ungeteilt

Josua 24, 16 – 28

 16 Da antwortete das Volk und sprach: Das sei ferne von uns, dass wir den HERRN verlassen und andern Göttern dienen! 17 Denn der HERR, unser Gott, hat uns und unsere Väter aus Ägyptenland geführt, aus der Knechtschaft, und hat vor unsern Augen diese großen Zeichen getan und uns behütet auf dem ganzen Wege, den wir gezogen sind, und unter allen Völkern, durch die wir gegangen sind, 18 und hat ausgestoßen vor uns her alle Völker und die Amoriter, die im Lande wohnten. Darum wollen wir auch dem HERRN dienen; denn er ist unser Gott.

 Es kommt zum Bekenntnis des Volkes. Es kommt zur Anerkennung des HERRN. Es ist, als würde der Blick in die Geschichte allen die Augen öffnen. Wir haben die großen Zeichen Gottes gesehen. Wir haben die Obhut Gottes erfahren. Wie sollten wir ihm nicht dienen? Ihm nicht anhangen?

 19 Josua sprach zum Volk: Ihr könnt dem HERRN nicht dienen; denn er ist ein heiliger Gott, ein eifernder Gott, der eure Übertretungen und Sünden nicht vergeben wird. 20 Wenn ihr den HERRN verlasst und fremden Göttern dient, so wird er sich abwenden und euch plagen und euch ausrotten, nachdem er euch Gutes getan hatte.

 Wie eine Warnung hören sich diese Worte des Josua an. Wie die Frage: Ist es euch auch wirklich ernst? Wisst ihr es wirklich, auf welchen Gott ihr euch einlasst? Habt ihr auch die Kosten überschlagen? Der HERR ist kein Gott unter vielen Göttern, es ist der Eine, der euch ganz will, ungeteilt. „Damit soll offenbar klar gemacht werden, dass ihm zu dienen kein Spaziergang sei. Es ist gefährlich, mit ihm zu tun zu haben. Er ist der Heilige, vor dem das Andersartige und Profane weggebrannt wird, und kann seine Herrschaft mit keinen anderen Herren teilen…. Eine Beteiligung noch anderer Götter würde Jahwe zu einem Gott unter anderen machen, also seiner Einzigkeit und Heiligkeit Abtrag tun.“ (H.W. Hertzberg, Die Bücher Josua, Richter, Ruth, ATD 9; Göttingen 1953, S. 137f.)

 Wo es um das ganze, ungeteilte Herz geht, steht alles auf dem Spiel. Das Wort Jesu legt die gleiche Spur. „Wer seine Hand an den Pflug legt und sieht zurück, der ist nicht geschickt für das Reich Gottes.“ (Lukas 9,62) Einer meiner Vorgänger als Pfarrer in Schlitz hat es der Gemeinde nachhaltig mit seinem Satz eingeprägt: „Sei ganz sein oder lass es ganz sein.“

 21 Das Volk aber sprach zu Josua: Nein, sondern wir wollen dem HERRN dienen. 22 Da sprach Josua zum Volk: Ihr seid Zeugen gegen euch selbst, dass ihr euch den HERRN erwählt habt, um ihm zu dienen. Und sie sprachen: Ja! – 23 So tut nun von euch die fremden Götter, die unter euch sind, und neigt euer Herz zu dem HERRN, dem Gott Israels.

 Jetzt wird es vollends zum Gottesdienst. In Frage und Antwort wird das Bekenntnis erfragt und abgelegt. Und Josua macht es noch einmal deutlich: Es sind nicht äußere Worte, die hier gefragt und gesprochen werden. Es ist die Hinkehr des Herzens, um die es geht. Hier leuchtet eine Innigkeit auch der Gottesbeziehung auf, die verhindern müsste, dass leichtfertig vom bloß äußerlichen Gesetzesgehorsam im Blick auf das Alte Testament gesprochen wird.

 24 Und das Volk sprach zu Josua: Wir wollen dem HERRN, unserm Gott, dienen und seiner Stimme gehorchen. 25 So schloss Josua an diesem Tag einen Bund für das Volk und legte ihnen Gesetze und Rechte vor in Sichem. 26 Und Josua schrieb dies alles ins Buch des Gesetzes Gottes und nahm einen großen Stein und richtete ihn dort auf unter einer Eiche, die bei dem Heiligtum des HERRN war, 27 und sprach zum ganzen Volk: Siehe, dieser Stein soll Zeuge sein unter uns, denn er hat gehört alle Worte des HERRN, die er mit uns geredet hat, und soll ein Zeuge unter euch sein, dass ihr euren Gott nicht verleugnet. 28 So entließ Josua das Volk, einen jeden in sein Erbteil.

 Der Bund wird geschlossen. Besiegelt. Festgehalten im Buch des Gesetzes Gottes. Das gibt dem Geschehen eine weit über den Augenblick hinaus reichende Bedeutung. Es stellt diesen Bundesschluss beim Landtag von Sichem neben den Bundesschluss am Sinai. Nicht ganz gleichwertig, aber doch als Fortsetzung und Bestätigung des Mosebundes (H.W. Hertzberg, Die Bücher Josua, Richter, Ruth, ATD 9; Göttingen 1953, S. 138) Und wieder wird ein Stein als Zeichen und Zeuge genommen und benannt. Sind die Steine im Jordan (4, 6-7) Erinnerung an das Wunder, das Gott getan hat, so ist dieser Stein in Sichem Erinnerung an die Treue, die Israel gelobt hat und die ihm helfen soll, diese Treue nicht zu verleugnen.

Ach mein Gott                                                                                                                        es sagt sich leicht                                                                                                                  Ich will Dich lieben von ganzem Herzen                                                                                ganzer Seele und aller Kraft

Aber wie weit bleibt mein Leben                                                                                          mein Denken und Tun zurück hinter diesen Worten                                                           Wie oft bleibt die Liebe Lippenbekenntnis und wird nicht zur Tat                                          Weil ich zu feige bin                                                                                                               zu träge                                                                                                                                 zu angepasst

Herr                                                                                                                                       es ist gut                                                                                                                                dass Du barmherzig bist                                                                                                     und dass Du in das schwache Wollen                                                                              Dein Tun gibst                                                                                                                           in die Armseligkeit Deinen Geist. Amen