Alles geschenkt

2. Petrus 1, 1 – 11

1 Simon Petrus, ein Knecht und Apostel Jesu Christi, an alle, die mit uns denselben teuren Glauben empfangen haben durch die Gerechtigkeit, die unser Gott gibt und der Heiland Jesus Christus: 2 Gott gebe euch viel Gnade und Frieden durch die Erkenntnis Gottes und Jesu, unseres Herrn!

Das ist der Anfang – die Erinnerung an die gemeinsame Basis. Wir sind – ob hoher Apostel oder einfaches Gemeindeglied – miteinander im gleichen Glauben verbunden. Es ist ein kostbarer Glaube, ein Geschenk, das wir nicht aus uns selbst haben. Und das Wissen um diesen Geschenk-Charakter des Glaubens lässt darauf hoffen: Gott wird immer neu geben. Alles, was Gott gibt, gibt er durch die Erkenntnis Jesu. In ihm empfangen wir Christen den Reichtum Gottes, Gnade und Frieden.

3 Alles, was zum Leben und zur Frömmigkeit dient, hat uns seine göttliche Kraft geschenkt durch die Erkenntnis dessen, der uns berufen hat durch seine Herrlichkeit und Kraft. 4 Durch sie sind uns die teuren und allergrößten Verheißungen geschenkt, damit ihr dadurch Anteil bekommt an der göttlichen Natur, die ihr entronnen seid der verderblichen Begierde in der Welt. 5 So wendet alle Mühe daran und erweist in eurem Glauben Tugend und in der Tugend Erkenntnis 6 und in der Erkenntnis Mäßigkeit und in der Mäßigkeit Geduld und in der Geduld Frömmigkeit 7 und in der Frömmigkeit brüderliche Liebe und in der brüderlichen Liebe die Liebe zu allen Menschen.

„geschenkt“ ist das eine Hauptwort, „Erkenntnis“ das andere. Wer auf Jesus sieht, der sieht, was Gott gibt: Güte und Freundlichkeit, die Erfüllung seiner Verheißungen, alles, was wir zum leben nötig haben. Es kommt uns zu, wird uns gegeben. Christus erkennen, in ihm die Gegenwart Gottes erfahren, durch ihn mit Gott verbunden werden für Zeit und Ewigkeit – das ist die große Gabe Gottes. Und diese große Gabe setzt Reaktionen frei. Das Geschenk erzeugt Lebenshaltungen und Lebensschritte. Aus dem Glauben kommt Tugend, und in ihr Erkenntnis, aus der Erkenntnis wächst Mäßigung und aus der Mäßigung nährt sich die Geduld. Die Geduld formt Frömmigkeit und die Frömmigkeit erzeugt Liebe zu den Menschen in der Gemeinde und darüber hinaus zu allen, mit denen es die Christen zu tun kriegen. Es ist eine lange Kette an Lebensschritten, an Entwicklungs-Schritten, an Reifungs-Stufen, die eine der anderen folgen und uns leiten. Es mag sein, dass das nicht nur Reihen-Folgen sind, sondern dass diese Schritte manchmal auch ineinander liegen.

8 Denn wenn dies alles reichlich bei euch ist, wird’s euch nicht faul und unfruchtbar sein lassen in der Erkenntnis unseres Herrn Jesus Christus. 9 Wer dies aber nicht hat, der ist blind und tappt im Dunkeln und hat vergessen, dass er rein geworden ist von seinen früheren Sünden. 10 Darum, liebe Brüder, bemüht euch desto mehr, eure Berufung und Erwählung festzumachen. Denn wenn ihr dies tut, werdet ihr nicht straucheln 11 und so wird euch reichlich gewährt werden der Eingang in das ewige Reich unseres Herrn und Heilands Jesus Christus.

Aus dem „geschenkt“ folgt aber nun gerade keine Passivität. So denkt `Petrus‘: Weil ihr so beschenkt seid, könnt ihr nicht alles laufen lassen, sondern werdet in Anspruch genommen. Das Geschenk der Erkenntnis führt dazu: Ich möchte Jesus besser kennenlernen. Ich möchte seine Art besser verstehen. Ich möchte mehr werden wie er, ihm gleich-gestaltet, ohne gleichförmig zu sein, an ihm lernen, ohne mich klein zu machen. In diesem Nachahmen Jesu wächst die Zugehörigkeit, werden wir unseres Glaubens gewiss und wird uns das Evangelium ganz neu und immer tiefer lieb. Und – was wohl in einer eher bedrängten Situation, wie sie die Leser des Briefes kannten, bitter nötig war – auf diesem Weg gewinnt der Glauben eine innere Stabilität und die Gewissheit: Das Ziel ist nahe und wir werden es erreichen.

Alles was ich bin                                                                                                        mein Gott                                                                                                                  ist von Dir

Alles was ich habe kommt aus Deiner Fülle                                                                  Du hast mir geschenkt                                                                                              was mein Leben erfüllt                                                                                                  Du hast mir Aufgaben gegeben                                                                               Menschen zur Seite gestellt und manchmal in den Weg                                                   damit ich an ihnen wachse                                                                                         mit ihnen Deine Güte teile                                                                                         Deine Treue erfahre                                                                                                      Deinen Namen lobe

Und wenn ich mit meinem Leben weiterkomme                                                              so komme ich näher zu Dir                                                                                        mein Herr und mein Gott. Amen