Gottes Prophet – ein Aufklärer

Daniel 2, 27 – 49

27 Daniel fing an vor dem König und sprach: Das Geheimnis, nach dem der König fragt, vermögen die Weisen, Gelehrten, Zeichendeuter und Wahrsager dem König nicht zu sagen. 28 Aber es ist ein Gott im Himmel, der kann Geheimnisse offenbaren. Der hat dem König Nebukadnezar kundgetan, was in künftigen Zeiten geschehen soll.

             Das ist die wichtigste Klarstellung und sie erfolgt gleich zu Beginn des Redens Daniels. Es gibt Dinge, die wir Menschen nicht wissen können Es gibt eine Grenze für das Wissen und Begreifen der Gelehrten. Es gibt Geheimnisse, die sich Gott vorbehalten hat.  τὸ μυστήριον  steht für diese Grenze. Sie erschließt sich nicht anders als so, dass Gott sie durchbricht. Und alles, was Daniel sagen wird, verdankt er nicht der eigenen Klugheit, sondern der Gabe Gottes.

Auch das sagt Daniel: er hat seine Offenbarung nicht empfangen, damit er, Daniel, gut dasteht, sondern es geht um den König. Nebukadnezar soll einen Einblick erhalten in das, was geschehen wird. Anders als durch das Aufdecken Gottes gibt es keine Einsicht in die Zukunft – das ist eine harte Botschaft für alle, die sich Zukunftsforscher, Trendforscher, Futurologe nennen. Ihre Einsichten sind nicht als Verlängerungen der Vergangenheit nach vorne. Aber wirklichen Einblick in die Zukunft der Welt erlangt man so nicht.

 Mit deinem Traum und deinen Gesichten, als du schliefst, verhielt es sich so: 29 Du, König, dachtest auf deinem Bett, was dereinst geschehen würde; und der, der Geheimnisse offenbart, hat dir kundgetan, was geschehen wird. 30 Mir aber ist dies Geheimnis offenbart worden, nicht als wäre meine Weisheit größer als die Weisheit aller, die da leben, sondern damit dem König die Deutung kundwürde und du deines Herzens Gedanken erführest.

            Es folgt jetzt gewissermaßen ein zweites Vorwort Daniels, bevor der Traum selbst und seine Deutung zur Sprache kommen. Es ist, wenn man so will, eine Traum-Theorie. Die Gedanken des Königs waren – so Daniel – schon vor seinem Traum auf die Zukunft ausgerichtet. Er machte sich Gedanken über das, was wohl werden würde. Das waren nicht Strategie-Überlegungen für die Festigung der Macht, sondern offenkundig – so wird es sich ja auch zeigen – grundsätzlichere Überlegungen.  Daran knüpft der Traum an, den ihm der, der Geheimnisse offenbart, geschickt hat. Der Traum ist die Fortführung der Wach-Gedanken des Nebukadnezar.

Das deckt sich ja mit Erfahrungen ungezählter Menschen. Immer wieder erleben sie, wie eine Frage, ein Problem, das sie den Tag über umtreibt, in der Nacht in den Träumen auch wieder zur „Sprache“ kommt.  Was uns beschäftigt, womit wir uns herumschlagen, das meldet sich oft in den schweigenden Stunden der Nacht zurück – und wird in ein neues Licht gerückt. Daniel sagt, dass sich so Gott zu Wort meldet bei uns. Und zwar als der, der Klarheit in eine Sache bringt. Gott ist nicht der, der das Geheimnis immer tiefer und dunkler werden lässt. Gott ist kein Mysterien-Gott. Er ist vielmehr der, der Klarheit liebt, der Licht ins Dunkel bringt. Wenn man so will: Daniels Gott ist ein Aufklärer und kein Dunkelgott.   

31 Du, König, hattest einen Traum, und siehe, ein großes und hohes und hell glänzendes Bild stand vor dir, das war schrecklich anzusehen. 32 Das Haupt dieses Bildes war von feinem Gold, seine Brust und seine Arme waren von Silber, sein Bauch und seine Lenden waren von Kupfer, 33 seine Schenkel waren von Eisen, seine Füße waren teils von Eisen und teils von Ton. 34 Das sahst du, bis ein Stein herunterkam, ohne Zutun von Menschenhänden; der traf das Bild an seinen Füßen, die von Eisen und Ton waren, und zermalmte sie. 35 Da wurden miteinander zermalmt Eisen, Ton, Kupfer, Silber und Gold und wurden wie Spreu auf der Sommertenne, und der Wind verwehte sie, dass man sie nirgends mehr finden konnte. Der Stein aber, der das Bild zerschlug, wurde zu einem großen Berg, sodass er die ganze Welt füllte. 36 Das ist der Traum.

             Ein Standbild sieht der König – groß, hoch, hell glänzend und schrecklich anzusehen. Also faszinierend und erschreckend zugleich. Religion, so habe ich einmal gelernt, sei auch so ein faszinosum tremendum, faszinierend und erschreckend zugleich. Und immer wenn Gott sich zeigt, mischt sich das Staunen mit der Furcht.

Hier also dieses Bild – Es geht über das Goldhaupt zu Silberarmen und einem Kupferleib bis hinunter zu Schenkeln aus Eisen und Füßen aus Ton und Eisen. Es sind gewaltige Ausmaße, die da mit edlen Materialien vor dem König stehen. Und dann schiebt sich ein Stein ins Bild, von oben,  ohne Zutun von Menschenhänden, der bringt den Koloss zum Einsturz. Der Stein zermalmt die Füße und dann gibt es kein Halten mehr – das ganze große Bild bricht in sich zusammen. Weil der Halt unten verloren geht, gibt es kein Halten mehr. Mag das Haupt auch aus Gold sein – es verliert seinen Unterbau und wird mit in den Zusammenbruch hinein gezogen.

Was da einstürzt, wird nicht mehr von seiner Materialschwere gehalten – es fliegt wie leichte  Spreu auf der Sommertenne. Alles Gewichtige und damit alles Wichtige ist dahin – der Wind verweht es.

Ein Mensch ist in seinem Leben wie Gras,                                                                              er blüht wie eine Blume auf dem Felde;                                                                                  wenn der Wind darüber geht, so ist sie nimmer da,                                                              und ihre Stätte kennet sie nicht mehr.                                  Psalm 103, 15-16

Was der Psalmbeter von der Vergänglichkeit des Menschen sagt, das klingt hier an beim Einsturz dieser Kolossal-Statue. Sie erweist sich im wahrsten Sinn als ein „Koloss auf tönernen Füßen.“ So groß und erhaben sie auch sein mag – vor dem rollenden Stein gibt es kein Halten. Dass dieser Stein herunterkam, ohne Zutun von Menschenhänden; ist im Sinn des Daniel sicher ein Hinweis darauf, dass hier Gott an Werk ist, der Herr der Geschichte.

Man muss nicht allzu viel Phantasie haben, um die Bilder der jüngeren Vergangenheit vor sich zu sehen: Das stürzende Denkmal Saddam Husseins in Bagdad, entsorgte Lenin-Statuen in den Staaten des Ostblocks, zerstörte Hakenkreuze nach dem Zusammenbruch der Nazi-Herrschaft. Ja, auch die beiden Türme der Macht in New York. Diese Denkmäler fallen alle, so scheint es, von Menschenhand und nicht durch den Stein, der herunterkam, ohne Zutun von Menschenhänden. Vielleicht aber ist es angebracht, vorsichtiger zu sagen: Wir sehen nur, was Menschen tun. Den Stein dahinter sehen wir nicht.

Seht, man musste sie begraben,  die der Welt Gebote gaben,                                          und ihr Wort hat nicht Bestand.                                                                                               Ihre Häuser wurden Trümmer, ihre Münzen gelten nimmer,                                      die man in der Erde fand.                                                                                                        Ihre Namen sind verklungen,  ihre Lieder ungesungen,                                                    ihre Reiche menschenleer.                                                                                                          Ihre Siege sind zerbrochen, ihre Sprachen ungesprochen.                                             Ihr Gesetz gilt längst nicht mehr.“                   R. Wagner 1972

             Wenn der Stein ins Rollen kommt, ist es vorbei mit der Herrlichkeit der selbst-gemachten Bilder und Denkmäler. Ob das die wissen, die sich Rolling Stones nennen und die anderen, die singen „like a’ rollin’ stone”? Und er, dieser rollende Stein, füllt schließlich die ganze Szenerie aus. Vielleicht ist es zu weit gegriffen, wenn ich hier den folgenden Satz einfüge, aber mir kommt er beim Hinhören und Hinsehen: „Wenn aber alles ihm untertan sein wird, dann wird auch der Sohn selbst untertan sein dem, der ihm alles unterworfen hat, damit Gott sei alles in allem.“ (1. Korinther 15, 28) Das Neue Testament weiß noch mehr von diesem Stein zu sagen: „Und wer auf diesen Stein fällt, der wird zerschellen; auf wen aber er fällt, den wird er zermalmen.“ (Matthäus 21,44)  Das alles hat in diesem Traum des Nebukadnezar sein Vorab-Bild gefunden.

 Nun wollen wir die Deutung vor dem König sagen. 37 Du, König, bist ein König aller Könige, dem der Gott des Himmels Königreich, Macht, Stärke und Ehre gegeben hat 38 und dem er alle Länder, in denen Leute wohnen, dazu die Tiere auf dem Felde und die Vögel unter dem Himmel in die Hände gegeben und dem er über alles Gewalt verliehen hat. Du bist das goldene Haupt.

Das könnte wie eine Verbeugung vor Nebukadnezar klingen: Du, König, bist ein König aller Könige. Und dann zeigt Daniel die Machtfülle des Königs auf. Ein unumschränkter Herrscher. Mensch und Tier müssen ihm gehorchen mit dem Bild des Traumes: Du bist das goldene Haupt.  Und doch: Daniel sagt mehr. Alles, was der Großkönig an Macht hat, ist gegeben, nur geliehen. Daniel benennt Gott als die Quelle aller Königsmacht und damit zugleich auch als die Grenze. Nebukadnezar ist nicht gottgleich.

39 Nach dir wird ein anderes Königreich aufkommen, geringer als deines, danach das dritte Königreich, das aus Kupfer ist und über alle Länder herrschen wird. 40 Und das vierte wird hart sein wie Eisen; denn wie Eisen alles zermalmt und zerschlägt, ja, wie Eisen alles zerbricht, so wird es auch alles zermalmen und zerbrechen. 41 Dass du aber die Füße und Zehen teils von Ton und teils von Eisen gesehen hast, bedeutet: Das wird ein zerteiltes Königreich sein; doch wird etwas von des Eisens Härte darin bleiben, wie du ja gesehen hast Eisen mit Ton vermengt. 42 Und dass die Zehen an seinen Füßen teils von Eisen und teils von Ton sind, bedeutet: Zum Teil wird’s ein starkes und zum Teil ein schwaches Reich sein. 43 Und dass du gesehen hast Eisen mit Ton vermengt, bedeutet: Sie werden sich zwar durch Heiraten miteinander vermischen, aber sie werden doch nicht aneinander festhalten, so wie sich Eisen mit Ton nicht mengen lässt.

             Die Deutung geht weiter – nach dem goldenen Zeitalter folgt ein silbernes, ein kupfernes, ein eisernes. Es ist ein Deszendenz-Modell der Geschichte, das hier der Deutung zu Grunde liegt. Anders als die Aufklärung, die den Aufstieg der Menschheit zu immer größerer und immer reiferer Form des Lebens erwartet, herrscht in der  Antike meistens die Sicht vom allmählichen Abstieg der Geschichte. Aus dem guten Anfang wird immer mehr eine problematische Gegenwart und erst recht eine nicht sonderlich reizvolle Zukunft.

So eben auch Daniel. Er sieht Abstieg und nicht Höhenflug. Die Traumdeutung des Daniel  widerspricht so der Erwartung eines Antiochus Epiphanes, der mit dem Hellenismus, den er den Juden aufzwingen will, den Fortschritt sieht, die Vervollkommnung des Menschen, das humane Reich. Wenn Antiochus glaubt „Mit uns marschiert die neue Zeit“, dann sagt Daniel: Es geht bergab. Oder genauer: Ihr mögt das glauben, aber der Weg ist anders, nicht durch menschliche Kraft nach oben. Gott hat einen anderen Weg im Sinn.

Auch das gilt es wohl zu hören: der Zusammenbruch des Reiches beruht auf innerer Uneinigkeit. Die Diadochenkämpfe in der Nach-Alexander-Ära haben das deutlich gezeigt. Die Uneinigkeit der Alexander-Epigonen hat das römische Reich erstarken lassen. Es hat sie überrollt wie ein Stein und alles zermalmt. Von solchen Erfahrungen redet auch Jesus: „Jedes Reich, das mit sich selbst uneins ist, wird verwüstet; und jede Stadt oder jedes Haus, das mit sich selbst uneins ist, kann nicht bestehen.“ (Matthäus 12,25) Die Reiche, die unter sich zerfallen, stehen auf tönernen Füßen, mögen sie auf den ersten Blick noch so glanzvoll dastehen.

44 Aber zur Zeit dieser Könige wird der Gott des Himmels ein Reich aufrichten, das nimmermehr zerstört wird; und sein Reich wird auf kein anderes Volk kommen. Es wird alle diese Königreiche zermalmen und zerstören; aber es selbst wird ewig bleiben, 45 wie du ja gesehen hast, dass ein Stein ohne Zutun von Menschenhänden vom Berg herunterkam, der Eisen, Kupfer, Ton, Silber und Gold zermalmte. So hat der große Gott dem König kundgetan, was dereinst geschehen wird. Der Traum ist zuverlässig und die Deutung ist richtig.

In diese Zeit hinein, in die Zeit des Untergangs, handelt Gott neu. Hier wird das Deszendenz-Modell der Zeit gebrochen. Nicht aus innerer Un-Logik, nicht widerlegt aus dem Lauf der Geschichte. Gott handelt neu. Gott setzt einen neuen Anfang. Er führt sein Reich herauf. Dieses Reich ist den Zeitläufen entnommen. Es ist ein ewiges Reich. Es ist das Reich, das Gott setzt und das in Gott seinen Bestand hat. Das ist das Geheimnis des Reiches, τὸ μυστήριον τοῦ βασιλέως.

Ich greife weit über das Buch Daniel hinaus mit dem Lied, dessen Vers ich hier einsetze:

Jesu Name wird bestehen, Jesu Reich nie untergehen, sein Gebot gilt allezeit.        Jesu Wort muss alles weichen und ihn kann kein Tod erreichen.                                 Jesus herrscht in Ewigkeit.                                       R. Wagner 1972

Die Erwartung dieses Reiches findet sich ja auch bei anderen Propheten – zugespitzt auf die Erwartung dessen, der  das Reich in seiner Person bringt. Das Volk, das im Finstern wandelt, sieht ein großes Licht, und über denen, die da wohnen im finstern Lande, scheint es hell. Du weckst lauten Jubel, du machst groß die Freude. Vor dir wird man sich freuen, wie man sich freut in der Ernte, wie man fröhlich ist, wenn man Beute austeilt. Denn du hast ihr drückendes Joch, die Jochstange auf ihrer Schulter und den Stecken ihres Treibers zerbrochen wie am Tage Midians. Denn jeder Stiefel, der mit Gedröhn dahergeht, und jeder Mantel, durch Blut geschleift, wird verbrannt und vom Feuer verzehrt. Denn uns ist ein Kind geboren, ein Sohn ist uns gegeben, und die Herrschaft ruht auf seiner Schulter; und er heißt Wunder-Rat, Gott-Held, Ewig-Vater, Friede-Fürst; auf dass seine Herrschaft groß werde und des Friedens kein Ende auf dem Thron Davids und in seinem Königreich, dass er’s stärke und stütze durch Recht und Gerechtigkeit von nun an bis in Ewigkeit. Solches wird tun der Eifer des HERRN Zebaoth.“ (Jesaja 9, 1 – 6)  Die Parallele zu Daniel liegt nicht zuletzt darin, dass auch bei Jesaja das Reich nicht Endpunkt einer tollen Entwicklung ist, sondern Antwort Gottes auf Blut und Tränen und den Schmerz der Welt.

 46 Da fiel der König Nebukadnezar auf sein Angesicht und warf sich nieder vor Daniel und befahl, man sollte ihm Speisopfer und Räucheropfer darbringen. 47 Und der König antwortete Daniel und sprach: Es ist kein Zweifel, euer Gott ist ein Gott über alle Götter und ein Herr über alle Könige, der Geheimnisse offenbaren kann, wie du dies Geheimnis hast offenbaren können.

             Der König fällt vor dem jüdischen Mann zu Boden. Im Text der Septuaginta steht da tatsächlich: προσεκύνησε – er betete ihn an. Das Berührt sich ja mit seinem Befehl, diesem Menschen Speisopfer und Räucheropfer darzubringen. Es zeigt im Verständnis des Erzähler zugleich etwas von der Verwirrung des Heiden, mag er auch König sein. Nebukadnezar hat buchstäblich nichts verstanden, obwohl er  sagt: Es ist kein Zweifel, euer Gott ist ein Gott über alle Götter und ein Herr über alle Könige, der Geheimnisse offenbaren kann, wie du dies Geheimnis hast offenbaren können. Sein Handeln straft seine Worte Lügen. Nicht Gott, sondern Daniel ist es, der ihn so beeindruckt hat. Er sieht im Handeln Daniels göttliches tun, aber er sieht nicht Gott hinter Daniel.

48 Und der König erhöhte Daniel und gab ihm große und viele Geschenke und machte ihn zum Fürsten über das ganze Land Babel und setzte ihn zum Obersten über alle Weisen in Babel. 49 Und Daniel bat den König, über die einzelnen Bezirke im Lande Babel Schadrach, Meschach und Abed-Nego zu setzen. Daniel aber blieb am Hof des Königs.

             Mag es sein, wie es will: Daniel ist Sieger auf der ganzen Linie. Es wiederholt sich bei ihm im Exil, was Joseph in Ägypten erfahren hat „Die Rede gefiel dem Pharao und allen seinen Großen gut.Und der Pharao sprach zu seinen Großen: Wie könnten wir einen Mann finden, in dem der Geist Gottes ist wie in diesem? Und er sprach zu Josef: Weil dir Gott dies alles kundgetan hat, ist keiner so verständig und weise wie du. Du sollst über mein Haus sein, und deinem Wort soll all mein Volk gehorsam sein; allein um den königlichen Thron will ich höher sein als du. Und weiter sprach der Pharao zu Josef: Siehe, ich habe dich über ganz Ägyptenland gesetzt. Und er tat seinen Ring von seiner Hand und gab ihn Josef an seine Hand und kleidete ihn mit kostbarer Leinwand und legte ihm eine goldene Kette um seinen Hals und ließ ihn auf seinem zweiten Wagen fahren und ließ vor ihm her ausrufen: Der ist des Landes Vater! Und setzte ihn über ganz Ägyptenland.“ (1. Mose 41, 37 – 43)

Ist das nur der Traum eines Volkes, das immer unter dem Einfluss der Welt-Mächte in der Region stand?  Jedenfalls dreht es die These des Antiochus um: Nicht Israel braucht die Kultur der Fremden, sondern die Fremden müssen die Überlegenheit Israels anerkennen, weil Israels Gott kein Götze ist, sondern der lebendige Gott, der seinem Volk Weisheit schenkt und Einsicht und den Durchblick durch die Zeit. Es ist gut, Juden am Hof zu haben, Menschen, die Gott fürchten und  sich nicht vor den Mächtigen fürchten.

 

Heiliger Gott, Du hast Daniel enthüllt, was er sagen sollte. Du hast ihn mit Weisheit und Einsicht, Mut und Tapferkeit begabt. Du bist der Gott, der zu jeder Zeit seinen Leuten gibt, was sie brauchen, um ihre Zeit zu bestehen.

So gib auch uns heute, dass wir zu Dir beten und von Dir empfangen, was wir brauchen. Besonnenheit in unserem Denken, Zuversicht in unserer Sicht nach vorne, weil wir das Kommen Deine Reiches glauben, Mut zu Deinem Wort zu stehen, Klarheit in unseren Entscheidungen und Kraft und Stetigkeit in unserem Handeln. Amen