Das Geheimnis Gottes: Christus

Epheser 1, 7 – 10

 7 In ihm haben wir die Erlösung durch sein Blut, die Vergebung der Sünden, nach dem Reichtum seiner Gnade, 8 die er uns reichlich hat widerfahren lassen in aller Weisheit und Klugheit.

Es ist das Programm des Paulus, das `Paulus’ hier seinen Lesern, uns, vorstellt. Er hat seinen Gemeinden – in Galatien und anderswo „Jesus Christus vor die Augen gemalt als den Gekreuzigten“ (Galater 3,1) Er hat es ihnen wieder und wieder gesagt: In ihm – die Erlösung durch sein Blut. Das ist mehr als nur historische Erinnerung. Mehr als: Damals am Karfreitag. Es ist der gegenwärtige Zugang zum Heil, zum Leben. Was immer es im Leben an Zielverfehlung, an Verirrung und Verwirrung, an Sünde gegeben hat und gibt – das alles wird durch den Reichtum seiner Gnade zurecht gebracht, gelöst. Wo immer einer unter seinen Taten und ihren Folgen gefangen und geknechtet ist – hier ist Erlösung. Das ist die Weisheit Gottes, die klüger ist als die Weisheit der Weisen.(1.Korinther 1,19) Und diese Erlösung ergreifen, sie sich geschenkt sein lassen, das ist wahre Weisheit und Klugheit.

 Mir will es scheinen, als „spiele“ hier unser Autor mit Leitworten des Paulus, um seine Leser zu erinnern an das, was sie von dem Apostel gelernt haben über Torheit und Weisheit. Und zugleich weist er eindringlich schon hier darauf hin: Diese Erlösung ist uns widerfahren. Sie ist Geschenk, Gabe aus den Händen eines Anderen, nicht unser eigenes Werk.

 9 Denn Gott hat uns wissen lassen das Geheimnis seines Willens nach seinem Ratschluss, den er zuvor in Christus gefasst hatte, 10 um ihn auszuführen, wenn die Zeit erfüllt wäre, dass alles zusammengefasst würde in Christus, was im Himmel und auf Erden ist.

 Tritt unser Autor auf der Stelle? Er kommt zurück auf den Ratschluss, den er doch schon als das Erwählen ehe der Welt Grund gelegt war (1,4), benannt hatte. Aber nun bindet er die Enthüllung dieses Ratschlusses an Christus. Alles, was über Wahl, Vorherbestimmung, Erlösung zu sagen ist, hat seinen Grund in Christus. In ihm, der kommen sollte, wenn die Zeit erfüllt wäre. Wieder bedient er sich bei Paulus: „Als aber die Zeit erfüllt war, sandte Gott seinen Sohn, geboren von einer Frau und unter das Gesetz getan, damit er die, die unter dem Gesetz waren, erlöste, damit wir die Kindschaft empfingen.“ (Galater 4, 4-5) Das ist der Erkenntnisgrund für alles Wissen der Gemeinde: der Gekommene Christus.

 Und: Es ist nicht Zukunftsmusik, die der Epheserbrief hier einspielt. Es ist Gegenwart. Die Zeit ist erfüllt. Mit dem Kommen Christi ist die Zerrissenheit von Himmel und Erde überwunden. Der Beginn der neuen Schöpfung wird das anderen Orts genannt und – ins Bild gefasst – so erzählt: Und alsbald trieb ihn der Geist in die Wüste; und er war in der Wüste vierzig Tage und wurde versucht von dem Satan und war bei den wilden Tieren, und die Engel dienten ihm.“ (Markus 1,12-13) In ihm wird der garstige Riss der Schöpfung überwunden, geheilt.

 In einer Zeit, in der man sich himmlisches Wissen von Mysterienkulten, Himmelsreisen; Entrückungen, Visionen verspricht, ist das ein deutliches Gegengewicht. Wir machen uns fest an Jesus, dem Christus Gottes, „geboren, gekreuzigt unter Pontius Pilatus, gestorben und begraben, auferstanden von den Toten.“ So irdisch wird das große Wissen verankert.

 Alles nur Himmelsgedanken? Wer so an den Himmel denkt, an den aus dem Himmel Gekommen gebunden ist, der wird frei, frei auch zum Widerspruch, da, wo sein Herz an anderes gebunden werden soll.

 Nun gehören unsre Herzen ganz dem Mann von Golgatha,                                               der in bittern Todesschmerzen das Geheimnis Gottes sah,                                             das Geheimnis des Gerichtes über aller Menschen Schuld,                                              das Geheimnis neuen Lichtes aus des Vaters ewger Huld                                                   

                                         Friedrich von Bodelschwingh 1927( 1938 veröffentlicht)

Herr Jesus Christus                                                                                                                 in Dir ist alles geschenkt                                                                                                       was uns Gott zugedacht hat                                                                                                Liebe und Gnade                                                                                                             Vergebung und neues Leben

In Dir steht uns der Himmel offen                                                                                          In Dir ist uns die Welt gewiesen als der Ort                                                                       aus Deiner Liebe zu leben                                                                                               Dafür danke ich Dir                                                                                                              Ich bete Dich an. Amen