Ich glaube an den wartenden Gott

2. Petrus 3, 1 – 9

1 Dies ist nun der zweite Brief, den ich euch schreibe, ihr Lieben, in welchem ich euren lauteren Sinn erwecke und euch erinnere, 2 dass ihr gedenkt an die Worte, die zuvor gesagt sind von den heiligen Propheten, und an das Gebot des Herrn und Heilands, das verkündet ist durch eure Apostel.

Die Stärkung des Glaubens hat es oft damit zu tun, dass wir erinnert werden. Erinnert an die Wege, die Gott mit uns gegangen ist, an die Worte, denen wir einmal Vertrauen geschenkt haben, an die Gebote, die uns den Weg des Lebens finden helfen, an die Menschen, die uns das Evangelium nahe gebracht haben. Erinnerung hilft dem schwachen Gedächtnis auf und macht widerstandsfähig gegenüber dem Heute, das so leicht alle früheren Erfahrungen und Entscheidungen für vergangen erklären will und zugleich die Zukunft als noch nicht zu verschlingen droht.

3 Ihr sollt vor allem wissen, dass in den letzten Tagen Spötter kommen werden, die ihren Spott treiben, ihren eigenen Begierden nachgehen 4 und sagen: Wo bleibt die Verheißung seines Kommens? Denn nachdem die Väter entschlafen sind, bleibt es alles, wie es von Anfang der Schöpfung gewesen ist. 5 Denn sie wollen nichts davon wissen, dass der Himmel vorzeiten auch war, dazu die Erde, die aus Wasser und durch Wasser Bestand hatte durch Gottes Wort; 6 dennoch wurde damals die Welt dadurch in der Sintflut vernichtet. 7 So werden auch der Himmel, der jetzt ist, und die Erde durch dasselbe Wort aufgespart für das Feuer, bewahrt für den Tag des Gerichts und der Verdammnis der gottlosen Menschen.

Es gibt Leute, die haben kein gutes Wort für die, die über den Tag hinaus denken – in die Vergangenheit und in die Zukunft hinein. Man kann sich leicht lustig machen über die Vergangenheits-Bewältiger und die Zukunfts-Träumer. Die Logik: „Heute zählt“ ist kaum zu schlagen. Es klingt so vernünftig: Was kommen wird, wer weiß es schon. Und: Wo bleibt denn der kommende Himmel? Wo bleibt der wiederkommende Christus? Das sind vermutlich Stimmen aus der Mitte der Gemeinde. Die außerhalb er Gemeinde haben sich damit nicht aufgehalten. Aber die in der Gemeinde werden so gefragt haben – ängstlich manche, spöttisch andere.

Das Gegenargument: Die Welt besteht auf Gottes Wort. Er hat sie ins Leben gerufen. Er hat die erste Welt durch die Sintflut untergehen lassen und unsere jetzige Welt durch sein Segenswort ins Leben gerufen. Es ist das Wort, das die Welt trägt. Wie sollten wir da an dem Wort des Gottessohnes zweifeln, der gesagt hat: Ihr werdet mich kommen sehen in den Wolken des Himmels. Es ist das Wort Gottes, das dem Gericht den Weg öffnen wird und das es jetzt noch aufhält.

8 Eins aber sei euch nicht verborgen, ihr Lieben, dass “ein” Tag vor dem Herrn wie tausend Jahre ist und tausend Jahre wie ein Tag. 9 Der Herr verzögert nicht die Verheißung, wie es einige für eine Verzögerung halten; sondern er hat Geduld mit euch und will nicht, dass jemand verloren werde, sondern dass jedermann zur Buße finde.

Eure Zeitrechnung hat das falsche Maß. Gottes Zeit ist immer und sie geht nicht in unseren Zeittakten auf. Das könnten Menschen, die sich in biblischem Denken auskennen wissen. Er ist der Herr der Zeiten und darum greift unser Denken in Zeitmaßen und Zeiträumen zu kurz. Was ewig ist wissen wir so wenig wie was heute ist. Was aber fest steht: Dass wir und die Welt noch Zeit haben, ist der Geduld Gottes geschuldet. Gott lässt noch Zeitraum offen, damit wir umkehren können. Es ist das große Ziel der geschenkten Zeit, dass Menschen zur Umkehr finden, zur Hinkehr zu Gott, zur Heimkehr in das Vaterhaus Gottes. Es ist keine Abwendung Gottes von seinen Verheißungen, wenn das Kommen Christi auf sich warten lässt – im Gegenteil: es ist das zähe Festhalten der Geduld und der Lust Gottes am Leben der Sünder. Weil seine Verheißung Leben ist, darum wartet er zu. Auf unseren Glauben.

Herr Jesus, mein Gott                                                                                               Du wartest auf mich                                                                                                      auf die vielen                                                                                                                auf die Welt

Was für ein Wunder                                                                                                   dass Du uns nicht abgeschrieben hast                                                                      nicht die Geduld verlierst                                                                                           nicht die Hoffnung fahren lässt

Gegen alle Erfahrung hältst Du fest an Deiner Liebe zu uns                                           Deinem Vertrauen in uns                                                                                            Deinem Warten auf uns

Wir haben es schwer mit dem Warten auf Dich                                                               Dein Kommen                                                                                                             Deine neue Welt

Wir können nur „Heute“                                                                                                „Jetzt“                                                                                                                        „Sofort“.

Danke                                                                                                                       dass Du die Geduld bewahrst                                                                                     die Hoffnung festhältst                                                                                                 Deine Verheißungen ans Ziel bringst                                                                              trotz uns und mit uns. Amen