auf das Volk.

Wie auch immer – diese Erfahrungen verlangen nach Vorbereitung. Es ist keine Allerwelts-Geschichte, Gottes gegenwärtig zu werden, seine Gegenwart zu erfahren, von ihr berührt zu werden. Darum: sich heiligen, vorbereiten. Auch äußerlich: „Mit der neuen Kleidung wird man gleichsam ein neuer Mensch.“ (I. Willi-Plein,aaO.; S. 131)

          Zur äußeren und inneren Vorbereitung kommt die Grenze, die Mose ziehen soll. Es ist lebensgefährlich, Gott zu nahe zu kommen. Ungerufen. Unaufgefordert. Der Berg ist ausgesondertes Territorium. Heilig und deshalb gefährlich. Wir erinnern uns: „Tritt nicht herzu, zieh deine Schuhe von deinen Füßen; denn der Ort, darauf du stehst, ist heiliges Land!“(3,5) hieß es am Dornbusch. Später wird Mose hören: „Mein Angesicht kannst du nicht sehen; denn kein Mensch wird leben, der mich sieht.“(33,20) Es ist wichtig: Heiligkeit eröffnet keine schrankenlose Freiheit, auch nicht den zwanglosen, gar kumpelhaften Zugang zu Gott, sondern sie lehrt, die Grenze zu respektieren, die zwischen dem heiligen Gott und uns ist.

           In vielen alten Kirchen ist der Gottesberg als „Bauprogramm“ nachgebildet im deutlich erhöhten Altar-Raum. Man steigt hinauf zum Altar. Und an vielen Orten wird der Altarbereich noch durch Kordeln abgegrenzt. Nicht einfach nur gegen neugierige Touristen, die überall herum streunen. Sondern gegen ein Betreten dieses Bereiches, das die Grenze nicht respektiert, das nichts von der Heiligkeit Gottes weiß. In manchen alten Kirchen hat der Lettner genau die gleiche Aufgabe – das Volk fernzuhalten vom Hochaltar. Nicht um den Klerus und die Kleriker zu erhöhen, sondern um der Heiligkeit Gottes Rechnung zu tragen. Zumindest nachdenken kann man darüber, ob der von allen Seiten und zu allen Zeiten zugängliche Altar auf gleicher Ebene wie die Bestuhlung der Kirche nicht auch ein Zeichenverlust ist.

        Ich denke manchmal darüber nach, was wir verloren haben, wenn wir von Gott nicht mehr als dem heiligen Gott reden, ihn auch nicht mehr so anreden: „Heiliger Gott“, sondern die andere Anrede  vorziehen: „Lieber Gott. Guter Gott.“ Es ist dann ein Gott auf Augenhöhe, kein fremder Gott mehr, kein unheimlicher Gott mehr. Mehr ein Gott zum Kuscheln – eine Art religiöses Kuscheltier. Wie anders Luther: „Wir sollen Gott fürchten und lieben.“ Die Gottesfurcht ist kein psychischer Defekt und wer Gott fürchtet, ist nicht krank. Sie ist auch kein dunkler Flecken auf dem strahlend hellen Bild Gottes. Sie ist ein integrativer Bestandteil des Glaubens, weil und wenn einer spürt, dass es das alte Leben kostet, ihm nahe zu kommen. Ich kann nicht mehr der bleiben, der ich immer schon war. Vor mir liegt ein Weg der Transformation, der Verwandlung, den Gott mir zumutet und zutraut.

         Erst wenn Gott den Weg freigibt, den Weg zu ihm zu kommen, wird er frei sein. Darum müssen  sie warten, bis das Widderhorn lange tönen wird.

 14 Mose stieg vom Berge zum Volk herab und heiligte sie und sie wuschen ihre Kleider. 15 Und er sprach zu ihnen: Seid bereit für den dritten Tag und keiner rühre eine Frau an.

             Die Anweisungen Gottes werden umgesetzt. Damit beginnt das Warten auf den dritten Tag. Ein Warten, das durch äußere und innere Vorbereitung geprägt ist. Ein Warten auch, das bei mir die Assoziation des Kar-Samstag hervorruft – warten auf den dritten Tag.

16 Als nun der dritte Tag kam und es Morgen ward, da erhob sich ein Donnern und Blitzen und eine dichte Wolke auf dem Berge und der Ton einer sehr starken Posaune. Das ganze Volk aber, das im Lager war, erschrak. 17 Und Mose führte das Volk aus dem Lager Gott entgegen und es trat unten an den Berg. 18 Der ganze Berg Sinai aber rauchte, weil der HERR auf den Berg herabfuhr im Feuer; und der Rauch stieg auf wie der Rauch von einem Schmelzofen und der ganze Berg bebte sehr. 19 Und der Posaune Ton ward immer stärker. Und Mose redete und Gott antwortete ihm laut.

        Ein Erdbeben. Ein Vulkan-Ausbruch. Ein furchtbares Wüstengewitter. Das ist die fassbare, beschreibbare Seite des Geschehens. Aber mehr liegt dem Erzähler an dem inneren Geschehen. Mose führte das Volk aus dem Lager Gott entgegen. Und der HERR auf den Berg fuhr herab im Feuer.

             Wir haben Chaos, Erschütterung, Beben vor Augen. Der biblische Erzähler richtet unseren Blick aber um – weg von den Äußerlichkeiten, weg auch von den geradezu gängigen Begleitumständen einer Gotteserscheinung. Das gibt es auch andernorts als Schilderung:

Die Erde bebte und wankte,                                                                                                      und die Grundfesten der Berge bewegten sich und bebten, da er zornig war.  Rauch stieg auf von seiner Naseund verzehrend Feuer aus seinem Munde; Flammen sprühten von ihm aus.                                                                                                Er neigte den Himmel und fuhr herab,                                                                                    und Dunkel war unter seinen Füßen.                        Psalm 18. 8 – 10

             Und noch ein Bericht von einer Gotteserscheinung  – ausgerechnet am Horeb: „Geh heraus und tritt hin auf den Berg vor den HERRN! Und siehe, der HERR wird vorübergehen. Und ein großer, starker Wind, der die Berge zerriss und die Felsen zerbrach, kam vor dem HERRN her; der HERR aber war nicht im Winde. Nach dem Wind aber kam ein Erdbeben; aber der HERR war nicht im Erdbeben. Und nach dem Erdbeben kam ein Feuer; aber der HERR war nicht im Feuer. Und nach dem Feuer kam ein stilles, sanftes Sausen.“(1. Könige 19, 11 – 12)

        Aber – es geht nicht um die Begleitumstände. Sie werden erzählt, aber worauf es ankommt ist das andere – auf das Hören und Reden mitten in diesem Beben und Getöse: Und Mose redete und Gott antwortete ihm laut.

             Weil an den Begleitumständen im Grunde wenig liegt, ist es auch nicht zielführend, sie entschlüsseln zu wollen. „Es sind alles nur Vergleiche, die versuchen, mit bekannten Erscheinungen das ganz Andere der Erscheinung Gottes anzudeuten. Darum ist auch die Frage müßig, ob hier an ein Gewitter oder ein Erdbeben gedacht sei, erst recht aber der Versuch, den „Gottesberg“ nach dieser „klimatischen“ Beschreibung auf der Landkarte zu finden.“  (I. Willi-Plein, aaO.; S.133)  

 20 Als nun der HERR herniedergekommen war auf den Berg Sinai, oben auf seinen Gipfel, berief er Mose hinauf auf den Gipfel des Berges und Mose stieg hinauf. 21 Da sprach der HERR zu ihm: Steig hinab und verwarne das Volk, dass sie nicht durchbrechen zum HERRN, ihn zu sehen, und viele von ihnen fallen. 22 Auch die Priester, die sonst zum HERRN nahen dürfen, sollen sich heiligen, dass sie der HERR nicht zerschmettere. 23 Mose aber sprach zum HERRN: Das Volk kann nicht auf den Berg Sinai steigen, denn du hast uns verwarnt und gesagt: Zieh eine Grenze um den Berg und heilige ihn. 24 Und der HERR sprach zu ihm: Geh hin, steig hinab und komm wieder herauf, du und Aaron mit dir; aber die Priester und das Volk sollen nicht durchbrechen, dass sie hinaufsteigen zu dem HERRN, damit er sie nicht zerschmettere. 25 Und Mose stieg hinunter zum Volk und sagte es ihm.

             Noch einmal – genauer, gleich zweimal: Mose wird auf den Berg gerufen, aber das Volk soll am Fuß des Berges bleiben.  Insgesamt dreimal wird die Grenze um den Berg eingeschärft.  Alle Näherungsversuche sind unangebracht. Jetzt ist eine Zeit, in der nicht die Maßstäbe wie sonst gelten. Auch die Priester, die sonst zum HERRN nahen dürfen,  sind jetzt an diese Grenze gewiesen. Es ist, als sollte das Volk von Anfang an lernen: Der Zugang zu Gott ist alles andere als selbstverständlich. Sich ihm nahen, ist verbunden mit Furcht und Zittern. Was bleibt, ist Ehrfurcht. Das Staunen über die verhüllte Nähe Gottes. Nur Mose und Aaron dürfen hinauf kommen.

Alle diese Worte gibt Mose an das Volk weiter. Um das tun zu können, muss er wieder hinabsteigen. Sein Bleiben ist nicht für immer oben auf dem Berg. Sein Ort ist bei dem Volk – vor Gott, bei dem Volk.

 

Dass Du uns so Grenzen setzt, mein Gott, das ist uns unverständlich und unheimlich zugleich. Dass Du so darauf bestehst, dass wir nicht einfach zu Dir kommen können, dass es Vorbereitung braucht, Heiligung, Innehalten und Warten, das stellt uns in Frage, unser Bild, dass Du immer und überall und jederzeit zugänglich bist.

Du bist kein harmloser Gott. Sich Dir zu nahen bringt uns in Gefahr, bedroht geradezu tödlich unser gewohntes Leben.

Gib, dass wir auf Dich warten lernen, bis Du die Grenze öffnest und uns sagst: Komm. Amen