Umkehr muss spürbar werden

Lukas 3, 7 – 14

 7 Da sprach Johannes zu der Menge, die hinausging, um sich von ihm taufen zu lassen: Ihr Schlangenbrut, wer hat denn euch gewiss gemacht, dass ihr dem künftigen Zorn entrinnen werdet? 8 Seht zu, bringt rechtschaffene Früchte der Buße; und nehmt euch nicht vor zu sagen: Wir haben Abraham zum Vater. Denn ich sage euch: Gott kann dem Abraham aus diesen Steinen Kinder erwecken. 9 Es ist schon die Axt den Bäumen an die Wurzel gelegt; jeder Baum, der nicht gute Frucht bringt, wird abgehauen und ins Feuer geworfen.

 Johannes am Jordan hat Massenzuspruch. Das Volk ist da, es ist etwas los. Die Erwartungen sind hoch. Und die Bereitwilligkeit ist groß, sich taufen zu lassen – was immer das auch bedeuten mag.

 Johannes aber macht, was für jeden Prediger eine „Todsünde“ ist: er beschimpft seine Zuhörer. Es ist nicht schwer sich vorzustellen, wie die Leute zusammengezuckt sind, als sie das hören: Ihr Otterngezücht, ihr Schlangenbrut! Dahinter steckt ein ungeheurer Vorwurf: ihr seid von der Art der Schlange, von der Art des Bösen. Und euer Ende ist klar: es geht dem Gericht Gottes entgegen. Johannes ist der Prediger der letzten Stunde – danach kommt das Gericht.

 Johannes, so will, soll(?) es scheinen, hat einen Verdacht: Die Bereitschaft zur Taufe könnte oberflächlich sein, ohne Tiefgang, so wie Israels Umkehr oft genug ohne Tiefgang war. „ »Kommt, wir wollen wieder zum HERRN; denn er hat uns zerrissen, er wird uns auch heilen, er hat uns geschlagen, er wird uns auch verbinden. Er macht uns lebendig nach zwei Tagen, er wird uns am dritten Tage aufrichten, dass wir vor ihm leben werden. Lasst uns darauf Acht haben und danach trachten, den HERRN zu erkennen; denn er wird hervorbrechen wie die schöne Morgenröte und wird zu uns kommen wie ein Regen, wie ein Spätregen, der das Land feuchtet.« Was soll ich dir tun, Ephraim? Was soll ich dir tun, Juda? Denn eure Liebe ist wie eine Wolke am Morgen und wie der Tau, der frühmorgens vergeht.“ (Hosea 6, 1 – 4) Umkehr ohne soziale Folgen, ohne wirkliche Abkehr von den Götzen. Wie der frühe Morgentau in der aufgehenden Sonne verdunstet. Es ist nicht damit getan, sich rasch einmal taufen zu lassen. Es ist auch nicht damit getan, korrekte Überzeugung über Gott zu haben.

Die Zuhörer aber, manche wenigstens, sehen sich an und sagen: Das wissen wir besser. Wir haben die Verheißung Gottes für uns. Wir sind Gottes auserwähltes Volk, wir sind die Nachkommen Abrahams, wir sind die Kinder des Bundes Gottes. Wir tragen ja das Zeichen dieses Bundes an uns: die Beschneidung. Und Johannes kennt solche Gedanken und zerfetzt sie: Die Herkunft ersetzt keine Umkehr. Herkunft ist kein Ersatz für Gehorsam, für den Weg des Glaubens, für Frucht.

 10 Und die Menge fragte ihn und sprach: Was sollen wir denn tun? 11 Er antwortete und sprach zu ihnen: Wer zwei Hemden hat, der gebe dem, der keines hat; und wer zu essen hat, tue ebenso. 12 Es kamen auch die Zöllner, um sich taufen zu lassen, und sprachen zu ihm: Meister, was sollen denn wir tun? 13 Er sprach zu ihnen: Fordert nicht mehr, als euch vorgeschrieben ist! 14 Da fragten ihn auch die Soldaten und sprachen: Was sollen denn wir tun? Und er sprach zu ihnen: Tut niemandem Gewalt oder Unrecht und lasst euch genügen an eurem Sold!

 Johannes sagt den so erschrocken Fragenden: Umkehr hat nichts mit religiösen Lehrsätzen zu tun. Die Umkehr ihres Lebens soll für andere Menschen spürbar werden. Sie soll spürbar werden als Wohltat. Es ist eine Wohltat, wenn ein Armer gekleidet wird. Es ist eine Wohltat, wenn ein Zöllner am Stadtrand nicht in erpresserischer Weise den Zoll erhöht und die schnelle Mark macht. Es ist eine Wohltat, wenn Soldaten nicht ihr Gewaltmonopol missbrauchen und Angst und Schrecken um sich verbreiten.

 Das ist der Kern der Antwort des Johannes: Eure Umkehr muss spürbar werden für die Menschen, mit denen ihr es zu tun habt – und zwar muss sie spürbar werden als deutliche Wohltat. Darum weist Johannes die Menschen, die ihn fragen: Was sollen wir denn tun, in ihre Umwelt, in ihre Lebenswelt. Da, wo wir leben, das muss sich Buße bewahrheiten, muss Umkehr Folgen haben. Und andere haben etwas von denen, die so umkehren.

Gott                                                                                                                                      das ist uns fast ganz aus dem Sinn gekommen                                                              dass es nicht nur um die Vorbereitung des Festes geht                                                      um Essen                                                                                                                               Trinken                                                                                                                          Schmuck und Geschenke

Das ist uns fast ganz aus dem Sinn gekommen                                                                    dass es nicht nur um Besinnlichkeit                                                                                 Lichterglanz                                                                                                                       Stimmung und Gefühle geht

Johannes erinnert uns                                                                                                       Gott sucht Umkehr                                                                                                        Gerechtigkeit                                                                                                               Wahrhaftigkeit und Gehorsam                                                                                             der Frucht bringt

Gott                                                                                                                                       bereite Du uns vor In all unserem Sinnen                                                                                auf Dein Kommen                                                                                                            damit wir Dich aufnehmen in unser Herz                                                                               in unser Hoffen                                                                                                                       in unser Handeln. Amen.