Der helle Morgenstern in unseren Herzen

2. Petrus 1, 12 – 21

12 Darum will ich’s nicht lassen, euch allezeit daran zu erinnern, obwohl ihr’s wisst und gestärkt seid in der Wahrheit, die unter euch ist. 13 Ich halte es aber für richtig, solange ich in dieser Hütte bin, euch zu erwecken und zu erinnern; 14 denn ich weiß, dass ich meine Hütte bald verlassen muss, wie es mir auch unser Herr Jesus Christus eröffnet hat. 15 Ich will mich aber bemühen, dass ihr dies allezeit auch nach meinem Hinscheiden im Gedächtnis behalten könnt.

Was bleibt noch zu sagen, wenn die Tage abkürzen? Was möchte ich noch gerne sagen, wenn das große, weiße Tor schon in Sichtweite ist? `Petrus’ spürt, dass der Weg seines Lebens sich dem Ende zuneigt. Und darum will er wesentlich werden – und das heißt: Er will erinnern an die Fundamente des Lebens und des Glaubens. Das, was trägt, das, worauf man sich verlassen kann – das war sein Thema und soll es auch bis zum Ende hin bleiben. Gut, dass das nicht wehmütig klingt, sondern nüchtern.

16 Denn wir sind nicht ausgeklügelten Fabeln gefolgt, als wir euch kundgetan haben die Kraft und das Kommen unseres Herrn Jesus Christus; sondern wir haben seine Herrlichkeit selber gesehen. 17 Denn er empfing von Gott, dem Vater, Ehre und Preis durch eine Stimme, die zu ihm kam von der großen Herrlichkeit: Dies ist mein lieber Sohn, an dem ich Wohlgefallen habe. 18 Und diese Stimme haben wir gehört vom Himmel kommen, als wir mit ihm waren auf dem heiligen Berge.

Es ist wohl das Vor-Recht der letzten Zeit des eigenen Lebens, nicht mehr Neues sagen zu müssen, sondern in den vollen Scheunen der Erinnerung das hervor suchen zu dürfen, was besonders wichtig ist. Nicht irgendwelche Geschichten, nicht irgendwelche Bedeutsamkeiten – so schön Geschichten sein mögen. `Petrus’ findet die Erfahrung, die ihn wohl wie keine andere außer Karfreitag und Ostern berührt hat und die das irdische Leben Jesu in eins setzt mit der Wirklichkeit des Auferstandenen: die Verklärung Jesu. Ob er sie damals verstanden hat, steht wohl dahin. Ob sie überhaupt jemals zu „verstehen“ ist, mag auch offen bleiben. Aber sie klärt die Blickrichtung, auch wenn `Petrus’ sich selbst nicht immer daran gehalten hat und sie auch im folgenden Brief aus den Augen zu verlieren scheint: Es gilt auf Jesus zu schauen, auf den geliebten Sohn. Das ist der Blick, mit dem wir das Heil sehen. Und die Stimme aus dem Himmel sagt den einen Satz, der uns an ihn verweist.

19 Umso fester haben wir das prophetische Wort, und ihr tut gut daran, dass ihr darauf achtet als auf ein Licht, das da scheint an einem dunklen Ort, bis der Tag anbreche und der Morgenstern aufgehe in euren Herzen. 20 Und das sollt ihr vor allem wissen, dass keine Weissagung in der Schrift eine Sache eigener Auslegung ist. 21 Denn es ist noch nie eine Weissagung aus menschlichem Willen hervorgebracht worden, sondern getrieben von dem Heiligen Geist haben Menschen im Namen Gottes geredet.

Das ist kein Thema-Wechsel. Im geliebten Sohn haben wir das prophetische Wort, das uns Zukunft eröffnet, das uns hoffen lässt, das uns gewisse Schritte tun lässt. In ihm leuchtet das Licht im Dunkel der Welt, das heller ist als tausend Sonnen. In ihm strahlt der helle Morgenstern auf , der unsere dunklen Herzen erhellt und mit Hoffnung erfüllt. Das sagen zu können und das glauben zu können ist das Werk des Geistes und nicht das Produkt, die Hervorbringung unserer menschlichen Klugheit.

Jesus                                                                                                                    halte meinen Blick bei Dir                                                                                            Lass mich Dich nicht aus den Augen verlieren                                                       Scheine Du mir als das Licht im Dunkel                                                                       Sei Du mir der helle Morgenstern                                                                                   an dem ich mich orientiere                                                                                           der mir leuchtet unter tausend anderen Sternen

Gib mir                                                                                                                      dass ich so an Dir festhalten kann und mich von Dir festhalten lasse                            wenn mein Weg sich dem Ende zuneigt und das große weiße Tor schon offen steht.

Lass mich dann Dein Licht leuchten sehen                                                             Morgenstern der Welt und meines Lebens                                                                   dass ich mich durch das Tor traue                                                                                 weil Du mir ja entgegenkommst. Amen