Gott feiern

  1. Chronik 7, 1 – 10

1 Und als Salomo sein Gebet vollendet hatte, fiel Feuer vom Himmel und verzehrte das Brandopfer und die Schlachtopfer, und die Herrlichkeit des HERRN erfüllte das Haus, 2 sodass die Priester nicht ins Haus des HERRN hineingehen konnten, weil des HERRN Herrlichkeit das Haus des HERRN füllte.

Das Opfer wird angenommen. Vom HERRN.  Feuer vom Himmel ist das Zeichen dafür, dass Gott gehört hat. Wieder mag die Geschichte Elias (1. Könige 18,37ff.) Pate gestanden haben. Auch wenn sie nach der Chronologie der Geschichte Israels später folgt. Aber der Chronist kennt die Königebücher schon. Darüber hinaus gilt wohl:

„Lobet den HERRN auf Erden,                                                                                                 ihr großen Fische und alle Tiefen des Meeres,                                                               Feuer, Hagel, Schnee und Nebel, Sturmwinde,                                                                 die sein Wort ausrichten.                              Psalm 148,7-8

Die Elemente so gut wie die Tierwelt steht Gottes Willen zu Gebote. Sie mehren sein Lob, sie folgen seinem Willen. So eben auch das Feuer.

Und dann: Gott ist da. Seine Herrlichkeit erfüllt den Raum und nimmt so den Tempel in Besitz. Der Satz ist eine Wiederholung des schon früher begonnenen Berichtes: „Da wurde das Haus des HERRN erfüllt mit einer Wolke, sodass die Priester nicht zum Dienst hinzutreten konnten wegen der Wolke; denn die Herrlichkeit des HERRN erfüllte das Haus Gottes.“(5,13-14) Das ist wie eine Mahnung, nie zu vergessen, dass dieser Boden „Heiliges Land“ ist, von Gott in Besitz genommen und nicht der Geschäftigkeit von Priestern zur Verfügung gestellt.  

Die viel beschworene und manchmal auch gerühmte Aufhebung der Unterscheidung von sakral und profan, heilig und alltäglich hat auch Verluste im Gefolge: Das Wissen um die besondere Heiligkeit eines bestimmten Ortes, eines bestimmten Wortes ist die regelrechte Bedingung für die umfassende Heiligkeit des Profanen. Wo das „besondere Heilige“ verloren geht, ist bald nichts mehr heilig. Wer das konkrete Heilige nicht kennt und erkennt, der erkennt auch im Alltag nichts mehr als heilig.

 3 Und alle Israeliten sahen das Feuer herabfallen und die Herrlichkeit des HERRN über dem Hause, und sie fielen auf ihre Knie mit dem Antlitz zur Erde aufs Pflaster und beteten an und dankten dem HERRN, dass er gütig ist und seine Barmherzigkeit ewiglich währt.

Das Volk sieht, was geschieht. Dieses Geschehen im Tempel ist nicht exklusiv der Priesterschaft vorbehalten. Alle sehen es. Und alle verhalten sich „sachgemäß“: Sie fielen auf ihre Knie mit dem Antlitz zur Erde aufs Pflaster und beteten an und dankten dem HERRN. Wo Gott erfahren wird, bleibt nichts anderes als die Anbetung. Sie findet ihren nonverbalen Ausdruck im Niederfallen.

Das ist der Inhalt ihres Betens:

Danket dem HERRN, dass er gütig ist                                                                                  und seine Barmherzigkeit ewiglich währt.                   

                    Die Erfahrung der Gegenwart Gottes ist nur deshalb auszuhalten, weil er gütig ist und barmherzig, weil er sich gnädig verhüllt und seine Heiligkeit ins Dunkel setzt.  Ich weiß nicht, ob wir mit unserem Beten jemals weiter kommen als zu diesem Lob des Erbarmens Gottes.

 4 Der König aber und das ganze Volk opferten vor dem HERRN; 5 zweiundzwanzigtausend Rinder und hundertzwanzigtausend Schafe opferte der König Salomo. Und so weihten der König und das ganze Volk das Haus Gottes ein. 6 Die Priester aber übten ihren Dienst aus und die Leviten standen dabei mit den Saitenspielen des HERRN, die der König David hatte machen lassen, dem HERRN zu danken, dass seine Barmherzigkeit ewiglich währt, mit den Psalmen Davids, die sie sangen. Und die Priester bliesen Trompeten ihnen gegenüber, und ganz Israel stand. 7 Und Salomo weihte die Mitte des Vorhofes, der vor dem Hause des HERRN war; denn er hatte dort Brandopfer und das Fett der Dankopfer dargebracht. Denn der kupferne Altar, den Salomo hatte machen lassen, konnte nicht alle Brandopfer, Speisopfer und das Fett fassen.

Es folgt ein gewaltiges Opferfest. Die Zahle der Opfertiere sind unermessslich hoch. So wird der Tempel regelrecht „in Betrieb genommen“. So gewaltig ist der Andrang zu den Opfern, dass man sich mit „Zweigstellen behelfen muss. Die Mitte des Vorhofes wird zu einem weiteren Opferort. Das Worte „weihte“ ( hebräisch: bārak) in diesem Zusammenhang ist schlicht  „für heilig erklären“. Keine besonderer Akt, sondern mehr eine Kennzeichnung durch den Gebrauch, durch das, was dort geschieht.

 8 Und Salomo hielt damals das Fest sieben Tage lang und ganz Israel mit ihm, eine sehr große Gemeinde, von Hamat an bis an den Bach Ägyptens. 9 Am achten Tage aber hielten sie eine Versammlung; denn die Einweihung des Altars hielten sie sieben Tage und das Fest auch sieben Tage. 10 So ließ er am dreiundzwanzigsten Tage des siebenten Monats das Volk fröhlich heimgehen und guten Mutes über all das Gute, das der HERR an David, Salomo und seinem Volk Israel getan hatte.

Sieben Tag ist ganz Israel zusammen, vom äußersten Norden bis zum Süden. Und am achten Tag folgt noch ein Fest. Es ist die Art, wie auch das Laubhüttenfest gefeiert wird. Mit einem großen Abschluss am Ende. Und dann wird das Volk nach Hause entlassen. Guten Mutes über all das Gute, das der HERR an David, Salomo und seinem Volk Israel getan hatte. Rückenwind für den Alltag zu Hause. Das soll nicht nur bei so einer großen Tempelweihe passieren, sondern in jedem Gottesdienst.  Das Herz soll weit und frei sein, tapfer und fest, um sich dem zu stellen, was an Aufgaben zu bewältigen ist.

 

Du heiliger Gott, Dich feiern wir mit Liedern, mit Spielen und Musik, mit Essen und Trinken. Das Fest in Deinem Angesicht stärkt uns für den Weg des Lebens. Die Gemeinschaft vor Dir will ausstrahlen in unser Miteinander. Die Freude an Dir sucht das Miteinander, vertieft sich in der gemeinsamen Freude, im Teilen, im Lachen und Reden, Singen und Beten. Lass mich das nie gering achten und meine Einsamkeit für genug halten. Amen