Nur Kritik – nur ein Zwischenspiel

  1. Chronik 28, 16 – 27

16 Zu derselben Zeit sandte der König Ahas zu dem König von Assur, dass er ihm helfe.

Wie sich zeigen wird im Lauf der Geschichte: Eine folgenschwere Entscheidung. Ahas bittet den König von Assur um Hilfe.

 17 Und es kamen abermals die Edomiter und schlugen Juda und führten einige weg. 18 Auch die Philister fielen ein in die Städte im Hügelland und im Südlande Judas und eroberten Bet-Schemesch, Ajalon, Gederot und Socho mit seinen Ortschaften und Timna mit seinen Ortschaften und Gimso mit seinen Ortschaften und wohnten darin; 19 denn der HERR demütigte Juda um des Ahas willen, des Königs von Juda, weil er in Juda ein zuchtloses Wesen aufkommen ließ und sich am HERRN versündigte.

Er hat Grund zu diesem Hilfegesuch: Die Edomiter machen Juda zu schaffen, genau wie die Philister. Feinde von allen Seiten und da ist keine Kraft zum Widerstand. Das hat geistliche Gründe: Der HERR demütigte Juda um des Ahas willen, des Königs von Juda. Ahas hat den klaren Weg des Glaubens verlassen. Er hat seinem Volk nicht als Hirte gedient und hat sich selbst auch nicht bei dem HERRN Hilfe und Wegweisung gesucht. Eigensinnig ist er seinen eigenen Weg gegangen. Das nennt der Chronist:  Er versündigte sich am HERRN.

 20 So zog auch gegen ihn Tiglat-Pileser, der König von Assur; der bedrängte ihn und half ihm nicht; 21 denn obwohl Ahas das Haus des HERRN und das Haus des Königs und die Häuser der Oberen plünderte und es dem König von Assur gab, half es ihm nichts.

Der, den er um Hilfe gerufen hat, Tiglat-Pileser, der König von Assur, kommt zwar, aber nicht als Helfer, sondern um Tributzahlungen zu erpressen. Die leistet Ahas auch, indem er den Tempel und die Häuser aller Reiche plündert, aber es nützt nichts.

 22 Dazu versündigte sich der König Ahas in seiner Not noch mehr am HERRN 23 und opferte den Göttern von Damaskus, die ihn geschlagen hatten, und sprach: Die Götter der Könige von Aram helfen ihnen; darum will ich ihnen opfern, dass sie mir auch helfen. Aber diese brachten ihn und ganz Israel zu Fall. 24 Und Ahas brachte die Geräte des Hauses Gottes zusammen und zerschlug sie und schloss die Türen zu am Hause des HERRN und machte sich Altäre in allen Winkeln Jerusalems. 25 Und in den Städten Judas hin und her machte er Höhen, um andern Göttern zu opfern, und reizte den HERRN, den Gott seiner Väter.

In seiner großen Not wird Ahas endgültig, so muss man das wohl lesen, zum Götzendiener. Er ordnet Gottesdienste an für die Götter von Damaskus. Gemeint sind die Stierbilder, die Jerobeam anfertigen ließ. Aber sie helfen nicht.

Das ganze hektischen Handeln des Ahas kulminiert in einer Zerstörung des Tempels. Die Geräte werden für Tributzahlungen missbraucht und zerschlagen. Die Tore werden geschlossen. Der Gottesdienst wird „Volkstümlich“ – an jeder Straßenecke werden Altäre errichtet und es wird „zügellos“, ungeordnet geopfert. Nicht nur dem HERRN, sondern auch dem Chronisten ein Gräuel.

Es ist die Sicht des Chronisten, die er mit dem Deuteronomium teilt: Juda geht nicht an der eigenen militärischen Schwäche oder der übergroßen Stärke der Feinde zu Grunde. Es ist die „Gottlosigkeit“, der Abfall vom Gott der Väter, der fehlende Gehorsam gegen die Wegweisung des Mose, der das Volk und das Königtum zugrunde richtet und letztlich zum Untergang führt. Auf diesem Weg ist die Regierungszeit des Ahas nur eine Etappe.

 26 Was aber mehr von ihm zu sagen ist und sein ganzer Wandel, der frühere und der spätere, siehe, das steht geschrieben im Buch der Könige von Juda und Israel. 27 Und Ahas legte sich zu seinen Vätern und sie begruben ihn in der Stadt, in Jerusalem; denn sie brachten ihn nicht in die Gräber der Könige von Israel. Und sein Sohn Hiskia wurde König an seiner statt.

            Mehr zu Ahas im Buch der Könige von Juda und Israel. Bemerkenswert:  Er wird nicht in den Grabstätten der der Könige von Israel beigesetzt. Das wirkt schon im Begräbnis wie eine Kritik an dem toten König. Sein Sohn Hiskia folgt  ihm auf dem Thron. Es wird sich zeigen: Ein ganz anderer König als sein Vater.

 

Mein Gott, manchmal ist es ein Strohhalm, nach dem ich greife in meinen Ängsten. Ein Strohhalm der Verzweiflung.

Gib Du mir, dass ich mich nicht an Strohhalme klammere, sondern Dich suche, Dir meine Angst hinhalte, Dich auf meine Seite rufe, mitten in die Angst.

Ob dann alles gut wird, weiß ich nicht. Aber Du bist da. Das muss genügen. Amen