David – ein neuer König

  1. Chronik 11, 1 – 9

1 Und ganz Israel sammelte sich bei David in Hebron und sprach: Siehe, wir sind dein Gebein und dein Fleisch. 2 Schon damals, als Saul König war, führtest du Israel aus und ein. Und der HERR, dein Gott, hat zu dir geredet: Du sollst mein Volk Israel weiden, und du sollst Fürst sein über mein Volk Israel.

Nichts von all den Umständen und Schwierigkeiten, die nach dem Tod Sauls zunächst zu bewältigen sind. (2. Samuel 2-4) Nur darauf kommt es an: David soll König werden. Dazu versammelt sich ganz Israel. Nicht nur ein Stamm. Das Volk der zwölf Stämme ist sich einig. „Der Ausdruck „ganz Israel“ zielt immer auf die Gesamtheit Israels in der jeweils lebenden Generation.“ (F. Laubach, aaO.; S.138)

Die erste Erinnerung an David: Du bist einer von uns. Wir sind wie Du. Dahinter steckt ja wohl auch die Erwartung: Gehe entsprechend mit uns um. Nicht wie ein fremder Herrscher, sondern wie ein Bruder unter Brüdern.

Im Wort des HERRN wird weiter angemahnt, was die vornehmste Aufgabe des Königs ist:  Du sollst mein Volk Israel weiden. Hirte sein. Schützen, aus und ein führen, leiten. Das erst macht wirklich zum Fürsten. Ohne das ist es ein leerer Titel.

 3 Und alle Ältesten Israels kamen zum König nach Hebron. Und David schloss einen Bund mit ihnen in Hebron vor dem HERRN. Und sie salbten David zum König über Israel nach dem Wort des HERRN durch Samuel.

Es kommt in Hebron zum Bundesschluss. Fast ein bisschen voreilig heißt es von den Ältesten: Sie kamen zum König nach Hebron. David ist ja noch nicht zum König gesalbt. Hinter den Ältesten sind wohl die Sippenhäupter der ja reichlich in den Listen der Chronik aufgeführten Sippen zu vermuten. Sie kommen zu dem „designierten König“ und David schließt mit ihnen einen Bund. Vor dem Herrn. Im Angesicht Gottes. Man darf schon fragen: Hatten sie eigentlich eine Wahl? Jetzt folgt die „geistliche Zeremonie“: Sie salben David zum König. Ganz so, wie es angesagt war. Die Ältesten folgen dem Wort Gottes. Das ist ihre Wahl.

 4 Und David und ganz Israel zogen hin nach Jerusalem, das ist Jebus; denn die Jebusiter wohnten dort im Lande. 5 Und die Bürger von Jebus sprachen zu David: Du wirst nicht hereinkommen. David aber eroberte die Burg Zion, das ist Davids Stadt.

            Nur eine Anmerkung: die Verse 4 – 9 stehen nur geringfügig verschieden auch in 2. Samuel 5, 6 – 10.

            Jerusalem war bis in die Zeit Davids ein Fremdkörper in Juda. Bewohnt von den Jebusitern. Es erscheint hier als die erste Tat des Königs David, dass er diese Stadt erobert und sie so zu seiner Stadt wird, zur Stadt Davids. Nicht freiwillig übergeben. Erobert.

 6 Und David sprach: Wer die Jebusiter zuerst schlägt, der soll Hauptmann und Oberster sein. Da stieg Joab, der Sohn der Zeruja, zuerst hinauf und wurde Hauptmann.

Dass diese Eroberung nicht so einfach war, wird gewissermaßen nachgetragen. Das Risiko zeigt sich an dem großen Lohn, den David verspricht – fast wie im Märchen, wo der König verspricht: Wer dies oder jenes fertig bringt, der soll die Hälfte meines Reiches und die Königstochter erhalten. Joab, der Sohn der Zeruja gewinnt sich den Lohn. Er wird zum Feldhauptmann Davids für lange Zeit. David aber bleibt Joab ein Leben lang verpflichtet.

7 David aber wohnte auf der Burg, daher nennt man sie »Stadt Davids«. 8 Und er baute die Stadt ringsum, vom Millo an rundumher. Joab aber stellte die übrige Stadt wieder her. 9 Und David nahm immer mehr zu an Macht und der HERR Zebaoth war mit ihm.

        David nimmt auf der Burg seinen Amtssitz. Nicht mehr Hebron, sondern Jerusalem wird zur Hauptstadt. Er baut sie aus. Assistiert von Joab, der den Rest der Stadt wiederherstellt, die wohl, so muss man denken, bei der Eroberung in Mitleidenschaft gezogen worden war.

Das ist wie eine Zusammenfassung nach der ersten Königstat. Seine Macht wächst. Ein Hinweis zugleich darauf, dass die Macht Davids geliehene Macht ist. Sie hängt daran, dass der HERR Zebaoth mit ihm ist. Ohne den Herrn Zebaoth, HERR der Heerscharen, ist David nichts als ein kleiner vorderorientalischer Stadtkönig.  

 

Mein Gott, wer bin ich ohne Dich? Ein Sandkorn, eine Nummer, eine Zahl unter den Milliarden Menschen. Ohne Dich bin ich auswechselbar, einer wie alle anderen. Ohne Dich kann ich nichts tun, was bleibt, den Augenblick überdauert, Folgen bis in die Ewigkeit hat.

Aber Du gibst mir einen Namen. Du rufst mich. Du willst mein Tun für Dein Reich, meinen Glauben für Deinen Weg, meine Liebe für Deine Herrlichkeit. Ich danke Dir, dass Du mich siehst und rufst und kennst, mich nie vergisst. Amen