Bauen am Ort der Verschonung

  1. Chronik 3, 1 – 17

1 Und Salomo fing an, das Haus des HERRN zu bauen in Jerusalem auf dem Berge Morija, wo der HERR seinem Vater David erschienen war, an der Stätte, die David auf der Tenne Araunas, des Jebusiters, zubereitet hatte.

Der Bau beginnt. Salomo muss den Ort nicht suchen, nicht festlegen. Er ist ja längst festgelegt. Wo der HERR seinem Vater David erschienen war. Dieser Ort wird doppelt definiert.  Es ist die Stätte, die David auf der Tenne Araunas zubereitet hatte. Dort hatte David ja die Opfer gebracht nach dem Ende der Pest. Es war also, so gesehen, ein Ort erfahrener Rettung.

Der andere Hinweis. „Nimm Isaak, deinen einzigen Sohn, den du lieb hast, und geh hin in das Land Morija und opfere ihn dort zum Brandopfer auf einem Berge, den ich dir sagen werde.“(1. Mose 22, 2) So der Auftrag Gottes an Abraham. Und nachdem die Opferung ausgefallen ist und das Kind Isaak gerettet, heißt es: „Und Abraham nannte die Stätte »Der HERR sieht«. Daher man noch heute sagt: Auf dem Berge, da der HERR sieht.“ (1. Mose 22,14) Aus dem Land Morija ist der Berg Morija geworden. „Für die jüdische Überleiferung gibt es keinen Zweifel daran, das das Land Morija die Gegend um den späteren Tempelberg ist.“ (Hj.Bräumer, aaO.;, S. 44) Was für eine schöne Doppelung: der Tempel, das Haus des Herrn wird dort gebaut, wo es die Erfahrung der Rettung gibt, der Verschonung. Nicht nur einmal – ein Hinweis darauf, dass darin das Wesen Gottes aufleuchtet: er ist ein Gott, der rettet und verschont.

 2 Im zweiten Monat am zweiten Tage im vierten Jahr seiner Herrschaft fing er an zu bauen. 3 Und dies sind die Maße, nach denen Salomo das Haus Gottes baute: die Länge sechzig Ellen nach altem Maß, die Breite zwanzig Ellen. 4 Und die Vorhalle, die sich davor befand, war nach der Breite des Hauses zwanzig Ellen lang, die Höhe aber war hundertzwanzig Ellen, und er überzog sie innen mit lauterem Gold. 5 Die große Halle aber täfelte er mit Zypressenholz und überzog sie mit dem besten Gold und brachte darauf Palmen und Blumenwerk an. 6 Und er zierte die Halle mit edlen Steinen zum Schmuck, das Gold aber war Parwajim-Gold. 7 Und er überzog die Halle, die Balken und die Schwellen samt ihren Wänden und Türen mit Gold und ließ auf die Wände Cherubim schnitzen. 8 Er machte auch den Raum des Allerheiligsten. Dessen Länge war zwanzig Ellen nach der Breite des Baues und seine Breite war auch zwanzig Ellen, und er überzog ihn mit dem besten Gold, an sechshundert Zentner; 9 und er gab auch für die Nägel fünfzig Lot Gold an Gewicht und überzog die Obergemächer mit Gold. 10 Er machte auch im Raum des Allerheiligsten zwei Cherubim, kunstreiche Werke, und überzog sie mit Gold. 11 Und die Länge der Flügel der Cherubim war zwanzig Ellen, sodass ein Flügel fünf Ellen hatte und die Wand des Hauses berührte und der andere Flügel auch fünf Ellen hatte und den Flügel des andern Cherubs berührte. 12 So hatte auch der eine Flügel des andern Cherubs fünf Ellen und berührte die Wand des Hauses, und sein anderer Flügel hatte auch fünf Ellen und berührte den Flügel des andern Cherubs, 13 sodass diese Flügel der Cherubim zwanzig Ellen weit ausgebreitet waren. Und sie standen auf ihren Füßen und ihr Antlitz war zur Halle hingewandt. 14 Er machte auch einen Vorhang von blauem und rotem Purpur, von Scharlach und feiner Leinwand und brachte Cherubim darauf an. 15 Und er machte vor dem Hause zwei Säulen, fünfunddreißig Ellen hoch, und den Knauf oben darauf fünf Ellen 16 und machte Ketten zum Gitterwerk und tat sie oben an die Säulen und machte hundert Granatäpfel und tat sie an die Ketten 17 und richtete die Säulen auf vor dem Tempel, eine zur Rechten und die andere zur Linken, und nannte die zur Rechten Jachin und die zur Linken Boas.

                 Baudetails. Der Bau richtet sich nach dem Plan der Stiftshütte, die ihrerseits nach himmlischen Vorgaben errichtet ist. Vorhalle – die große Halle – Raum des Allerheiligsten. Eine klare Gliederung.  Das Allerheiligste wird erfüllt durch zwei Cherubim – Engelwesen. Sie wirken wie Wächter mit ihrem zur Halle hin gerichteten Angesicht.

Vor dem Gebäude stehen zwei Säulen – mit Namen. „Die Namen können wir folgt gedeutet werden: Jachin ist eine Verbalform und heißt übersetzt: „er möge aufrichten, fest gründen, erhalten.“ Boas ist ein Substantiv mit Präposition und heißt übersetzt: „mit Kraft“ oder „in ihm ist Kraft.“ (Hj.Bräumer, aaO.;, S. 50) Auch diese beiden Namen bezeugen, so wie der Platz des Tempelbaus: Hier wird der Tempel eines Gottes errichtet, der seinen Menschen wohl will. Der sie stärken will.

Das ist eine Botschaft, die in den Psalmen ihr Echo findet.

Wie lieb sind mir deine Wohnungen, HERR Zebaoth!                                                Meine Seele verlangt und sehnt sich nach den Vorhöfen des HERRN;                      mein Leib und Seele freuen sich in dem lebendigen Gott.                                            Der Vogel hat ein Haus gefunden                                                                                          und die Schwalbe ein Nest für ihre Jungen                                                                             – deine Altäre, HERR Zebaoth, mein König und mein Gott.                                       Wohl denen, die in deinem Hause wohnen;                                                                          die loben dich immerdar. “SELA”.                                                                                     Denn ein Tag in deinen Vorhöfen ist besser als sonst tausend.                                    Ich will lieber die Tür hüten in meines Gottes Hause                                                       als wohnen in der Gottlosen Hütten.                                                                                    Denn Gott der HERR ist Sonne und Schild;                                                                           der HERR gibt Gnade und Ehre.                                                                                              Er wird kein Gutes mangeln lassen den Frommen.                                                      HERR Zebaoth, wohl dem Menschen,                                                                                  der sich auf dich verlässt!                            Psalm 84, 1 – 4. 11 – 13

Wo das gewusst wird, dass das Haus Gottes ein Ort der Zuflucht ist, ein Ort, um sich Kraft zu holen, Stärke und Zuversicht, da fallen solche Worte auf fruchtbaren Boden.

 

Du Heiliger, Du brauchst keinen Ort. Du hast die Himmel, die Zeit, die Ewigkeit als Deinen Ort.

Wir aber brauchen Orte, damit wir uns nicht verlieren mit unserem Singen und Beten, unserem Fragen und Klagen, Suchen und Hoffen.

Ich danke Dir für alle Orte, die mir helfen, Deine Gegenwart in unserer Welt zu glauben, Dich zu suchen. Amen